E-Mobil statt Fahrrad

Post macht den Bereich Borgholz in Altenbögge zum Verbundbezirk

Özcan Öztürk vor E-Mobil der Post
+
Özcan Öztürk fährt den neuen Verbundbezirk Borgholz mit dem E-Mobil an.

Bönen – Manche Anwohner im Gebiet Borgholz II wundern sich. Seit Dienstag kommt ihr Postbote nicht mehr mit dem Fahrrad, sondern mit dem E-Mobil, denn die Post hat hier einen neuen Verbundbezirk eingerichtet. Das sei die Zukunft, weil es ökologischer sei, erklärt die Post die Umstrukturierung.

Bisher gab es fünf Verbundbezirke in den Außenbezirken der Gemeinde, die früher mit einem Bulli bedient wurden, inzwischen mit einem Elektromobil beliefert werden. Hier sind Anfahrten und Abstände der Lieferadressen zu weit, um sie mit dem Rad zu versorgen. Nun ist seit Dienstag – quasi als Pilotprojekt – das Gebiet Borgholz als sechster Bezirk hinzugekommen.

Ob weitere Bezirke in der Ortsmitte auf Verbundbezirke umgestellt werden, stehe noch nicht fest, das hänge im Einzelnen vom Paketaufkommen in den einzelnen Bezirken ab – in diesem Jahr aber sicher nicht mehr, sagt Pressesprecher Rainer Ernzer. „Aber das ist die Zukunft. Es ist einfach ökologisch und ökonomisch sinnvoll, weil alles aus einer Hand kommt.“

Tschüss Fahrrad - hallo E-Mobil!

Bisher brachte ein Zusteller mit dem Rad Briefe und kleinere Zustellungen, anschließend fuhr der Paketdienst noch mal mit dem Lkw durch den Bezirk und stellte die Pakte separat zu. Jetzt fährt nur ein Elektro-Fahrzeug durch die Straßen. „Unser Ziel ist es, so viel wie möglich in die Verbundzustellung zu packen. Ob das alles von den Zahlen her realisierbar ist, das müssen wir prüfen.“

Der stellvertretende Standortleiter Özcan Öztürk hat den Bezirk übernommen und bringt ab sofort Briefe, Postwertsendungen, Päckchen und auch Pakete mit dem gelben Elektrowagen in die Siedlung.

Ist das nicht umständlicher, mit dem Wagen alle paar Meter anzuhalten anstatt mit dem Fahrrad? „Das muss sich alles noch ein bisschen einpendeln, aber grundsätzlich ist das kein Problem“, sagt Öztürk. „Ich halte an einer Stelle an und beliefere von da gleich mehrere Adressen zu Fuß. So bekomme ich seit der Umstellung jedenfalls mehr Bewegung.“ 19 000 Schritte zählte etwa am Mittwoch sein Schrittzähler. „Nur wenn es sich um große schwere Pakete handelt, dann fahre ich die Adresse direkt an.“

Was nicht ins E-Mobil passt, wird nachgeliefert

80 bis 120 Pakete bringt Öztürk in seinem E-Mobil neben Briefen, Postwertsendungen und Päckchen unter – je nach Größe. „Das ändert sich jeden Tag ein bisschen“, so Öztürk. Ein DHL-Lkw kann 200 Pakete laden. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sei das Paketaufkommen konstant sehr hoch, weil sich die Menschen alles nach Hause schicken lassen, bestätigt der neue Bönener Standortleiter Gero Ruhnau. Alles, was Öztürk auf seiner Tour nicht im E-Mobil unterbringt, werde vom Abendzusteller nachgeliefert.

Vom Friseur dauerhaft zum Postzusteller

Bis zum Ende der Woche macht das noch Lukas Filler, der während des Lockdowns nicht in seinem Beruf als Friseur arbeiten konnte. „Er hat seine Sache so gut gemacht, dass wir ihm nun eine Festanstellung angeboten haben“, berichtet Ruhnau. Der hat kurz überlegt, und dann zugesagt. „Ich hatte damit gar nicht gerechnet, aber das ist ja auch eine tolle Chance“, freut sich Filler, der bisher im Salon seiner Familie gearbeitet hat. „Meine Familie unterstützt mich da auch.“ Ab Montag übernimmt Filler nun als Zusteller in Bönen einen eigenen Bezirk.

Dann muss die Stelle des Abendzustellers neu besetzt werden, damit auch bei großem Aufkommen Pakete noch am selben Tag bei ihrem Empfänger ankommen. Die Post sucht noch einen Nachfolger für die Zustellung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare