Auf der Rhynerner Straße ist wieder durchgängig Tempo 70

BÖNEN ▪ Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Bönen haben jetzt selbst Hand angelegt und dem Tempo-Wirrwarr auf der Rhynerner Straße von Bönen in Richtung Hamm ein Ende gesetzt. Seit einigen Tagen sind auf der Strecke von Bönen bis kurz vor die Kreuzung mit der B63 in Rhynern wieder durchgängig 70 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit erlaubt.

Zwischenzeitlich hatte die Beschilderung des östlichen Abschnitts der Landesstraße 667 die Autofahrer allerdings auf eine harte Probe gestellt. Die gesamte Strecke zwischen der Einmündung der Bahnhofstraße und der Kreuzung Hellweg/Gobel-von-Drechen-Straße in Freiske war im Herbst im Zuge des Anschlusses der neuen Kreisstraße (K35n) an die Rhynerner Straße neu ausgeschildert worden. Und dabei waren plötzlich zwei Abschnitte als Tempo-50-Zonen ausgewiesen worden.

Diese Geschwindigkeitbeschränkungen hatte Harald Meibert, der bei der Kreisverwaltung in Unna für die Verkehrssicherung zuständig ist, wenige Tage vor der jetzt erfolgten „Rolle rückwärts“ noch wie folgt begründet: Vor dem neuen Kreisverkehr an der Einmündung der K35n sei der sogenannte Tempotrichter eingerichtet worden, damit niemand zu schnell in den Kreisel hineinfahre. In dem anderen Tempo-50-Bereich sei die zulässige Höchstgeschwindigkeit wahrscheinlich von Straßen.NRW wegen der Fahrbahnschäden reduziert worden. Der Landesbetrieb als Baulastträger wolle sich damit in der Regel aus Haftpflichtgründen absichern. Es können ja sein, dass Kraftfahrzeuge dort bei höherer Geschwindigkeit auf dem nur provisorisch geflickten Abschnitt der L667 durch einen Schlag beschädigt werden und die Fahrer dann Regressansprüche stellen. „Da hat der Kreis wohl etwas nicht richtig verstanden“, meinte Thomas Bruns. Der stellvertretende Leiter der Straßenmeisterei in Bönen, die als Außenstelle des Landesbetriebs Straßen.NRW auch für die L 667 zuständig ist, ließ die Ausschilderung in beiden Bereichen in der vergangenen Woche wieder auf 70 Kilometer pro Stunde. „Das war ein Missverständnis zwischen der Straßenmeisterei und uns“, erklärte Harald Meibert. Bei der zweiten Geschwindigkeitsreduzierung im Bereich des schlechten Straßenstücks habe wohl die mit der Beschilderung beauftragte Firma einen Fehler gemacht. Die Tage dieser „Marterstrecke“ auf der L 667 sind möglicherweise auch gezählt. Die dringend notwendig Sanierung der Fahrbahn taucht zwar nicht in der aktuellen Prioritätenliste des Landesstraßenbauamtes für Maßnahmen in diesem Jahr auf – „weil wir noch viel schlechtere Straßen haben“, wie es Frank Hoffmann von der Planungsstelle der Behörde formulierte – doch gibt es trotzdem einen Hoffnungsschimmer. „Wir haben dieses Teilstück östlich von Bönen auch ausgespart, weil wir diese Maßnahme möglichst zusammen mit den geplanten Änderungen im Bereich der Einmündung der L 667 in die B63 durchführen wollen“, sagte Frank Hoffmann mit Blick auf die entsprechenden Pläne der Stadt Hamm.

Die Finanzierung ist noch nicht gesichert

Bekanntlich will das Unternehmen Finke aus Paderborn nahe der Autobahnanschlussstelle in Rhynern einen riesiges Möbelzentrum mit drei Verkaufshäusern und einer entsprechenden Anzahl an Parkplätzen errichten, die an die Landesstraße angeschlossen werden sollen.

Zur Zeit deutet einiges darauf hin, dass der neue Konsumtempel schon Ende dieses Jahres eröffnet werden kann. Bis dahin müsste die Landesstraße in diesem Bereich wegen der notwendigen Parkplatzzufahrten neu gestaltet werden. Das könnte bedeuten, dass der sanierungsbedürftige Abschnitt der L 667 in Bönen mit erneuert wird. „Allerdings ist noch längst nicht sicher, ob dafür dann auch genügend Finanzmittel zur Verfügung stehen“, setzte Hoffmann von Straßen.NRW vorsichtshalber ein dickes Fragezeichen hinter dieses Vorhaben. ▪ li

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