Von Sevilla nach Bönen: Delia Rodriguez unterricht Spanisch am MCG

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„Lebe das Leben“: Fremdsprachenassistentin Delia Rodriguez arbeitet am Marie-Curie-Gymnasium.

Bönen – Seit September unterstützt Delia Rodriguez als Fremdsprachenassistentin die Spanisch-Lehrkräfte am Marie-Curie-Gymnasium. 

Im Gespräch mit WA-Mitarbeiterin Pauline Sickmann erzählt die 27-Jährige von ihrer Arbeit und was ihr daran besonders gut gefällt. Bei dem Interview ist außerdem die Spanisch-Lehrerin Christine Schombierski anwesend, deren Unterricht Rodriguez als Fremdsprachenassistentin besucht.

 Was sind die Aufgaben einer Sprachassistentin? 

Rodriguez: Hauptsächlich helfe ich den Schülern und der Lehrerin. Ich beantworte die Fragen von den Schülern, und ich mache AGs. Das ist manchmal wie Nachhilfe, aber ich mache dort zum Beispiel auch Spiele oder die Schüler hören spanische Musik. Letztes Mal haben wir ein Escape-Room-Spiel gemacht. Nicht nur theoretisch also. 

Wie haben Sie Deutsch gelernt und warum sind Sie hier? 

Rodriguez: Gute Frage! Ich habe Deutsch an der Uni gelernt und danach habe ich ein Erasmus-Semester in Deutschland gemacht. Ich habe Deutsche Sprache und Literaturwissenschaft studiert. Ich bin in Deutschland, weil es mir sehr gut gefällt. Mir gefällt die Sprache sehr gut und ich denke, dass das hier eine gute Chance ist, um auch in Spanien Lehrerin zu sein – oder hier in Deutschland. 

Warum haben Sie sich für Bönen entschieden? 

Rodriguez: Ich habe mein Erasmus in Freiburg gemacht. Dass ich jetzt hier in Bönen bin, ist Zufall. Das konnte ich nicht selbst entscheiden. Denn die Entscheidung liegt bei der Bezirksregierung Dortmund. Dort habe ich mich beworben, weil ich noch einmal eine andere Stadt kennenlernen wollte. Und jetzt wohne ich auch in Dortmund. 

Wie gefällt es Ihnen hier? 

Rodriguez: Ich fühle mich sehr wohl. Die Leute sind sehr nett zu mir, Schüler, Lehrer und die Leute auf der Straße. Alle haben mir geholfen. Die Natur ist auch sehr schön. Bönen gefällt mir auch gut, die Ruhe finde ich schön. Aber ich habe hier noch nicht so viel gesehen. Ich mag Deutschland sehr. Obwohl das Wetter… naja. 

Mussten Sie sich sehr an das Wetter gewöhnen?

Rodriguez: Ja, manchmal vermisse ich das Wetter von Sevilla. Die Sonne! Dort sind es immer ungefähr 10 Grad mehr als hier. 

Wie wirkt sich die Arbeit auf die Schüler aus? 

Schombierski: Die Schüler haben sie vom ersten Moment an akzeptiert. Das macht auch ihre freundliche Art. Als die Schüler zuerst gehört haben, dass eine Fremdsprachenassistentin aus Spanien kommt, waren sie erst etwas nervös: Oh, da wird jetzt jemand hinten in der Klasse sitzen und uns zuhören, wenn wir Spanisch sprechen. Aber die Angst war vom ersten Moment an wie weggeblasen und die Schüler haben schnell Vertrauen zu Delia gefasst. Sie sprechen sie zum Beispiel an, wenn sie Gruppenarbeiten machen, und haben zum Glück auch keine Hemmungen, mal aufzuzeigen und zu fragen: Was heißt das Wort – oder wie drücke ich das auf Spanisch am besten auf. Den Schülern tut das sehr gut. Sie haben sich schon sehr daran gewöhnt. Das merkt man, wenn Delia dann mal nicht da ist. Dann fragen sie sofort nach. 

Was gefällt Ihnen am Unterrichten am besten? 

Rodriguez: Ich mag sehr, wenn ich ihnen etwas beibringe und die Schüler mich sofort verstehen. Es ist egal, ob auf Deutsch oder auf Spanisch. Manchmal sind die Schüler ja nicht so motiviert und ich muss sie motivieren. Wenn das klappt, ist es die schönste Sache auf der Welt. 

Lernen Sie auch etwas von den Schülern? 

Rodriguez: Ich lerne die Sprache noch ein bisschen, aber auch eine andere Art zu denken. Manchmal führe ich in eine Richtung, aber die Schüler antworten in eine andere Richtung, denken an eine ganz andere Sache. Und das ist wunderschön. Ich lerne dann verschiedene Perspektiven kennen. 

Wie lange sind Sie noch am MCG und was möchten Sie danach machen? 

Rodriguez: An der Schule bin ich noch bis Mai. Mit dem Bachelorstudium bin ich fertig, vielleicht mache ich danach noch einen Master. Oder ich mache eine Prüfung als Bibliothekarin in Spanien. Und als Lehrerin zu arbeiten, gefällt mir auch sehr!

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