Prozess scheitert vorerst an fehlenden Zeugen

Bönener wird mit Schlagstock angegriffen nach missglücktem Autokauf

Polizeiwagen mit Blaulicht
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Schwere Körperverletzung mit einem Schlagstock wird dem Angeklagten im Prozess vorgeworfen.

Zorn über einen missglückten Autoverkauf soll einen 21-Jährigen in Bönen dazu getrieben haben, denjenigen, den er dafür verantwortlich machte, zur Rechenschaft zu ziehen – mit Gewalt und mit tatkräftiger Unterstützung. Sein Prozess scheiterte nun an fehlenden Zeugen. Zumindest vorerst.

Unna/Bönen – Der Zwischenfall soll sich am Abend des 22. Juli 2020 in Bönen ereignet haben. Laut Anklage begaben sich der junge Fröndenberger, sein gesondert verfolgter Vater und ein weiterer Mann zu einer Wohnung, in der sich das spätere Opfer aufhielt, um die Sache zu klären. Von Letzterem, der den Verkauf offenbar vermittelte, sollen sie die Erstattung des Kaufpreises in Höhe von 5000 Euro gefordert haben. Als der sich weigerte, so der Vorwurf, griffen sie zu Quarzsandhandschuhen und einem Schlagstock, droschen auf den Betroffenen ein.

Einen Zeugen, der sich ebenfalls in der Wohnung aufhielt und zu Hilfe eilen wollte, hinderten sie laut Anklageschrift daran, indem sie die Tür zuhielten, ihn also einsperrten. Letztlich soll es dem Opfer gelungen sein, sich in Sicherheit zu bringen. Der Mann soll bei dem Angriff Prellungen, eine Schürfwunde und ein Hämatom erlitten haben.

Versuchte räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung sollten dem Fröndenberger nun in einem Verfahren vor dem Jugendschöffengericht in Unna zur Last gelegt werden. Allerdings fand der Prozess, für den immerhin drei Stunden angesetzt waren, ein schnelles Ende.

Der Hauptzeuge, das mutmaßliche Opfer, rief kurz vor dem Termin an und meldete sich krank. Ein Attest wollte er nachreichen. Da er offenbar bereits im Ermittlungsverfahren nicht gerne aussagen wollte und auch Angst erwähnte, stand die Frage im Raum, ob er zu einem Fortsetzungstermin erscheinen würde. In seinem Fall behielt sich das Gericht die polizeiliche Vorführung und ein Ordnungsgeld vor.

Er war nicht der Einzige, der fehlte. Wenig später meldete sich eine weitere Zeugin. Sie gab an, die Verhandlung vergessen zu haben und sich bei der Arbeit zu befinden. Auch stellte sie offenbar die Frage, ob sie überhaupt noch kommen müsse. 150 Euro Ordnungsgeld und die Vorführung zum nächsten Termin dürften eine klare Antwort sein.

Da der Verteidiger ankündigte, dass der Angeklagte schweigen werde, machte es keinen Sinn, zu verhandeln. Demnächst soll es einen neuen Termin geben – unter anderem mit dem einzigen Zeugen, der tatsächlich erschien, dafür weit anreiste und das nicht zum letzten Mal. Denn, Anfang August soll dann auch der Prozess gegen den Vater des 21-Jährigen erfolgen.

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