Schlaglöcher werden mit Kaltasphalt ausgebessert

Schäden von Eis und Schnee: Reparaturteams gehen gegen Schlaglöcher vor

Asphaltarbeiten an der Zechenstraße: Heiko Goldhahn und Thomas Margraf vom Bönener Bauhof beseitigen Schlaglöcher.
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Asphaltarbeiten an der Zechenstraße: Heiko Goldhahn und Thomas Margraf vom Bönener Bauhof beseitigen Schlaglöcher.

Die letzten Schneereste sind mit dank der frühlingshaften Temperaturen in den letzten Tagen verschwunden. So kommt zum Vorschein, was Schnee und Frost in den vergangenen Wochen angerichtet haben: aufgebrochener Asphalt, größer werdende Schlaglöcher in den Straßen.

Bönen – Die Ausbesserungsarbeiten sind bereits in den ersten Tagen des Tauwetters angelaufen, zum Beispiel an der Zechenstraße. Thomas Margraf trocknet dort ein Loch mit dem Brenner. Kollege Heiko Goldhahn sprüht anschließend Grundierung rein. Danach schaufelt er Kaltasphalt – Teer mit der Korngröße zwei bis vier Zentimeter – in die Vertiefung, leicht gehäuft. Margraf erhitzt mit dem Brenner, der Teer schmilzt zu einer homogenen Oberfläche. „Wenn es etwas abgekühlt ist, kommt Split darauf, der händisch verdichtet wird“, sagt er, „das weitere Einarbeiten in den Untergrund erledigt der Verkehr.“

Es müssen nicht immer die offensichtlichen Schäden, die Krater im Asphalt sein. „Hier. Diese Risse werden noch zu Löchern“, zeigt Thomas Margraf auf eine Stelle. Es sei noch nicht abzusehen, wieviel noch aufbricht, wenn Straßen und Untergrund komplett getrocknet sind.

Schlaglöcher müssen gestopft werden - auch wenn bald gebaut wird

Vor allem der östliche Teil der Bahnhofstraße hielt die beiden Zweimann-Reparaturbrigaden des Bönener Bauhofs in den ersten Tagen nach dem Schnee auf Trab. Margraf rechnet damit, dass dort noch mehr Arbeit ansteht.

Die Verkehrssicherungspflicht verlangt die sofortige Beseitigung gravierender Schlaglöcher in der Fahrbahndecke – auch wenn die Hauptverkehrsader demnächst komplett neu gemacht wird. Unterstützt wird der Bönener Bauhof wegen der Schadensmenge durch die Firma Blankenhagen.

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Diese Arbeiten mit Kaltasphalt sind die Regel, um Winterschäden zu beseitigen. „Wir arbeiten die Winterschäden mit zwei Kolonnen des Bauhofs ab, nutzen auch diesen Kaltasphalt“, sagt Jürgen Busch, Leiter des Tiefbauamtes des Kreises. Die Haltbarkeit dieser Art Löcher zu stopfen hänge von der Witterung zum Zeitpunkt der Reparatur ab. Bei Normbedingungen halte der Flicken recht lange. „Temporäre und örtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen setzt der Bauhof bei Bedarf auch.“

Heißasphalt ist erheblich teurer

Bei größeren Flicken werde auch mal Heißasphalt eingekauft. „Aufwendige Arbeiten erledigen wir im Rahmen der Winterschadenbeseitigung eher selten, der Aufwand muss sich lohnen“, erklärt Busch, angesprochen auf das Ausfräsen der Schadstellen, neu verfüllen und verbinden an den alten Belag. „Wir geben für den Kaltasphalt circa 20 000 Euro aus“, rechnet er vor, „für einen einzigen Flicken wie bei der letzten Sanierung der K43n in Bönen mussten wir 100 000 Euro zahlen.“

Eine Priorisierung gebe es im Kreis nicht. „Wir haben ja nur klassifizierte Straßen, also Hauptstraßen, die gemacht werden müssen“, sagt der Amtsleiter. Mit einem Zeitaufwand von 14 Tagen rechnet er für das Stopfen der Löcher. „Für das Versiegeln wird es aber einen Nachlauf geben.“

Die Sanierung würde so flott ablaufen wegen des Straßenbauprogramms von 2018, das noch bis 2023 läuft. „Wir sind auf einem guten Weg, den Anteil von schlechten Strecken von 50 Prozent auf 20 bis 30 Prozent zu senken“, so Busch. Bei einer Schadensquote von 50 Prozent laufe man ständig hinterher. Ein Vorteil der Unnaer Behörde: Die Kreisstraßen werden das Jahr über wöchentlich kontrolliert.

Noch bis vor einigen Tagen bedeckten Schnee und Eis die Straßen, was für einige Schäden gesorgt hat.

Straßen werden auf Schäden kontrolliert

Auf Streckenkontrolle setzen auch die Kommunen verstärkt. Nach dem Wegtauen des Schnees führte der Bönener Bauhof „Sonderbegungen und -befahrungen durch“, erklärt Dipl.-Ing. Stephan Stein von der Gemeinde. „Der erste Eindruck lässt auf sehr umfangreiche Beschädigungen aufgrund der zwar kurzen, aber temperaturtechnisch sehr knackigen, Frostperiode schließen“, erklärt der Fachmann. Nachhaltigere Instandsetzungsmethoden, wie zum Beispiel Anwendung von Asphalt im Heißeinbau oder Risssanierungen würden sich anschließen. Der Straßenkörper sei dafür zum Teil noch zu stark ausgekühlt.

Dem Verdacht, dass die Räumung durch Schneeschieber den Zustand schon angeschlagener Straßen verschlechtert habe, widersprechen übrigens die Experten. Das Gewicht des Fahrzeuges, nicht der Einsatz einer Schaufel sei ausschlaggebend, und beladene Lkw würden häufig das Doppelte eines Räumfahrzeuges wiegen. „Wenn es Schäden gibt, dann umgefahrene Leitpfosten“, weiß Jürgen Busch vom Kreis.

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