Schranke am Bönener Bahnhof

Nächstes Etappenziel für die Unterführung am Bahnhof in Sicht


Bahnübergang Bahnhofstraße Bönen
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Das gewohnte Bild in der Bönener Ortsmitte: Die Schranken sind unten, Autofahrer und Fußgänger müssen warten. Das soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. 

Auf dem Weg zu der Untertunnelung der Bahnschienen und der Beseitigung des Bahnübergangs im Bönener Ortskern soll am kommenden Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses Planen, Bauen, Umwelt eine weitere Etappe abgeschlossen werden. Die Verwaltung hat eine Beschlussvorlage erarbeitet, in der sie Planungsleistungen bis zur Genehmigungsstufe übernimmt und beauftragt sowie mit der Deutschen Bahn eine entsprechende Planungsvereinbarung abschließt.

Bönen – Doch um sprachlich im Bild zu bleiben: Die Gemeinde ist bei der großen Tour mit Ziel durchfließender Verkehr durch den Ortsteil auch dann erst fertig mit dem Prolog. Die hohen Bergetappen kommen noch.

Robert Eisler, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt, spricht von einer Umsetzung, die auf eine Zeit zwischen 2027 und 2030 zielt. „Das hört sich weg an, aber um dies überhaupt zu erreichen, ist es wichtig jetzt die Weichen an zu stellen und die notwendige Verbindlichkeit in das Projekt zu bringen“, erklärt er.

Diese Verbindlichkeit bringen die Unterschriften des Bürgermeisters für die Gemeinde sowie der Leitung Produktionsdurchführung in Hamm und Leitung Finanzen, Infrastruktur in Duisburg für die DB-Netz-AG unter der Vereinbarung, die noch in diesem Jahr erfolgen sollen, wenn der Beschluss von allen Gremien genehmigt wird.

Kreisverkehr als Anbindung eine Option

Der Vereinbarungsentwurf sieht im Detail den „Bau einer Eisenbahnüberführung für den Kfz-Verkehr mit einer lichten Höhe von größer gleich 4,50 Meter“, notwendige Begleitarbeiten an den Bahnanlagen wie eine Anpassung der Oberleitung, den Rückbau des Bahnübergangs sowie die Anbindung des Tunnels an die Oststraße und auf der anderen Seite vor. Laut Beschlussvorlage bedarf der Entwurf noch einiger Ergänzungen, ist aber unterschriftsreif.

Eine beigefügte Entwurfszeichnung des Büros „Stapelmann & Bramey“, die auch die Fortführung der Straße in Richtung Poststraße zeigt, stammt aus dem Jahr 2006 und wurde 2014 aktualisiert. Sie diene dabei als Grundlage zur Veranschaulichung des Gewollten, müsse in weiteren Schritten aber überarbeitet werden, erläutert Eisler. Laut des Entwurfs soll dort ein neu zu errichtender Kreisverkehr, die Strecke an die Straße Am Bahnhof und die südlich verlaufene Erweiterung der Franz-Schubert-Straße anbinden. Der Kreisverkehr sei dabei nur eine Möglichkeit und würde bezüglich der Trassenführung die Rahmenbedingungen für die südliche Grenze beim Bau des Lidl-Rathaus-Gebäudes vorgegeben, führt der Fachbereichsleiter weiter aus.

Der Entwurf zeigt eine mögliche Straßenführung mit dem Tunnel unter der Bahnstrecke (unten in der Mitte des Bildes) und einem zu bauenden Kreisverkehr an der Poststraße (oben rechts). 

Eine Verbindung zwischen der Post- und der Bahnhofstraße/Franz-Schubert-Strafe werde durch den Wegfall des Bahnübergangs angestrebt. Die Franz-Schubert-Straße endet derzeit am Go In, dessen Standort bei einer Umsetzung weichen müsste. Dieser Teil des Projekts liegt in Gemeindehand und muss, auch was die Kosten angeht, nicht mit der Bahn abgestimmt werden. Planungen müssten allerdings konkretisiert werden, die Zeichnung sei nur eine Möglichkeit.

DB kalkuliert mit 17,1 Millionen Euro

Für die zu treffende Vereinbarung über die Kreuzungsmaßnahme, so der Wortlaut in der Beschlussvorlage, haben beide Seiten eine Kalkulation der Baukosten vorgelegt. Die DB rechnet bei einer Brückenfläche von 651 Quadratmetern für die fünf dort verlaufenden Gleise mit etwa 17,1 Millionen Euro netto, wovon rund 2,5 Millionen für die Planungskosten veranschlagt werden.

Noch bis März dieses Jahres hätte die Gemeinde ein Drittel der Kosten tragen müssen. Doch dank einer Novellierung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes wird dieser Teil nun von Land und Bahn übernommen.

Die Kommunen müssen allerdings in Vorleistung treten. Für Ingenieurkosten bis zur Genehmigungsstufe und sonstiger Planungskosten auch inklusive der von der Gemeinde zu leistenden weiteren Straßenführung sowie für Gutachten und Vermessung veranschlagt die Verwaltung nach den für die Vereinbarung aktualisierten Summen knapp 460 000 Euro.

Die Mittel dafür sollen zu gleichen Teilen in die Haushalte 2021 und 2022 eingestellt werden. Auch das soll durch den Beschluss gemacht werden. Für die Straßenbaumaßnahme wird derzeit mit aktualisierten Zahlen aus der alten Kostenschätzung von Stapelmann & Bramey von etwa 2,9 Millionen Euro eingerechnet.

Das Thema ist seit Frühjahr wieder auf der Tagesordnung

Der von vielen Bönenern gehegte Wunsch nach einem Ende des Vor-der-Schranke-Wartens hatte durch die Novellierung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes neue Hoffnung verliehen. Im Mai hatte die Verwaltung eine erste Beschlussvorlage angefertigt, die Planungsvereinbarung vorzubereiten. Auch die DB ist bestrebt, Bahnübergänge zu reduzieren. Außerdem müssten kostenintensive Änderungen zum Beispiel in der Signaltechnik und am Stellwerk vorgenommen werden. Es treffen also ähnliche Vorstellungen aufeinander.

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