Quiz

Wie sortiere ich meinen Müll? Testen Sie ihr Wissen

+
Häufig landet der Müll in der falschen Tonne.

Bönen - Plastik in der Biotonne, Glasflaschen in der Wertstofftonne, Batterien im Restmüll – nach wie vor passieren beim Müllsortieren viel zu viele „Fehlwürfe“. 

„Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt Uwe Flunkert, Abfall-Experte im Bönener Rathaus. Denn schlechte Sortierung verursacht am Ende unnötige Mehrkosten – für jeden einzelnen.

Drei bis vier Abfalltonnen haben wir alle vor dem Haus – für Wertstoffe, Altpapier, Restmüll und manche auch für Biomüll. Altglas muss zum Container gebracht werden. Doch was gehört wo hinein? 

Das weiß doch jeder! Sollte man meinen. Ist aber nicht so – das zeigen die Erfahrungen von Uwe Flunkert – zuständig für das Thema Abfall bei der Gemeindeverwaltung – und den Mitarbeitern der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA). 

Denn immer noch landet viel zu viel Abfall im falschen Behälter. Das torpediert die sortenreine Trennung. Die Zeche zahlen am Ende wir, die Bürger.

Vor allem Wertstoffe und Biomüll werden falsch sortiert

Hand aufs Herz: Wenn Sie die Alufolie von ihrer Salatschüssel entfernen, wo entsorgen Sie die? Oder den Kugelschreiber? Oder die schmutzige Pizzaschachtel? Abfall ist mittlerweile ein sehr komplexes Thema. Kein Wunder also, dass wir manchmal vor unseren diversen Müllbehältern stehen und ratlos sind. Wo gehört das jetzt hin? Ist das Altpapier oder Restmüll? Keine Ahnung. Was macht man da? Im Zweifelsfall entscheiden wir uns für eine Farbe – blau oder schwarz – wird schon richtig sein.

Ist es aber oft leider nicht. Gerade bei Wertstoffen und Biomüll beobachtet Uwe Flunkert immer wieder massive sogenannte Fehlwürfe. „Ende 2017 haben wir in Kooperation mit der GWA intensive Kontrollen durchgeführt, weil wir immer wieder feststellen mussten, dass die Behälter falsch befüllt werden“, sagt Flunkert. 

Für notorische Sortiermuffel gab es die Gelbe, schlimmstenfalls die Rote Karte, und die Tonne blieb ungeleert stehen. „Nach der Aktion konnten wir eine echte Verbesserung feststellen“, sagt Flunkert, räumt allerdings ein, dass das Sortierverhalten der Bürger inzwischen wieder merklich nachgelassen habe. 

Jeder Fehlwurf kostet Geld - am Ende zahlt der Bürger

„Wird doch sowieso alles verbrannt, warum soll ich da vorher alles sortieren?“ Das sei ein Vorurteil, das sich hartnäckig halte, so Flunkert, aber dennoch falsch sei. „Jeder Fehlwurf verringert die Qualität und kostet Geld.“ 

Die sortenreine Sortierung sei nun mal Voraussetzung für die Abnahme von Wertstoffen und Biomüll durch weiterverarbeitende Betriebe. Wenn die Sortierfreude erlahmt, dann geht das letztlich zulasten des Verbrauchers.

„Wer ständig Restmüll, der nach Tonnengröße und Abfuhrintervall bezahlt werden muss, in die Wertstofftonne mogelt, weil die ja kostenlos ist, zahlt am Ende doch die Zeche“, sagt Flunkert. 

Denn die gelbe Tonne bleibt nur so lange kostenlos, wie der Inhalt einigermaßen sortenrein sortiert an Recyclingunternehmen weiterverkauft werden kann, die die Plastikverpackungen weiter verarbeiten. Gelingt das nicht, findet der Wertstoffmüll keinen Abnehmer. Die Folge: keine Einnahmen.

Umstellung auf Wertstofftonne hat verunsichert

„Große Probleme haben wir beim Biomüll, denn immer noch halten zu wenig Bürger eine Biotonne. Die Folge: Vieles geht in den Restmüll, was da nicht reingehört.“ Im Idealfall sollten sich die Bürger Zeit für die Sortierung nehmen und in Zweifelsfällen einen Blick in die Infoblätter der GWA oder auf deren Internetseite werfen. Zudem stehen die Abfallberater für alle Fragen rund um das Thema auch am Telefon zur Verfügung. 

„Gerade seit wir vom Gelben Sack auf die Wertstofftonne umgestellt haben, sind viele Bürger verunsichert, was da entsorgt werden darf.“ Diese Erfahrung hat auch Kai-Uwe Schneider, Abfallberater bei der GWA, gemacht. „Früher durfte nur Verpackungsmüll in den Gelben Sack, heute werden in der Werststofftonne auch stoffgleiche Nichtverpackungen gesammelt.“ 

"Am besten ist der Müll, der erst gar nicht entsteht"

Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich etwa der Kunststoffbecher oder eine Bratpfanne. Zusammen mit seinen drei Kolleginnen beantwortet er am Info-Telefon alle Fragen rund um das Thema Abfall. 

„Am besten ist natürlich der Müll, der erst gar nicht entsteht“, sagt Schneider. Auch da haben die GWA-Experten Tipps. Für ihn gilt die Faustregel: Bevor etwas im falschen Behälter landet, lieber anrufen und nachfragen. Da müsse sich niemand scheuen, weil er vermeintlich dumme Fragen stellt. Schließlich sei das Thema ziemlich komplex. 

Übrigens, auch Experten geht es manchmal so wie uns Normalbürgern: „Auch ich weiß nicht immer auf Anhieb, wo was hingehört. Es ist eben schwierig“, gesteht Uwe Flunkert. Das tröstet doch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare