Seseke-Umbau stoppt lang gehegte Radwegpläne

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Zur Rinne degradiert wird die Seseke schnurgerade unter der Straße durchgeführt. Das soll sich bald ändern.

Bönen/Unna – Wieder kein Durchkommen mit dem Radweg entlang der Fröndenberger Straße. Da machte neulich der eine oder andere auf der SPD-Bank im Bauausschuss ein Schnütchen, weil auch dem wiederholten Antrag kein Erfolg beschert war. Die Sesekebrücke erweist sich als Nadelöhr. Mit Kopfschütteln quittierten die Initiatoren, dass der Kreis Unna den knappen Raum auf der favorisierten Ostseite für eine Renaturierung des Gewässers beansprucht. Aber was genau ist dort eigentlich geplant?

Auf 1600 Metern Länge soll der einst mit dem Bagger schnurgerade gezogene Lauf der Seseke nun mit Maschinenhilfe wieder in die natürliche Form des schlängelnden Bachs gebracht werden, wie Peter Driesch, Leiter der Kreis-Umweltabteilung, erläutert. Auf 300 Metern werde das östlich der Fröndenberger Straße (Landesstraße 881) geschehen und auf 1300 Metern in westlicher Richtung. Genehmigt sei das schon lange, nur seien die Flächen nicht verfügbar gewesen. Die Flurbereinigung habe das geändert, in Abstimmung mit der Gemeinde werde das Projekt nun mit deren Land am Bach realisiert.

„Die Arbeiten werden in den nächsten Wochen ausgeschrieben, sodass wir wohl bis zum Herbst damit anfangen können. Mit neun Monaten Bauzeit ist die Fertigstellung 2021 geplant“, so Driesch weiter. Bei 80 Prozent NRW-Förderung seien dafür 360 000 Euro veranschlagt. An der Brücke mündet übrigens der schon renaturierte Sandbach.

Nur drei Meter Platz

Für den naturnahen Sesekeumbau ist unter anderem der Bestand an Weiden direkt östlich der Brücke von Belang. Er soll erhalten und vom Gewässer umschlängelt werden. Weil zwischen den Bäumen und der Brücke nur drei Meter Platz ist, sieht der Kreis keine Möglichkeit, die Straße in dieser Richtung zu erweitern. Den Weg gegenüber anzulegen, ist auch nicht ohne Tücken, weil dies nicht durchgehend möglich ist, und eine zweimalige Querung der Landesstraße erfordern würde.

Der Bönener Ausschuss mahnte die Verwaltung, „auf jeden Fall dranzubleiben“, das sei „ein Dauerauftrag“. Zumal eine Verbindung zur ehemaligen Ermelingschule als künftigem Dorftreff für „Lenbrarich“ (Lenningsen, Bramey, Flierich) samt der geplanten Sportplatzverlegung dorthin passen würde.

Alle an einen Tisch

Da will der Kreis gar nicht der Spielverderber sein, wie Driesch – mit anderen Worten freilich – betonte: „Wir sind natürlich daran interessiert, dass Radwege entstehen. Ich sehe durchaus die Möglichkeit, auf der Westseite der Brücke dafür Platz zu schaffen. Dazu müsste man aber mit Straßen.NRW reden. Darum wäre es sinnvoll, wenn die Gemeinde mal alle an einen Tisch holt.“

Ein Blick noch auf die Verkehrsbelastung: In der Landesstatistik wird die L 881 mit durchschnittlich 1390 Fahrzeugen täglich (Stand 2015) geführt. Die Messungen der Gemeinde im vergangenen Jahr ergaben nach Auskunft von Fachbereichsleiter Robert Eisler folgende Daten: Vom 28. August bis 4. September wurden 12 383 Fahrten erfasst (im Schnitt also 1834 pro Tag). Bei erlaubtem Tempo 50 waren rechnerisch pro Stunde 74 Kfz mit 85 Stundenkilometern oder mehr unterwegs.

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