Schulstart mit Maske, Abstand und Wiedersehensfreude

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Um Punkt 11.15 Uhr war der erste Schultag nach den Sommerferien dank Hitzefrei an der Humboldt-Realschule und am Marie-Curie-Gymnasium schon wieder beendet.

Bönen – Der erste Schultag ist vorbei, alle Schüler der drei weiterführenden Schulen sind nach Monaten wieder komplett zurückgekehrt in ihre Klassen. Doch dieser Schulstart war anders als alles, was Schüler und Lehrer bisher kannten.

Maskenpflicht, feste Sitzordnung und Pausenhofaufteilung werden ab sofort zum Schulalltag gehören. Wie war der erste Tag, der wegen Hitzefrei sehr kurz ausfiel? Wir haben am Schulzentrum Schüler vom Marie-Curie-Gymnasium (MCG) und von der Humboldt-Realschule (HRS) gefragt.

Das ständige Tragen der Schutzmasken sei schon sehr gewöhnungsbedürftig, finden viele Schüler, als sie um 11.15 Uhr schon wieder aus den Gebäuden auf den Schulhof strömen. Temperaturen um die 34 Grad bescherten den Bönener Kinder und Jugendlichen gestern zum Schulstart direkt mal Hitzefrei.

Erster Schultag mit neuen Corona-Regeln in Bönen und Bergkamen

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Auch am Donnerstag findet nur ein verkürzter vierstündiger Unterricht statt. Die Pestalozzihauptschule wird auch am Freitag einen verkürzten Stundenplan fahren. An MCG und HRS will man die weitere Wetterentwicklung abwarten, hieß es gestern. Sollte das Thermometer noch einmal so klettern wie in den Tagen zuvor, werde der Unterricht vorzeitig beendet.

Nicht zu übersehen: Überall hängen in den Schulen Hinweise zum Maskentragen.

Für die Schüler ging der Neustart also moderat los. Dennoch mussten sich viele erst mal daran gewöhnen, dass Schule jetzt anders abläuft als vor Corona. An den weiterführenden Schulen herrscht Maskenpflicht – nicht nur auf dem Weg durch die Schule, sondern auch im Unterricht.

„Es ist sehr warm im Klassenraum, aber wir konnten zwischendurch zum offenen Fenster gehen und mal kurz ausatmen. Aber es ist schon unangenehm, die ganze Zeit mit Maske“, sagt Leonie Galant. Sie geht in die 8a. Die ersten zwei Stunden wurden ausführlich die geltenden Hygieneregeln durchgesprochen. „Auch zur Toilette dürfen wir jetzt nur noch einzeln.“

Dass gerade bei der derzeitigen Hitze das Maske tragen sehr ungewohnt ist, bestätigt auch Luca Engnath aus der Klasse 9a am MCG. „Ich hab teilweise kaum Luft gekriegt, da muss man sich erst dran gewöhnen.“

Maske tragen ist anstrengend

„Es ist sehr anstrengend, den ganzen Tag im Unterricht mit Mund-Nasenschutz zu verbringen“, sagt auch Jueyna Westlake. Sie besucht die Klasse 8b der Humboldt-Realschule. Und ihre Mitschülerin Olivia Probierz ergänzt: „Der Klassenraum war sehr warm, aber er kann wenigstens gelüftet werden.“

Gar nicht in ihre Klassenräume gingen heute die Schüler, der Jahrgänge 10 und 11 am MCG. Weil die Begrüßung der fünften Klassen vormittags in der Aula stattfand, wichen die älteren Schüler in die Turnhalle aus, wo eine Einführung in die Regularien für die Oberstufe stattfand. Auch hier ist Maske tragen oberstes Gebot. Das findet Jelven Breuker (Jahrgang 11) „echt anstrengend“. „Wir haben feste Sitzplätze, auch wenn wir zu anderen Kursräumen wechseln müssen“, ergänzt Lena Demski aus dem Jahrgang 10.

Bücher und Unterrichtsmaterialien müssen jeden Tag zur Schule mitgebracht werden und wieder mit nach Hause genommen werden. Wer einen Spind hat, darf seine Sachen dort auch einschließen.

Den ersten Schultag gut überstanden haben Jodie Brandt, Lenya Omansik und Emily Thünemann (von links) am Marie-Curie-Gymnasium. Sie freuten sich vor allem, nach Monaten endlich ihre Klassenkameraden wiederzusehen.

An heißen Tagen eine Ersatzmaske mitzubringen, diesem Vorschlag der Schulen ist Jodie Brandt (Klasse 9b am MCG) bereits gefolgt. Gerade bei der Hitze sei es gut, wenn man nach ein paar Stunden wechseln könne. „Heute für vier Stunden reicht aber auch eine“, findet sie. Zunächst wurden in der Klasse alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen besprochen. „Wir haben jetzt einen Plan, wo es lang geht und welchen Pausenhofabschnitt wir nutzen dürfen“, erzählt ihre Klassenkameradin Lenya Omansik.

Wiedersehensfreude ohne Umarmungen

Das Schönste an diesem Tag war das Wiedersehen mit der ganzen Klasse nach so langer Zeit. „Es ist schon was Anderes, wenn alle wieder zusammen lernen können, nicht nur in Lerngruppen. Seit dem 13. März haben wir uns nicht mehr gesehen. Wir wären uns heute morgen gerne um den Hals gefallen, aber das geht ja nicht“, sagt Jodie Brandt.

Emma Schmidt freut sich über das Wiedersehen mit ihren Mitschülern nach langer Zeit.

Auch Emma Schmidt (Klasse 9 am MCG) ist froh, dass sie nach Monaten zu Hause wieder zusammen mit ihren Mitschülern lernen kann. „Die Lehrer wollten natürlich nicht, dass wir uns umarmen, aber die Wiedersehensfreude ist groß. Wir hatten zwar Kontakt über unsere WhatsApp-Gruppe, gesehen habe ich in den Monaten nur meine beste Freundin. Andere Kontakte habe ich vermieden.“

Auch sonst freut sie sich über die Rückkehr zum Präsenzunterricht: „Es ging auch von zu Hause, aber man hat weniger Stoff geschafft. Es ist besser, in der Schule zu lernen als im Homeschooling, weil man direkt Fragen stellen kann, wenn man etwas nicht verstanden hat.“

Dass sie in der Schule viele Regeln einhalten müssen, nimmt sie ganz entspannt. „Ich finde, das Einhalten von Abständen und Benutzen verschiedener Eingänge funktioniert gut.“

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