Die Rechnung für den Hund: Das zahlen Hundehalter in Bönen

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Wer gleich zwei oder drei Hunde hält, der muss für die Hundesteuer ganz schön tief in die Tasche greifen – egal wie klein die Rasse ist.

Bönen - Hunde sind so beliebt wie nie. Auch in Bönen sind aktuell 1469 Hunde angemeldet. Wer sich für das Zusammenleben mit einem oder mehreren Vierbeinern entscheidet, muss dafür allerdings Steuern zahlen.

Nee, wie süß! Der ist aber niedlich! Hundebesitzer kennen das – und wissen natürlich, dass in der Regel nicht sie selbst, sondern ihr vierbeiniger Begleiter an der Leine gemeint ist. 

Und für so einen entzückenden Gefährten ist Frauchen oder Herrchen auch gerne bereit, für die anfallenden Kosten aufzukommen, die so anfallen: Futter, Spielzeug, Tierarztkosten – und, ja – nicht zu vergessen: die Hundesteuer, die einmal im Jahr fällig wird. In Bönen sind das 96 Euro. 

An der Hundesteuer kommt (fast) kein Hundehalter vorbei, egal, wo in Deutschland er mit seinem Fiffi wohnt. Der Wohnort ist aber nicht egal, wenn es um die Höhe der Steuer geht. Die setzen die Kommunen jeweils selbst fest. 

Bönen im oberen Drittel

Bönen bewegt sich dabei NRW-weit im oberen Drittel mit 96 Euro für einen Hund pro Jahr. Festgelegt wurde die Hundesteuersatzung zuletzt 2015. Ein Blick in die Nachbarkommunen im Kreis Unna zeigt, dass die Gebühren nicht allzuweit auseinander liegen. 

1469 Hunde sind in Bönen derzeit steuerpflichtig angemeldet.  Darunter befinden sich vier sogenannte Kampfhunde. Welches die beliebtesten Rassen in der Gemeinde sind, für die die häufigsten Anmeldungen vorliegen, darüber führt die Verwaltung nach eigener Aussage jedoch nicht Buch. 

Die Hundesteuer berechnet sich als Jahressteuer pro gehaltenem Hund. Sie wird in der Kommune erhoben und gilt als direkte Steuer. Die kommunale Hundesteuer-Satzung beruht auf dem Kommunalabgabengesetz von NRW. Es gibt sogar einige wenige Gemeinden in Deutschland, die keine Hundesteuer erheben – zum Beispiel Eschborn. 

Jede Gemeinde hat jedoch das Recht die Hundesteuer zu erheben – und die meisten nutzen dies als Einnahmequelle zur allgemeinen Deckung des Finanzbedarfs im kommunalen Haushalt. Für was die Hundesteuer genutzt wird, das legt die Gemeinde selbst fest. Ob nun Straßen ausgebessert, neue Verkehrsschilder aufgestellt oder Löcher in der Haushaltskasse gestopft werden – alles ist zulässig. 

Hunde müssen in Bönen an die Leine

Die Hundesteuer ist jedoch nicht dazu gedacht, eine Hundewiese anzulegen oder die Kosten für die Beseitigung der Hinterlassenschaften der Tiere zu decken. Das denken jedoch viele Hundebesitzer. Für den zweiten und dritten Hund gibt es nicht etwa „Mengenrabatt“, vielmehr erhöht sich die Steuer pro Tier. 

Ursprünglich hatte diese Steuer eine regulierende Funktion, um die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet einzudämmen. Denn wo viele Hunde gehalten werden, da machen sie auch entsprechend häufig ihr Häufchen auf dem Gehweg oder der Wiese – nicht immer zur Freude anderer Passanten. Und nicht jeder Halter ist beim Gassi gehen mit einem Kotbeutel bewaffnet, um die „Tretminen“ zu entfernen. 

Die Gemeinde Bönen unterhält zwar an verschiedenen Stellen Spender für Hundekotbeutel, auch das hält manche Hundebesitzer nicht davon ab, ihren Vierbeiner auch ohne Leine zum „Geschäft“ loszuschicken. Wo die Häufchen dann landen, wer weiß – der Besitzer ist jedenfalls außer Sichtweite. Dabei könnte es teuer werden, sowohl wegen der Hundehaufen, als auch, weil in Bönen innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile Hunde generell an der Leine geführt werden müssen. 

Katzensteuer denkbar?

Eine Ausnahme gilt nur für den speziell ausgewiesenen Hundeauslaufbereich an der Poststraße. Ansonsten besteht Leinenpflicht und Hundehalter müssen sicherstellen, dass der Hund andere Personen nicht durch Anspringen, Nachlaufen oder Beschnuppern belästigt oder Ordnung und Sicherheit gefährdet, wenn er auf die Straße läuft. Wer sich an die Regeln nicht hält, der muss mit Geldstrafen rechnen. 

Bleibt die Frage, warum eigentlich Hunde Steuern zahlen müssen, andere Haustiere wie Katzen oder Pferde aber nicht. Dieser Frage gehen neuerdings wieder Hundefreunde nach, die Petitionen einreichen wollen, um deutschlandweit eine Abschaffung der Hundesteuer durchzusetzen. 

Seit ihrer Einführung 1810 gibt es eine Hundesteuer, die eine willkommene Einnahmequelle für die Kommunen bedeutet, auf die sie kaum freiwillig verzichten werden. Wäre umgekehrt eine Katzensteuer künftig denkbar? „Diese Frage hat sich hier bisher nicht gestellt“, so eine Sprecherin der Gemeinde.

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