Profilhersteller Welser mit 850 Beschäftigten in Bönen auf Wachstumskurs

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Blick auf das Werksgelände der Welser Profile Deutschland GmbH im Bönener Gewerbegebiet.

BÖNEN  Neuer Umsatzrekord und eine weiterhin wachsende Belegschaft mit sehr vielen Ausbildungsplätzen. Werner Stöbich der Marketingleiter der Welser GmbH hatte viele sehr gute Nachrichten mitgebracht, als er den Standort Bönen in diesen Tagen besuchte.

Allerdings hatte er auch eine traurige Mitteilung zu machen, denn die langjährige Seniorchefin des Stahlverarbeitungsbetriebes, Waltraud Welser, ist Ende Februar im Alter von 91 Jahren gestorben. 

„Wir haben 2017 erstmals die Marke von 500 Millionen Euro Umsatz in unseren drei Produktionsstandorten am Stammsitz Ybbsitz und Gresten in Österreich sowie in Bönen übertroffen“, freut sich Stöbich über die positive Entwicklung des Herstellers für Spezialprofile. 

Das spiegelt sich auch in den aktuellen Mitarbeiterzahlen am Produktionsstandort in Bönen wider. Nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt rund 7 Millionen Euro in die Betriebserweiterung gesteckt hatte, folgte angesichts der guten Auftragslage auch eine sukzessive Aufstockung des Personals.

Inzwischen beschäftigt Welser schon 850 Mitarbeiter auf der großen Betriebsfläche an der Edisonstraße, wie Werner Stöbich berichtet. Darunter seien rund 70 Auszubildende in technischen Berufen. Welser setze nach wie vor darauf, die Arbeitsplätze mit selbst ausgebildeten Personal zu besetzen, betonte der Manager aus Österreich.

78 Mitarbeiter kommen aus Bönen, 178 aus dem Kreis

Er muss allerdings auch einräumen, dass bisher erst 78 Mitarbeiter aus Bönen und 178 aus dem Kreis Unna kommen. Leiharbeitnehmer würden in Bönen fast gar nicht beschäftigt. Das komme schon eher im großen Werk in Gresten vor. Das liegt knapp neun Kilometer westlich des Stammsitzes in Ybbsitz. 

Dort wurde das Unternehmen an der sogenannten Eisenstraße bereits 1664 als Pfannenschmiede gegründet. „Die alte Schmiede steht immer noch. Von dort erfolgten schon 1890 die ersten Exporte bis ins ferne Japan“, weiß Stöbich zu berichten. Ab 1960 wurde die Produktion von rollverformten Profilen aufgenommen. Damit waren die Weichen für den Erfolg der Unternehmensgruppe Welser Profile gestellt.

Seit 18 Jahren trägt auch der 2000 eröffnete Betrieb an der Edisonstraße zu dem Erfolg bei. Vor allem die Auszubildenden haben in den vergangenen Jahren immer wieder Top-Ergebnisse bei den Prüfungen erzielt. 

Mit Blick auf das aktuell in der Gemeinde diskutierte Problem mit dem ständig wachsenden Schwerlastverkehr betonte Stöbich, dass Welser die Stahlrollen (Coils) für die Verarbeitung zu Spezialprofilen auf dem Schienenweg bekommt. „Erst die fertigen Produkte lassen unsere Auftraggeber, darunter BMW, Hilti und fast alle großen Küchenhersteller dann per Lkw abholen“, so der Welser-Manager. „Die Lkw-Fahrer können auch am Wochenende unseren Parkplatz, die Toiletten und Duschen benutzen“, ergänzt Stöbich.

Maßgeblich zum Aufschwung des Unternehmens beigetragen hat Seniorchefin Waltraud Welser. Die gebürtige Wuppertalerin führte die Liebe nach Niederösterreich. „Ab 1947 wirkte sie mit bewundernswertem Unternehmergeist und kaufmännischem Geschick an der Seite ihres Mannes Josef Welser an der Spitze des Unternehmens“, heißt es in dem Nachruf. Sie galt als eine der beeindruckendsten Unternehmerpersönlichkeiten in Österreich. „Entsprechend groß war landesweit die Anteilnahme nach ihrem Tod am 27. Februar“, berichtet Stöbich.

Inzwischen stehen ihre Enkel Andreas und Thomas als elfte Generation der Welser-Familie an der Spitze des Unternehmens, das zu den bedeutendsten Profilhersteller in Europa zählt. 

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