Thomas Semmelmann düpiert Ortsverein

Bönens neuer SPD-Chef hatte den alten Rünther Genossen nichts mehr zu sagen

„Bönen in Bewegung bringen“ war Thomas Semmelmanns Slogan zur Wahl. Um hier nun SPD-Chef zu werden, hat er sich wortlos von den Bergkamener Parteifreunden weg bewegt.
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„Bönen in Bewegung bringen“ war Thomas Semmelmanns Slogan zur Wahl. Um hier nun SPD-Chef zu werden, hat er sich wortlos von den Bergkamener Parteifreunden weg bewegt.

Mit seiner Wahl zum SPD-Vorsitzenden in hat Thomas Semmelmann die alten Parteifreunde mehr überrascht als die hiesige Politik. Sein Ortsverein Rünthe wusste von nichts.

Bönen – Mit Befremden haben die Parteifreunde in der „alten Heimat“ zur Kenntnis genommen, dass sich Thomas Semmelmann um den Vorsitz des SPD-Ortsverbandes Bönen offenbar vor einiger Zeit beworben hat und am Montag von den Delegierten gewählt worden ist. Den Genossen in seinem alten Ortsverein Bergkamen-Rünthe hat er von seinen Absichten jedenfalls nichts gesagt, wie die Vorsitzende Monika Wernau der Redaktion berichtete.

Zur Vorstandssitzung nicht erschienen

„Wir hatten am Dienstag noch Vorstandssitzung, aber da ist Thomas Semmelmann nicht erschienen, obwohl er stellvertretender Vorsitzender im Ortsverein ist.“ Die feine Art sei das nicht gerade, sagte Wernau, wenn auch mit anderen Worten. Und: „Ich habe von der SPD-Servicezentrale in Dortmund auch noch keine Mitteilung über eine Ummeldung.“

Ortsvereinswechsel in letzter Minute

Der Ortsvereinswechsel ist formale Voraussetzung dafür, in ein Vorstandsamt gewählt zu werden. Die Mitglieder oder deren Delegierte können nur jemanden wählen, der zur eigenen Mitgliederschar gehört. Darauf hatte Semmelmann bei der Bekanntgabe seiner Wahl auf Nachfrage verwiesen und mitgeteilt, dass er sich umgemeldet habe. Erst unmittelbar vor der Wahl, wie er nun ergänzte. Anderenfalls wäre die ungültig. Bei der Versammlung waren Beobachter unerwünscht, der WA entgegen den demokratischen Selbstverständlichkeiten nicht eingeladen.

„Man sollte wenigstens darüber reden“

Wernau zeigte sich offen dafür, dass jemand „aus unserem Ortsverein sein politisches Betätigungsfeld woanders sieht. Das ist okay, aber man sollte doch wenigstens darüber reden.“ Sie sehe nicht, was dem unter den Rünther Genossen im Wege stehe. Nur habe sich der 60-Jährige zuletzt rar gemacht, auf Einladungen teils gar nicht mehr reagiert. So wie zu der Sitzung, zu deren Zeitpunkt er schon 24 Stunden Parteichef in Bönen war.

Semmelmann: Wegen Corona kein Kontakt

Auf das Befremden der alten Parteifreunde über sein Verhalten angesprochen, verwies der Neue an der Spitze der SPD Bönen auf Corona: „Es gab ja keine große Gelegenheit, sich zu treffen. Da herrschte lange Funkstille“, so Thomas Semmelmann am Mobiltelefon.

In Bergkamen keine Bühne in Sicht

Über Gründe mag Monika Wernau nicht spekulieren. Sie bewertet einzig den persönlichen Umgang Semmelmanns mit seinen Wechsel-ambitionen als merkwürdig. Politisch ist es so, dass der Rünther mit der vergeblichen Kandidatur zugleich seine Wiederwahl in den Bergkamener Rat ausgeschlossen hat. Exponierte Parteiämter sind dort nicht in Sicht.

Dem Verwaltungsfachmann und im April abgelösten Vorsitzenden des ADFC-NRW werden Ambitionen auf höhere Weihen nachgesagt, in Bergkamen zuletzt vor der Kür des SPD-Bürgermeisterkandidaten. Das wurde bekanntlich Bernd Schäfer, heutiger Amtsinhaber. Beobachter sehen auch darin ein Motiv, dass Semmelmann in Bönen für den Chefsessel im Rathaus kandidierte.

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