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Positiver Effekt verpufft schnell: GSW erhöhen die Strompreise

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Von: Jürgen Menke

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Die neuen Stromtarife der GSW gelten ab Oktober.
Die neuen Stromtarife der GSW gelten ab Oktober. © dpa / Sina Schuldt

Ganz Deutschland fragt sich, wie die Mehrkosten für Erdgas gestemmt werden können. Mitten in diese Diskussion platzt die Nachricht, dass auch der Strom teurer wird, jedenfalls für die Kunden der GSW. Die Steigerung sei „unumgänglich“, heißt es beim örtlichen Versorger – und fast schon überfällig.

Bönen/Bergkamen/Kamen – In Sachen Strom konnten die Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen, Bergkamen Mitte Mai noch Positives vermelden. Weil die EEG-Umlage wegfalle, werde der Preis ab dem Juli sinken, hieß es. So kam es dann auch.

13,51 Euro pro Monat

Nun soll’s zum 1. Oktober wieder aufwärts gehen. In einer Beispielrechnung für Kunden in der Grundversorgung und im Tarif „GSW Fashion“ spricht das Unternehmen von einem Plus in Höhe von 18 Prozent. Vorausgesetzt wird ein über Monate gleichmäßig verteilter Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden. Den Angaben nach sind monatliche Mehrkosten von 13,51 Euro (Brutto) zu erwarten. Dieser Wert bewegt sich in etwa auf dem Niveau der jüngsten Entlastung.

Historische Einkaufspreise

Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges seien nicht nur auf dem Gas-, sondern auch auf dem Strommarkt „deutlich spürbar“, heißt es in einer Pressemitteilung der GSW. Die historischen Rekordpreise würden die Verantwortlichen, so wörtlich, „zwingen“ zu handeln. „Wir müssen – auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht – reagieren und unsere Strom-Tarife ändern“, wird GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl in dem Papier zitiert.

„Nicht zu kompensieren“

Abgesehen von der jüngsten Preissenkung infolge des Umlage-Wegfalls handele es sich um die erste Preisanpassung nach zweieinhalb Jahren, heißt es beim Energieversorger. Hintergrund seien die bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 stark angestiegenen Stromhandelspreise sowie die seit Beginn des Krieges nochmals drastisch gestiegenen Preise auf dem Handelsmarkt. „Diese Effekte können wir trotz einer langfristigen Einkaufspolitik nicht mehr kompensieren“, sagt Thomas Gaide, Vertriebsleiter der GSW.

Auch Grundpreis steigt

Zurück zur Beispielrechnung: Für einen Kunden in der Grundversorgung und im Tarif „GSW Fashion“ wird der Arbeitspreis ab Oktober um 5,023 Cent pro Kilowattstunde (Netto) angehoben. Der Grundpreis erhöht sich um 5 Euro pro Monat (Netto). Darin enthalten sind die fixen Kosten für den Stromtransport sowie für den Stromzähler (Betrieb, Wartung, Messung und Abrechnung).

Neu kalkuliert

„Da sich die Kosten so immens verändert haben, muss der Grundpreis neu kalkuliert werden“, so die GSW. Aus diesem Grund werde auch im Tarif „GSW Strom Kompakt“ für Kunden mit Jahresverbräuchen bis 3000 Kilowattstunden ab Oktober ein Grundpreis eingeführt. Bei den Wärmestromprodukten mit getrennter Messung vom übrigen Strombedarf sei eine Anpassung hingegen nicht notwendig.

„Längst nötig gewesen“

Man bedauere, eine Preisanpassung durchführen zu müssen, heißt es bei den GSW. Trotz einer „langfristigen und verantwortungsvollen Einkaufspolitik“ seien die Preise seit Beginn des Ukraine-Krieges noch einmal „exorbitant gestiegen“. Eigentlich sei die Anpassung der Tarife „aufgrund der Situation auf dem schnelllebigen Strom-Handelsmarkt“ bereits zu einem früheren Zeitpunkt erforderlich gewesen, heißt es. Die GSW habe aber zunächst bewusst darauf verzichtet. Erst sollten die Kunden die Entlastung durch den Umlage-Wegfall spüren. Die Freude darüber währt nun allerdings nur kurz.

Brief an Kunden

Die GSW wollen ihre Kunden in einem persönlichen Schreiben über die neuen Strom-Tarife informieren. „Eine Anpassung der monatlichen Abschlagszahlungen ab dem 1. Oktober ist nicht vorgesehen“, heißt es. Sollte sich der individuelle Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahr erhöhen, könne der Abschlag gleichwohl angepasst werden. Die Anzahl der GSW-Stromzähler im Versorgungsgebiet bezifferte das Unternehmen zuletzt auf rund 65.600.

Info: Bei gewünschter Änderung der Abschlagszahlung oder bei Beratungsbedarf können sich Betroffene an die GSW-Kundencenter wenden, telefonisch unter der Rufnummer 02307/978-2222 oder per E-Mail an die Adresse kundenbetreuung@gsw-kamen.de. Der Stromzählerstand zum 30. September lässt sich bei Bedarf über die Internetseite www.gsw-kamen.de oder schriftlich mitteilen.

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