Radsportler verschrecken Fußgänger auf Alleenradweg in Lenningsen

Genügend Platz ist auf dem Alleenradweg, damit ihn Fußgänger und Radfahrer gemäß der Ausschilderung mit gegenseitiger Rücksicht gleichberechtigt nutzen können - Foto Lindemann

Bönen - Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich offenbar. Mit der Asphaltierung der ehemaligen Bahntrasse Königsborn-Welver ist der Weg für Fußgänger gefährlicher geworden. Die Klagen über rasende und rücksichtslose Radfahrer häufen sich.

Die blaue Ausschilderung, die Spaziergängern, Wanderern und Bikern die gleichen Nutzungsrechte auf dem Weg geben, scheint bei einigen radelnden Zeitgenossen keine Wirkung zu haben. Vor allem Radrennfahrer sorgen vermehrt für Probleme, seitdem sie den Weg als Traingsstrecke nutzen. Nun will sich Ortsvorsteherin Claudia Gebhard dafür einsetzen, dass der Weg möglicherweise durch bauliche Maßnahmen entschleunigt wird.

Petra Tuchel aus Lenningsen glaubte ihren Ohren nicht zu trauen, als sie sich telefonisch bei der Kreisverwaltung über rücksichtslose Rennrad-Fahrer auf dem Abschnitt zwischen der Fröndenberger Straße und der Dorfstraße in Bramey beschwerte. Der Weg sei ja vor allem für den Radtourismus ausgebaut worden.

Die hätten deshalb auch Vorrang, ließ sie Bauamtsleiter Busch wissen. „Dann hat er noch gesagt, ich könne ja ein Seil aufspannen oder ein Transparent aufhängen mit der Aufforderung, Rücksicht zu nehmen“, ärgerte sich die Lenningserin über die flapsigen Antworten.

Schließlich hätten sie und ihr Mann, obwohl sie mit ihren Hunden hintereinander hergegangen seien, auf den Schotterstreifen springen müssen, um einer Gruppe von Radrennfahrern auszuweichen. „Und von denen bekam ich dann noch zu hören, dass das Spaziergehen mit Hunden auf dem Weg verboten werden sollte“, ärgert sie sich. Wenige Tage zuvor sei sie von Radrennfahrern geschnitten worden

Bauamtsleiter Jürgen Busch fühlt sich von Petra Tuchel allerdings falsch verstanden. Er betonte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die inzwischen komplett ausgebaute Verbindung von Unna-Königsborn über Bönen und Hamm nach Welver nun zwar Teil des Alleen-Radweges in NRW ist, aber natürlich seien Radfahrer und Fußgänger dort nach wie vor gleich berechtigt. Dabei gelte der Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Allerdings, so betonte Busch, sei der Weg nicht ausgebaut und asphaltiert worden, damit ihn nun Radrennfahrer als sportliche Trainingsstrecke missbrauchen. Genau da setzt aber die Kritik von Petra Tuxchel an. Viele Radfahrer würden ja auch vernünftig fahren und auf die Fußgänger Rücksicht nehmen; das gelte aber nicht für die Radrennfahrer. „Die rasen mit dem Kopf nach unten über die Trasse und sehen die Fußgänger erst, wenn es zu spät ist. „Wenn sie uns wenigstens mit einem Klingelzeichen oder einen Zuruf vorwarnen würden. Aber das passiert ja nicht“ so Petra Tuchel.

Sie schlägt vor, wie auf dem Radwege-Übergang am Zechengelände, versetzte Umlaufsperren aufzustellen, damit die Radfahrer ausgebremts werden. Das sei vor allem auch an den Übergängen der Fröndenberger Straße notwendig. „Da sind tagsüber zwar relativ wenig Autos unterwegs, aber morgens zwischen sechs und acht Uhr und nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr herrscht doch ziemlich starker Verkehr, wenn die Leute zur Arbeit fahren oder zurückkommen“, erläutert Tuchel.

Ortsvorsteherin Gebhard, zugleich auch Ratsmitglied und Kreistagsabgeordnete, hat die Kreisverwaltung inzwischen um eine entsprechend Prüfung gebeten, nachdem sich Petra Tuchel offiziell bei ihr beschwert hat. Dass es vermehrt Klagen über die Raserei auf dem Radweg gibt, bestätigt Gebhard. Sogar ein Kind soll dort schon angefahren worden sein.

Bauamtsleiter Jürgen Busch will die Problematik bei den Radwege-Experten des Regionalverbandes Ruhr und bei der Kreispolizeibehörde zur Sprache bringen, um Lösungen zu finden.

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