Für Schlussspurt will Helinet Lokalpolitiker mit ins Boot holen

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Jochen Baudrexl von den GSW machte den Lokalpolitikern die Vorteile des Glasfasernetzes deutlich.

BÖNEN Die Mehrheit der Bönener Bürger sieht bisher nicht die Vorteile des Glasfasernetzes, das der Provider Helinet gemeinsam mit den Gemeinschaftsstadtwerken Kamen, Bönen, Bergkamen (GSW) spannen will. Das soll sich ändern.

Ratspolitiker sollen als Mutliplikatoren agieren, um die gute Idee dem Bürger zu vermitteln. Als Motivatoren fungierten am Dienstagabend GSW-Chef Jochen Baudrexl und Helinet-Geschäftsführer Ralf Schütte. In einem persönlichen Anschreiben hatten die Initiatoren des schnellen Internets die Poltiker in das Forum der Humboldt-Realschule eingeladen, insgesamt neun kamen.

Der Bönener Verwaltungschef ist offensichtlich überzeugt: „Das ist eine Riesensache für die Gemeinde“, betonte Stephan Rotering. Er hätte sich zwar in das Thema „reingoogeln“ müssen wegen der englischen Begriffe, sehe aber die großen Potenziale der echten Glasfasertechnik, zum Beispiel für die Werterhaltung der Immobilien. Rotering will diese Verbesserung der Infrastruktur als Standortfaktor forcieren. 

Die Nachfragebündelung nahmen Baudrexl und Schütte anschließend auf. Beide unterstrichen teils sehr emotional die Vorteile des Glasfaseranschlusses direkt ins Haus. „Das, was die Telekom gerade aufbaut und als Glasfaser verkauft, ist etwas anderes“, wetterte der GSW-Geschäftsführer gegen den Wettbewerber. „Die nutzen doch auf der entscheidenden letzten Meile ihr uraltes Kupferkabel.“ Glasfaser sei die einzige zukunftsfähige Technologie. Überhaupt werde der Magenta-Riese immer dann aktiv, wenn ein Mitbewerber vor Ort antritt. 

Bei geringem Interesse keine Verlängerung der Nachfragebündelung

Natürlich müsse sich die Investition auf lange Sicht amortisieren, sagte Baudrexl. „Aber unsere Rendite liegt nicht bei 20 Prozent, die private Investoren ansetzen. Wir sind ja auch der Weiterentwicklung der Kommunen als Anteilseigner verpflichtet.“ Grundversorgung solle in öffentlicher Hand bleiben, frei zugängliche Internetversorgung sei ein Beispiel für Daseinsvorsorge. Draufzahlen solle der Bürger nicht, deswegen die Nachfragebündelung, die eine Wirtschaftlichkeit bestätigt.

„Wenn wir zwischen 35 und 40 Prozent an Vorverträgen liegen, werden wir eventuell Gebiete mit geringer Nachfrage herausnehmen aus dem Ausbau“, unterstrich Schütte, der ankündigte, wenn bis zum 30. April das Interesse unter zwölf Prozent der Haushalte liege, werde es keine Verlängerung dieser Nachfragebündelung geben. 

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