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Sportausschuss diskutiert Sparkatalog: Hallenschließung in Ferien fatal

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Von: Kira Presch

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Spiel RSV Altenbögge
Vereine wie der RSV Altenbögge sind darauf angewiesen, dass sie auch in den Ferien trainieren können. © Markus Liesegang

Energie sparen müssen wir in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, da kommen wir wohl nicht drum rum. Jetzt ging es im Sportausschuss um die möglichen Auswirkungen auf Bönener Vereine.

Bönen – Wo können wir Energie einsparen angesichts drohenden Gasmangels und steigender Strompreise – die Frage zieht sich durch alle aktuell stattfindenden Ausschüsse. Grundlage ist eine Vorlage der Verwaltung mit Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs. Schließlich sind viele Bereiche des Gemeindelebens davon betroffen.

Im Ausschuss für Familie, Sport und Kultur diskutierten am Donnerstagabend die Mitglieder über Auswirkungen auf den Sportbetrieb in den Sporthallen. Auch hier konnte sich der Ausschuss, ähnlich wie eine Woche zuvor der Schulausschuss, nicht zu einer Empfehlung durchringen, da zu wenig Fakten über das tatsächliche Einsparpotenzial vorlägen, um die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen einschätzen zu können.

„Wir sind gefordert, in allen Bereichen Zurückhaltung beim Energieverbrauch zu üben“, erläuterte der zuständige Fachbereichsleiter Jörg Andreas Otte den Hintergrund der Vorlage. „Es gibt gesetzliche Regelungen und freiwillige Maßnahmen. Wichtig ist uns, das im Dialog mit den Nutzern zu tun.“

Auf Trainingszeiten in den Ferien angewiesen

Ein Vorschlag sei, dass man versucht, über geänderte Hallenbelegungen auf eine Sporthalle ganz zu verzichten. Ein Blick in die Belegungspläne zeigt jedoch, dass die Sporthallen nahezu ausgebucht sind. Zur Diskussion steht, ob Sportstätten in den Ferien komplett geschlossen werden oder, wie bisher, per Sonderantrag eine Nutzung möglich ist. Eine Warmwasserversorgung in den Duschen fällt dann weg, damit könnten die Vereine aber leben.

„Es hat ein Gespräch mit der Verwaltung und den Vereinen stattgefunden“ bestätigte der Vorsitzende des Gemeindesportverbands, Dirk Presch. „Es gab Kritik, dass die Vorlage bereits veröffentlicht wurde vor unserem Gespräch. Wir hätten uns gewünscht, dass die Ergebnisse in die Vorlage einfließen.“

Einsatz von herkömmlichen Leuchten falsches Signal

Verwundert sei der RSV allerdings, dass noch drei Tage vor der Zusammenkunft die Leuchtmittel in der MCG-Halle ausgetauscht worden sind – und zwar durch konventionelle Leuchtmittel, nicht Energie sparende LED-Leuchten wie im Maßnahmenkatalog vorgesehen, so der Gemeindesportverbandsvorsitzende. Das sei das falsche Signal, wenn alle zum Sparen aufgefordert würden.

Eine Schließung in den Ferien sei für einige Vereine nicht praktikabel, machte Presch deutlich. Gerade nach zwei Jahren Corona sei es wichtig für die TuS, für Kinder wieder Lehrgänge anzubieten, um sie sportlich zu ertüchtigen. Presch zitierte dazu auch Carsten Schilling, den Vorsitzenden des RSV Altenbögge : „Unsere Mannschaften spielen in höheren Ligen. Nach zwei Wochen Trainingsausfall können wir unsere Mannschaften aus dem Spielbetrieb abmelden.“

Politik braucht konkrete Zahlen für Entscheidung

„Damit wir am Ende eine Entscheidung treffen können, brauchen wir eine Zusammenfassung aus den Ausschüssen und von den Vereinen“, richtete Detlef Pilz (CDU) seine Bitte Richtung Verwaltung. Auch Sabine Lutz-Kunz (SPD) bat um mehr Informationen. „Diese Vorlage schöpft technische Möglichkeiten nicht aus, die berücksichtigt werden müssten. Es gibt auch keine konkreten Zahlen, die mögliche Einsparungen deutlich machen. Das würde eine Entscheidung erleichtern.“

Die Vorlage mit Maßnahmen zum Energiesparen in öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde wird auch Thema im Planungsausschuss am 22. September sein und im Haupt- und Finanzausschuss am 29. September. In der Ratssitzung am 20. Oktober soll dann darüber entschieden werden, so die Planung.

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