Seemannslieder im Zechenturm

Original Shanty Chor ist auf der Suche nach Verstärkung

Mitglieder des Shanty Chores Unna sitzen um den Tisch
+
Seit 2019 ist der Förderturm Bönen die Heimat des Shanty Chores aus Unna. Bei den gemeinsamen Proben freuen sich die Chormitglieder über Verstärkung.

„La Paloma“ statt Steigerlied – das gibt es jeden Montagabend im Förderturm Bönen zu erleben, wenn der „Original Shantychor Unna“ sich von 17.30 bis 19.30 Uhr zu seiner Probe trifft. Jetzt suchen die Sänger Verstärkung für ihre Crew.

Bönen – Die Instrumentalisten und Sänger sind aber auch bemüht, ihr karitatives Engagement aufzuzeigen: Am 4. Juli hatte der Starkregen in Fröndenberg für zahlreiche Schäden gesorgt. Kurz entschlossen sammelten die Shanty-Freunde und konnten am Ende 1500 Euro an die Stiftung „Gutes tun“ übergeben.

„Wir hatten uns zuvor informiert, wie wir am besten helfen und wurden auf diese Stiftung verwiesen“, sagt Rainer Möcker, Pressesprecher des Chores. Bei der Stiftung wird kein Cent des Spendenbetrages abgezogen, die Schäden werden geprüft und entsprechende Maßnahmen koordiniert. Das überzeugte die Sangesfreunde.

Sie wissen, wie es ist heimatlos zu sein

Die Empathie für Menschen in Not war bei dem Chor schon immer da, doch auch sie selbst kennen es, wenn man heimatlos wird: Bei einem Brand im April 2019 brannte das Café Bistro im Kurpark Unna-Königsborn aus, wo bis dahin die Heimat des Shantychores war. Schließlich fanden sie mit Hilfe der Bürgerstiftung Förderturm Bönen ein neues Zuhause.

Spende für die Opfer des Starkregens in Fröndenberg: Peter Forster, Wolfgang Leiendecker, Winfried Bungter, Rainer Möcker, Heiner Rothauge und Klaus Grüter (von links) haben 1500 Euro für die Stiftung „Gutes tun“ gesammelt.

Jetzt haben die Proben wieder begonnen und die Mitglieder würden am neuen Standort gerne auch ihre „Crew“ verstärken: „Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen sich zu melden, oder einfach zu den Proben zu kommen“, sagt Mitglied Harry Hinz.

Das Repertoire des Shanty-Chors ist mitreißend

Dass die Seemannslieder nicht erst seit dem Erfolg des „Wellerman“-Songs mitreißend sind, kann auch der Schatzmeister Winfried Bungter bestätigen: „Seit dem Studium habe ich in verschiedenen Chören, auch wirklich anspruchsvollen, großen Madrigal-Chören, gesungen“, so Bungter. Nach der Pensionierung wollte er jedoch weg vom Leistungsgedanken und suchte eine neue Heimat. Er wurde auf den mitreißenden Shanty-Chor aufmerksam, trat bei und entdeckte die Lust am Gesang ganz neu für sich.

Die Sänger kommen rum

Das fröhliche Miteinander bedeutet aber nicht, dass der Original Shantychor Unna nicht gut sei: Sie sind regelmäßig im Norden Deutschlands eingeladen, etwa 2016 in Carolinensiel, und sie waren in Jahr 2018 dabei, als in Travemünde mit 3000 Sängern auf fünf Bühnen ein Shanty-Weltrekord aufgestellt wurde. Das Weihnachtskonzert an der Grillo-Schule in Unna mussten sie gleich zweimal abhalten, da das Interesse und die Begeisterung so groß war, und 2019 vertraten sie Deutschland bei einem Shanty-Festival in Friedrichshaven, wo jedes Teilnehmerland durch einen Chor vertreten wurde.

Ihr 30-jähriges Bestehen richteten sie 2019 am Haus Opherdicke in Form eines großen Festes aus und sowohl maritime Frühschoppen, wie das Familienfest der Bürgerstiftung Förderturm Bönen sorgten für lokale Bekanntheit.

Sowohl Einsteiger, wie erfahrene Chorsänger, aber auch Instrumentalisten sind beim Original Shantychor Unna herzlich willkommen: Die eingängigen Melodien der Shantys lassen sich schnell erlernen und selbst, als der Chor durch den Ferienspaß am Förderturm zuletzt nach oben umziehen musste, waren Akkordeons, Banjo und Gitarren im Einsatz.

Mehr Informationen zum Original Shanty Chor Unna gibt es im Internet unter www.shantychor-unna.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare