Angebot ab Oktober noch unklar

Nachfrage nach Schnelltests und PCR-Tests steigt wieder spürbar an

Frau testet Mann Cororona-Schnelltest
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Corona-Tests sind wieder stärker gefragt. Ab Oktober müssen Bürger die Tests selbst bezahlen.

Während in den Ferien die Zahl der Coronatests spürbar zurück ging und das Angebot runtergefahren wurde, steigt die Nachfrage nach Tests wieder. Ob nach dem 11. Oktober, wenn Schnelltests bezahlt werden müssen, noch alle Bönener Teststationen ihr Angebot aufrecht erhalten und wie sich die Preise entwickeln werden, ist noch unklar.

Bönen – Wer weder vollständig geimpft noch genesen ist, muss derzeit einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen, um zum Beispiel an Veranstaltungen und Sport in Innenräumen teilnehmen zu können oder die Innengastronomie zu besuchen. So verlangt es die neue Corona-Schutzverordnung. Waren die Zahlen der gebuchten Termine in den Bönener Teststellen im Juli und August deutlich zurückgegangen, steigt die Nachfrage jetzt wieder merklich.

In bestimmten Bereichen müssen Ungeimpfte sogar einen negativen PCR-Test vorlegen, der selbst bezahlt werden muss: in Diskotheken und bei Tanzveranstaltungen. Da wird der Besuch einer Hochzeit ein teurer Spaß.

30 Prozent Einbruch bei den Buchungen

„Im Juli und Anfang August hatten wir rund 30 Prozent Einbruch bei den Testbuchungen“, sagt Christian Kamp vom DRK Ortsverein Bönen. „Da kamen sonntags statt 70 Testwilligen nur noch 53, deshalb haben wir unser Angebot auch reduziert von fünf Stunden auf zwei. Der Mittwochabend wurde ganz gestrichen.“ Seit einer Woche verzeichnet Christian Kamp wieder einen spürbaren Anstieg der Testbuchungen. „Die Ferien sind vorbei, viele brauchten noch einen Nachweis für den Arbeitgeber.“

Noch sind die Bürgertests kostenlos, ab Oktober müssen Menschen, die nicht geimpft sind, dann selbst in die Tasche greifen. Wie teuer das wird und wie viele Testtermine vor Ort angeboten werden, das hänge von der Nachfrage ab, erklären die Bönener Anbieter. „Die Zahlen werden aber auf alle Fälle zurückgehen, wenn der Test bezahlt werden muss“, ist Christian Kamp sicher.

Ob das DRK im Oktober sein Testzentrum schließen wird oder ob es weiterhin Schnelltests anbietet, und was die kosten werden, kann er zurzeit noch nicht sagen. „Es sieht so aus, als ob die Regierung den Testzentren überlassen wird, wie sie die Preise kalkulieren. Wichtig ist, dass dann kein Preiskampf entsteht.“

Auch weiterhin Testmöglichkeit vor Ort

Mit den Bönener Apotheken gebe es bereits gute Absprachen. Während im Testzentrum in der Gaststätte Denninghaus an der Kampstraße beispielsweise samstags getestet wird, übernimmt das DRK am Sonntag im Vereinsheim am Königsholz. Auch wenn die Testzeiten weiter reduziert werden müssten: „Es wird in Bönen eine Möglichkeit geben, dass die Menschen sich vor Ort testen lassen können, ohne erst mit dem Zug in eine andere Stadt fahren zu müssen“, verspricht Kamp. Denn er hält es grundsätzlich auch für Geimpfte und Genesene für sinnvoll, sich ab und an noch testen zu lassen.

Die Testzentren in Bönen

An vier Standorten in der Gemeinde wird aktuell getestet. Beim Testzenrum „Bönen testet“ wird auch ein kostenpflichtiger PCR-Test angeboten.

Bönen testet: Bahnhofstraße 41a, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 12.30 Uhr, 14.30 bis 18.30 Uhr, Freitag 8 bis 19.30 Uhr, Samstag 9 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr. Anmeldung über www.boenen-testet.de.

Apotheke am Brunnen: Das Testzentrum befindet sich im Saal der Gaststätte Denninghaus, Kampstraße 13. Getestet wird von Montag bis Samstag vormittags und nachmittags (Mittagspause zwischen 12 und 14 Uhr). Die Termine sind buchbar auf der Seite www.apotheke-boenen.de.

Bären-Apotheke: Tests werden zu den Öffnungszeiten Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag durchgeführt im Hof der Apotheke (Zugang über den Hof der Ditib-Moschee an der Zechenstraße). Genaue Zeiten und Terminbuchung über www.baerenapotheke-boenen.de.

DRK-Ortsverband: Im DRK-Heim am Königsholz 1a finden Schnelltests jeweils freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.drk-nrw-testzentrum.de/boenen.

Auch Apotheker Stefan Oyen, der das Testzentrum im Saal der Gaststätte Denninghaus betreibt, hat die Testzeiten vor vier Wochen auf fünf Stunden vormittags und nachmittags reduziert, nachdem die Nachfrage merklich gesunken war. „Die Inzidenzen waren ganz unten, viele Menschen waren schon geimpft, da ließen sich nur wenige Menschen testen. Wir bieten noch täglich außer sonntags Termine an, haben aber die Zeiten eingeschränkt. Das macht sonst keinen Sinn“, sagt Oyen.

Mittlerweile sei die Nachfrage aber wieder gestiegen, registriert auch der Inhaber der Apotheken am Brunnen, am Bahnhof und der Marienapotheke. Aktuell liege die Zahl derer, die sich an der Kampstraße testen lassen, bei durchschnittlich 50 bis 60 Personen täglich.

Möglicherweise nur noch ein Testzentrum oder tageweise Aufteilung

Ob er über den 11. Oktober hinaus das Testzentrum an der Kampstraße weiterhin offen hält, kann er jetzt noch nicht sagen. „Das hängt davon ab, wie dann die Nachfrage ist. Wir werden uns auch mit den Kollegen, die in Bönen testen, absprechen. Wir wollen auf alle Fälle sicherstellen, dass es ein ausreichendes Testangebot vor Ort gibt. Das kann ein Zentrum übernehmen oder es wäre möglich, das Angebot tageweise aufzuteilen.“

Auch seine Kollegin Bettina Siegert, Inhaberin der Bären Apotheke, kann noch nicht sagen, wie es nach dem 11. Oktober weitergeht. „Wir werden das weiter beobachten und dann entscheiden“, sagt sie. „Inzwischen sind viele Menschen geimpft, da ist es normal, dass die Nachfrage nachgelassen hat“, so Siegert. „Es gibt aber auch immer noch Geimpfte, die sich regelmäßig testen lassen, um andere nicht zu gefährden. Ich hoffe, dass sich jetzt noch viele Menschen entscheiden, sich impfen zu lassen.“

PCR-Tests aktuell sehr gefragt

Nuri Fidan, der das Testzentrum „Bönen testet“ betreibt, führt in der Gemeinde die meisten Tests durch. Aktuell seien es durchschnittlich 120 pro Tag – in der Woche weniger, am Wochenende seien die Buchungen deutlich höher. „Zu uns kommen viele türkische und arabische Menschen – auch aus der Umgebung – weil wir Mitarbeiter haben, die ihre Sprache sprechen. Das macht das Ganze für sie einfacher. Viele kommen ohne Anmeldung, weil sie mit dem Internet nicht so vertraut sind, was uns viel Stress macht. Aber besser so, als gar nicht.“

Fidan geht davon aus, dass auch nach dem 11. Oktober, wenn die Schnelltests bezahlt werden müssen, noch ausreichend Nachfrage besteht, und will auch weiterhin Tests an der Bahnhofstraße anbieten – sowohl Schnell- als auch PCR-Tests. „Es muss sich aber langfristig rechnen. Wir haben ausreichend geschultes Personal. Gerade vor großen Feiern kommen die Menschen und lassen sich testen, das nehmen sie schon sehr ernst. Die Fitnessstudios verlangen teilweise Tests, die nicht älter als 24 Stunden sind, da kommen manche Kunden mehrmals in der Woche vorbei“, bestätigt Fidan. Ob das so bleibt, wenn sie selbst zahlen müssen, wird sich zeigen.

Preiskampf bei den Tests

Die Testzeiten hat Fidan mittlerweile erweitert, denn die Nachfrage sei im Moment wieder sehr hoch, besonders nach PCR-Tests, die in Bönen sonst nur von Arztpraxen angeboten werden. „Die Menschen sind aber nicht bereit, 80 Euro dafür zu zahlen. Seit Dienstag habe ich den Preis auf 49 Euro gesenkt. Das deckt aber gerade die Kosten.“

Zum Vergleich: Auch die HNO-Praxis Thomas Krüger bietet PCR-Tests an. Hier müssen in der Praxis 25 Euro bezahlt werden, das Labor berechnet noch einmal 67 Euro.

Da steht den Betreibern der Testzentren künftig wohl doch ein Preiskampf ins Haus, denn die Kunden werden, wenn es an ihr eigenes Portemonnaie geht, schon sehr genau die Preise vergleichen, wenn mehrere Anbieter vor Ort oder in der Umgebung sind.

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