Vorerst keine Strafanzeige

Protest-Plakate gegen Maskenpflicht und Corona-Tests vor Grundschule in Bönen

Goetheschule Bönen
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Mit Plakaten an der Goetheschule haben Corona-Gegner gegen Masken- und Testpflicht demonstriert.

In einer Nacht- und Nebelaktion haben Unbekannte zahlreiche Plakate am Zaun der Goetheschule angebracht und den Gehweg mit Parolen beschmiert, mit denen sie sich gegen Tests, Maskenpflicht und Impfungen wandten. „So etwas geht gar nicht“, sagt Schulleiterin Annegret Berg.

Bönen - Als Schulleiterin Annegret Berg am Montagmorgen zur Goethegrundschule kam, traute sie ihren Augen nicht. Der Schulzaun war übersät mit Plakaten, der Gehweg mit Parolen voll geschmiert, die fordern „Finger weg von unseren Kindern“ oder „Keine Masken, keine Tests, keine Impfung“.

Berg und ihre Kollegen entfernten die Hinterlassenschaft, die Unbekannte offensichtlich in einer Nacht- und Nebelaktion am Schulzaun angebracht hatten, um ihre Schüler damit nicht zu konfrontieren. Die Gemeinde als Schulträger wird keine Strafanzeige bei der Polizei erstatten, so Robert Eisler von der Bönener Verwaltung. „Wir werden das aber im Auge behalten.“

Schulleiterin: „Wir haben ganz viel Rückhalt von unseren Eltern bekommen.“

„Es geht in den Aussagen offensichtlich gar nicht speziell um die Goetheschule, sie wurde in den Plakaten nie angesprochen“, berichtet Berg. „Die Parolen waren allgemeine Aussagen zur Verweigerung gegenüber Tests.“ Offensichtlich hatten Coronaleugner ihrem Frust mit diffusen Parolen am Schulzaun Luft gemacht.

Mit der Aktion hätten die Täter allerdings den falschen Baum angebellt, sagt die Schulleiterin. Schließlich führe die Schule nur die Vorgaben des Landes aus. Sie habe sofort eine Elterninformation herausgegeben, und darin die gesetzlichen Grundlagen noch einmal erklärt.

„Wir sind nur ausführendes Organ, wir setzen die Vorgaben der Politik so gut wie möglich um.“ Zurzeit gebe es auch noch gar keine Testungen für alle an der Schule, weil Distanzunterricht herrscht.

Schüler sind die Leidtragenden

Sie gehe davon aus, dass es sich bei den Tätern nicht um Eltern der Goetheschule gehandelt habe, betont Annegret Berg. „Im Gegenteil, wir haben ganz viel Rückhalt von unseren Eltern bekommen. Viele Eltern waren geschockt und erbost, dass so etwas passiert, und haben sich von der Aktion distanziert.“

Natürlich gebe es auch Eltern, die Bedenken wegen der Selbsttests in der Schule hätten und Mobbing fürchten, wenn ihr Kind positiv getestet würde. „Wir haben für vieles Verständnis und ein offenes Ohr, aber dafür nicht“, macht Berg klar. „Das ist nicht die richtige Art, damit umzugehen!“

Man könne demonstrieren und diskutieren, das müsse Demokratie aushalten. „Vor einer Schule so etwas aufzuhängen, geht aber auf Kosten der Schüler, die daran vorbeilaufen müssen.“ Zwar herrsche im Moment Distanzunterricht, aber es kämen ja auch noch Kinder zur Notbetreuung, gibt die Rektorin der Goetheschule zu bedenken. Nicht durch ein Teststäbchen, erst durch so eine Aktion würden Kinder traumatisiert. Sie seien die Leidtragenden. kir

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