Aussage gegen Aussage

Riskantes Bremsmanöver? Streit zwischen Security-Mitarbeitern in Bönen vor Gericht

Verfolgungsjagd auf Autobahn.
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Der Angeklagte soll seinen Kollegen ausgebremst haben.

Ein Streit zwischen zwei Security-Mitarbeitern eskalierte im Dezember 2020. Vor Gericht präsentierten die beiden Streithähne nun ihre jeweils eigene Version der Geschichte.

Unna/Bönen – Sie waren so etwas wie Kollegen und sie mochten sich nicht. Ende 2020 eskalierte der Streit zwischen zwei Security-Männern in Bönen und endete mit dem Vorwurf des einen, der andere habe ihn auf der Straße in eine riskante Situation gebracht. Vor Gericht beteuerte der nun aber seine Unschuld. Es gab zwei Versionen – und kein Urteil.

Der Angeklagte, ein 37-Jähriger aus Hamm, und der Kontrahent, ein 50-jähriger Dortmunder, waren zum Objektschutz an der Edison-Straße eingesetzt. Die Aversion auf beiden Seiten setzte offenbar schnell ein und gipfelte in dem Vorwurf des Älteren. Demnach sollte sich am Abend des 22. Dezember auf der Edison-Straße ein regelrechter Showdown ereignet haben.

Zwei Versionen der Geschichte

Der Dortmunder zeigte den Hammer später an und behauptete, dieser sei hinter ihm hergefahren, habe ihn dann überholt und so ausgebremst, dass er auf die Gegenfahrbahn habe ausweichen müssen. Und dort sei er dann auch nicht mehr weggekommen, weil ihn der Gegner nicht mehr auf die richtige Spur gelassen habe. Er habe schließlich bis zum Stillstand abbremsen und wenden müssen, um sich der Situation zu entziehen.

Das wollte der Hammer so nicht auf sich sitzen lassen. Im Prozess vor dem Amtsgericht Unna, wo ihm Nötigung zur Last gelegt wurde, lieferte er über seinen Verteidiger eine andere Version. Demnach begegneten sich die Männer an dem Tag beim Schichtwechsel. Der Hammer sei gekommen, der Dortmunder gefahren.

Letzterer sei dann aber einige Meter weiter stehengeblieben, habe gehupt und der Angeklagte sei daraufhin davon ausgegangen, dass er ihm etwas zeigen wolle – zum Beispiel einen beschädigten Zaun. Sie hätten sich dann gegenseitig überholt und der Dortmunder habe den Hammer letztlich ausgebremst, ihn angegrinst und ihm den Mittelfinger präsentiert. Dann sei er verschwunden.

Im Anschluss wurde der Gegner gehört. Der Dortmunder bestätigte seinen Vorwurf. Und damit hatte das Gericht zwei Variationen zu einem Thema. Der Anklagevertreter erklärte schließlich, vieles spreche dafür, dass der Angeklagte die Tat begangen habe, weil er „einen Brass“ auf den Anderen gehabt habe. Gleichzeitig könne er eine Provokation durch den Kontrahenten aber auch nicht ausschließen. Auf seine Anregung hin wurde das Verfahren ohne Auflagen eingestellt.

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