SPD-Kandidat Weiß erreicht in Bönen trotz Verlusten 50 Prozent

Bönen - Von einem soliden Fundament lässt sich in mageren Zeiten zehren. Davon profitierte bei der Landtagswahl SPD-Kandidat Rüdiger Weiß. Obwohl auch er kräftige Stimmeneinbußen hinnehmen musste, reicht es für den bisherigen Landtagsabgeordneten immer noch für eine satte Mehrheit, die den direkten Wiedereinzug in das Düsseldorfer Landesparlament sichert.

Von den rund 51 Prozent (2012 waren es 57,3) an Erststimmen können so manche Genossen im Land nur träumen – oder nach der gestrigen Wahl noch nicht mal mehr das. Allerdings bedeutet das Ergebnis ein Minus von rund sechs Prozentpunkten, bei den Zweitstimmen bis zu minus zehn. Dem alten und neuen Gewinner des Wahlkreises Unna III-Hamm II war dann bei der Wahlparty im Bergkamener Ratssaal die Erleichterung deutlich anzumerken.

Dabei ist der Abstand zu seiner Konkurrentin von der CDU groß. Ina Scharrenbach konnte zulegen, in Bönen von 20,7 auf 28,2 Prozent. Bitter für sie: Wegen des guten landesweiten Ergebnisses der CDU zieht die Landesliste nicht. Deshalb wird sie sehr wahrscheinlich in der kommenden Legislaturperiode nicht mehr im Düsseldorfer Landtag vertreten sein.

Es war von vielen befürchtet worden – und es ist auch eingetreten: Die AfD rangiert nach dem gestrigen Wahltag auf Rang drei im Landesparlament. In Bönen erhielt Osan Yalcin 6,5 Prozent, in Bergkamen über acht Prozent, in Herringen sogar bis zu zehn Prozent.

Bei den Zweitstimmen konnte die Alternative für Deutschland sogar noch zulegen. In Bönen erreicht die rechte Partei 8,4 Prozent. In den Wahllokalen Denninghaus, Pestalozzihauptschule und Humboldt-Realschule erzielt die AfD sogar Werte zwischen neun und zehn Prozent – und das, obwohl den Kandidaten aus Hamm kaum ein Bönener jemals gesehen hat.

Grünen-Kandidatin Anke Dörlemann wurde sogar von der FDP überrundet. Ihr Resultat zeigt einmal mehr, dass die grünen Themen im Land derzeit eine Nebenrolle spielen. Der Liberale Thomas Rosemann profitierte vom landesweiten Aufwärtstrend seiner Partei und erreichte mit 8,3 Prozent in der Gemeinde ein respektables Ergebnis als politischer Neuling.

Dass der Wahlkreis Unna III – Hamm II immer noch rot eingefärbt ist, beweist auch das Ergebnis von Manuela Karli. Die Linken, die 2012 mit zwei Prozent fast verschwunden waren, konnten ihr Ergebnis verdoppeln. Verschwunden sind dagegen die Piraten, die nur noch auf 1,2 Prozent kamen.

Die Wahlbeteiligung lag im im Wahlkreis 117 knapp unter dem Landesschnitt von 66 Prozent.

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