Zu wenig Platz für Kunstunterricht

Probleme mit Schimmel: Realschule in Bönen hofft auf neuen Kunstpavillon

Kunstunterricht Realschule Bönen Schüler Klassenraum
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Schnipselbilder statt Wasserfarben: Die Klasse 6b ist trotz fehlendem Kunstraum unter Anleitung von Lehrerin Daniela Schöttler kreativ. Im eigenen Klassenraum ist aber zum Beispiel das Malen mit Wasserfarben nicht möglich.

Seit Jahren kann der Kunstraum der Humboldt-Realschule nicht mehr genutzt werden. Kunstunterricht in normalen Klassenzimmern ist aber alles andere als optimal und daher soll es einen Neubau geben. Die Pläne gibt es schon lange – nun soll endlich auch etwas passieren. 

Bönen – In den Händen eines beauftragten Architekten soll demnächst das Atelier Gestalt annehmen, mit dem die Gemeinde Bönen bei der Humboldt-Realschule im Wort steht, seit der Kunstraum im Souterrain nicht mehr genutzt werden kann. Sieben oder acht Jahre ist das nach Schätzung der Schulleiterin her. Solange schon sind die Kunststunden in normale Klassenräume verlegt, weil Feuchtigkeit und Schimmel den Aufenthalt im Fachraum unmöglich machen.

Aber mit der Aussicht auf Zuschüsse hat die Gemeinde dann vor etwa drei Jahren selbst ans Zeichnen gedacht und ließ das Konzept für einen Neubau erstellen. Das Konjunkturpaket und das NRW-Programm „Gute Schule 2020“ bescherten die gut 500 000 Euro, die der Bau mit zwei Unterrichtsräumen, Foyer, Lagern und Sanitäranlagen wohl kosten wird.

Kunstunterricht in normalen Klassenräumen problematisch

Das Vorhaben anstelle des alten, zuletzt von den Naturfreunden genutzten Schulpavillons kam schließlich im März 2019 im Schulausschuss zum Vorschein – und dann nicht mehr. Das soll sich nun ändern. Der Bauantrag auf Basis der Genehmigungspläne aus dem Architekturbüro Rau in Dortmund sei beim Bauamt des Kreises Unna gestellt, teilte der Fachbereichsleiter im hiesigen Rathaus, Robert Eisler, mit.

Da die eigene Abteilung mit einer unbesetzten Architektenstelle nicht über die benötigten Ressourcen verfüge, werde die weitere Umsetzung des Projektes von einem externen Fachmann begleitet. So geschieht es aus demselben Grund nun auch beim Dorfgemeinschaftshaus.

Nur ein Handwaschbecken gibt es im Klassenraum. Für Schüler Simon Olbrich ist das noch ausreichend. Aber wenn auch seine Mitschüler mit Wasserfarben hantieren würden, wäre das Becken viel zu klein.

„In der Praxis ist der Kunstunterricht in normalen Klassenräumen recht problematisch“, machte Rektorin Petra Coerdt deutlich, dass der räumlich ohnehin ausgereizten Humboldt-Realschule der Fachraum im Schulalltag sehr fehle. „Da können wir nur eingeschränkt arbeiten. Schon allein, wenn man mit Farben arbeitet und zum Pinselauswaschen für alle nur das eine kleine Handwaschbecken zur Verfügung steht.“ Es fehle der Platz, die frischen Gemälde ordentlich zu trocken. An Töpfern etwa sei unter diesen Umständen gar nicht zu denken.

Schimmel breitet sich im Gebäude aus

„Wir sind froh, wenn da nun etwas in Bewegung kommt“, sagte Coerdt weiter. „Wir hatten einige Gespräche. Da ist der Bauantrag immer wieder mal angekündigt worden.“ Aber in der Umsetzung verhalte es sich wie mit dem versprochenen Austausch der alten Fenster. „Das ist 2018 in Angriff genommen worden, weil es diesen Fördertopf gab.“ Aber passiert sei seitdem halt nichts.

Schulleiterin Petra Coerdt zeigt den eigentlichen Kunstraum, der seit Jahren nicht benutzbar ist.

„Wir machen uns daher auch Sorgen um unsere Küche“, verwies die Schulleiterin auf dem Umstand, dass die feuchten Räume – der Kunstraum und ein großer Mehrzweckraum, den die HRS ebenfalls gut gebrauchen könnte – seinerzeit gesperrt, aber bisher nicht saniert wurden. „Die Küche liegt ja gleich daneben und Feuchtigkeit und Schimmel breiten sich doch immer weiter aus in einem Gebäude. Es waren nebenan ja Sporen in der Raumluft.“ Wenn da nichts passiere, so die Sorge der Schulleitung, treffe es womöglich bald den Fachraum für die Hauswirtschaftsstunden. Da geht es immerhin um ein Wahlpflichtfach in den Klassen sieben und acht.

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