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Rektor Günther Dieckmann geht in den Ruhestand

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Von: Karl Löbbe

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Günther Dieckmann geht in den Ruhestand.
Günther Dieckmann geht in den Ruhestand. © Löbbe

Bönen - In wenigen Tagen wird seine Schule geschlossen. Die Ermelingschule als Lern- und Bildungshort wird dann der Vergangenheit angehören. Die letzte vierte Klasse wird in die Hellweg-Schule umziehen. Zugleich verlässt auch Schulleiter Günther Dieckmann die Kommandobrücke seines bewährten Schulschiffes, das in den rauen Stürmen finanzpolitischer Notwendigkeiten seine Segel streichen muss.

Dass damit ein Stück Herzensangelegenheit in seiner Lebensgeschichte untergehe, stehe außer Frage, sagt Dieckmann und in seiner Stimme schwingt viel innere Bewegung. Fast zwanzig Jahre in seiner Funktion als Chef dieser Grundschule auf dem Lande, die 175 Jahre die südliche Region der Gemeinde als anerkannte Institution geprägt habe, seien nicht einfach wegzuwischen.

Geboren und aufgewachsen in einfachen familiären Verhältnissen ist Günther Dieckmann in Holzwickede. Nach Abitur und Studium in Bochum und Dortmund verdiente er sich seine ersten Sporen als Lehrer an der Jahnschule in Kamen-Methler. 1975 wechselte er zur Falkschule nach Unna, deren Konrektor er von 1989 bis 1996 war. Im gleichen Jahr noch trat er seine Rektorenstelle an der Ermelingschule in Bönen an. Die Intensität seines Engagements lässt sich auch daran ermessen, dass er über das Aufgabenfeld an seiner eigenen Schule hinaus die Verantwortung als kommissarischer Leiter sowohl 2008 bis 2009 an der Astrid-Lindgren-Schule in Kamen-Heeren als auch später von 2013 bis 2014 an der Osterfeldschule in Unna Mühlhausen übernommen hatte.

Schon als Schüler vom Lehrerberuf fasziniert, habe er bald nach dem Studium für das Höhere Lehramt entdeckt, dass er seine eigentliche Berufung nur im Grundschulbereich finden könne, erzählt Dieckmann. „Den Grundstein bei den Kleinen“ zu legen und „mit dem Herzen dabei zu sein“ sei ihm das wichtigste Anliegen geworden. Denn gerade bei ihnen und eigentlich schon im ganz frühen Kindesalter sei die Basis zu legen für eine optimale grundlegende zukunftsträchtige Entwicklung.

Es schmerze ihn außerordentlich, seinen beginnenden Ruhestand mit dem Schlussstrich unter seine eigene Schule beginnen zu müssen. Andererseits sehe er realistisch die akute wirtschaftliche Situation der Gemeinde und die damit verbundenen Sachzwänge aufgrund der schwerwiegenden finanziellen Schwierigkeiten, die leider solche Grenzen setzten..

Er habe immer mit großer Freude seine Arbeit an dieser Schule im „behüteten Raum“ geleistet. Es tue ihm leid für die Kinder und deren Familien und auch für alle Bürger von Bramey-Lenningsen und Flierich, die nun einen liebenswerten und „heimeligen“ Ort kompetenter pädagogischer Praxis und gelebten Miteinanders aufgeben müssten. Wenn er jetzt seinen Arbeitsplatz verlasse, dann in dem Bewusstsein großer Dankbarkeit für vielseitige Unterstützung durch die Schulgemeinde, durch Kollegen, den Förderverein und die Elternschaft, eingebettet in sachorientiertes Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger der südlichen Vororte. Das werde unvergessen bleiben.

Natürlich freue er sich auf eine neue Zeit mit seiner Familie, vor allem mit seinen beiden Enkelkindern. Und auch die Kontinuität bleibe erhalten: Die älteste Tochter trete nach den Sommerferien eine Stelle als Rektorin einer Grundschule in Dortmund an.

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