Umgestaltung der Seseke

Seseke-Naturierung: Geld reicht nur für 1000 Meter

Auf einer Länge von rund 500 Metern jeweils rechts und links der Fröndenberger-Straße-Brücke soll die Seseke naturnah umgestaltet werden. Der Abschnitt weiter zur Kamener Straße soll in einem zweiten Bauabschnitt folgen.
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Auf einer Länge von rund 500 Metern jeweils rechts und links der Fröndenberger-Straße-Brücke soll die Seseke naturnah umgestaltet werden. Der Abschnitt weiter zur Kamener Straße soll in einem zweiten Bauabschnitt folgen.

Die Renaturierung der Seseke im Bereich der Fröndenberger Straße verzögert sich. Der Grund: Im Zuge der Ausführungsplanungen hat sich herausgestellt, dass das Vorhaben deutlich teurer wird als erwartet. Nun wollen die Verantwortlichen im Kreishaus in zwei Bauabschnitten vorgehen. Mit dem ersten soll im Sommer 2021 gestartet werden.

Bönen – Geplant war die Umgestaltung der Seseke auf einer Länge von rund 1500 Metern. Jetzt reduziert sich die Strecke zunächst auf etwa 1000 Meter, davon jeweils 500 beidseits der Brücke der Fröndenberger Straße. Der Abschnitt weiter gen Westen bis zur Kamener Straße wird erst einmal ausgespart. „Die Fördergelder hierfür werden wir in einem oder zwei Jahren beantragen“, erläutert Peter Driesch, Leiter der Umweltabteilung des Kreises.

Bei 80 Prozent NRW-Förderung waren 360 000 Euro für die Renaturierung des gesamten Abschnitts veranschlagt. Das reicht nicht mehr. „Wir müssen mehr Boden ausheben als anfangs gedacht und mit höheren Entsorgungskosten rechnen“, verdeutlicht Driesch. Das habe die Kostenschätzung in die Höhe getrieben, ein Mehr an NRW-Geld sei aktuell aber wohl nicht zu bekommen.

Gemeinde Bönen übernimmt den Grundstückankauf

Die Arbeiten zur Renaturierung hätten eigentlich im Herbst beginnen und neun Monate dauern sollen. Nun rechnet Driesch im Frühjahr mit der Förderzusage, danach könne die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen. Zwar übernimmt der Kreis Unna die Planungen und den 20-Prozent-Eigenanteil an den Baukosten, die Gemeinde Bönen sitzt aber mit im Boot. Sie ist für den Grundstücksankauf aufgekommen, der zur Rückumwandlung in ein naturnahes Gewässer nötig gewesen war.

Denn die Seseke soll sich ausbreiten und mäandern können, sodass im besten Fall Auen mit diversen Gehölzen und Röhricht entstehen. Das Flussbett soll verbreitert werden und sich frei durch die Natur schlängeln können.

Das freilich findet seine Grenzen, denn gen Westen konnten beidseits des Gewässers gerade einmal bis zu vier Meter Land aus privater Hand erworben werden. In Richtung Osten sieht’s jedoch deutlich besser aus. Dort kann sich die einst begradigte Seseke auf einem bis zu 15 Meter breiten Streifen ganz neu erfinden, wobei die Umgestaltung am nördlichen Ufer stattfindet.

Möglichkeiten für einen Geh- und Radweg werden geprüft

Weiterhin mitgedacht wird bei den Planungen der Wunsch der Politik und vor allem der SPD-Fraktion nach einem Geh- und Radweg westlich entlang der Fröndenberger Straße weiter gen Lenningsen. Hierzu hatte es Ende August ein Abstimmungsgespräch gegeben, zu dem auch Vertreter des Baulastträgers Straßen.NRW gekommen waren.

Die Behörde prüft nun, ob die vorhandene Brücke zusätzlich eine Fahrspur für Fußgänger und Radler aufnehmen kann, was auf den ersten Blick möglich erscheint. Alternativ dazu steht weiter ein Verschwenken des Radwegs mit Bau einer zusätzlichen Seseke-Überquerung im Raum. Beide Lösungen müssten in Einklang mit dem Naturschutz gebracht werden. Zuletzt hatte der Kreis einen westlichen Geh- und Radweg auch mit Blick auf den Baumbestand vor Ort als eher kritisch erachtet.

Eine Verbindung auf der östlichen Straßenseite gilt als wenig hilfreich. Dann müssten Fußgänger und Radfahrer in kurzen Abständen zweimal die Fahrbahn wechseln – mit entsprechendem Verkehrsrisiko.

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