Polizeiaufgebot am MCG: US-Generalkonsulin besucht Bönener Gymnasium

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Die amerikanische Generalkonsulin Fiona Evans (rechts) besuchte gestern das Bönener Gymnasium, um bei einer außergewöhnlichen Geschichtsstunde dabei zu sein. Schülerin Lea John (Mitte) mit einem selbstgebastelten "Fallschirm". 

Bönen - Ein großes Aufgebot an Polizisten sorgt am Donnerstagvormittag für Aufsehen am Bönener Schulzentrum. Der Grund ist hoher Besuch am Marie-Curie-Gymnasium. Die US-amerikanische Generalkonsulin Fiona Evans besuchte die Schüler zu einer ganz besonderen Geschichtsstunde 

Us-Generalkonsulin Fiona Evans nahm am Geschichtsunterricht im MCG teil. Ein Filmteam des WDR begleitete den Besuch.

Ein ungewohnter Anblick bot sich am Donnerstagmorgen auf dem Gelände des Marie-Curie-Gymnasiums: Drei Polizeiwagen waren vor dem Schuleingang postiert. Es handelte sich um Beamte aus den Wachen Bönen und Kamen sowie ein Team Personenschützer. Ihre Aufgabe: Für die Sicherheit des hohen Besuchs zu sorgen, der sich angekündigt hatte.

Die amerikanische Generalkonsulin Fiona Evans reiste extra aus Düsseldorf an, um ein Projekt zu begleiten, das ihr besonders am Herzen liegt. Zur Erinnerung an die Luftbrücke der Westallierten vor genau 70 Jahren, die die Bewohner in der abgeriegelten Stadt Berlin mit Care-Paketen aus der Luft versorgten, verschickten die amerikanischen Botschaften und Konsulate an Schulen im ganzen Bundesgebiet Boxen mit Unterrichtsmaterial. 

Die Schüler der 9. Klasse bastelten aus einem Taschentuch, Bindfaden und einer Tafel Schokolade aus den Carepaketen einen Fallschirm. 

Dem MCG in Bönen wurde als einziger Schule in NRW eine besondere Ehre zuteil: Die Schule lud die Generalkonsulin ein, bei dieser besonderen Geschichtsstunde dabei zu sein und sie sagte tatsächlich zu. 

Um ihre Sicherheit zu garantieren, war zunächst aber ein für die Gemeinde eher ungewöhnliches Sicherheitsaufgebot nötig. Die Polizeibeamten kontrollierten zunächst und sicherten das Schulareal.  

Auf dem Bönener Schulzentrum herrschte am Donnerstagmorgen während des Besuchs der US-Konsulin erhöhte Sicherheitsstufe.

Generalkonsulin Fiona Evans ist keine Unbekannte am MCG. Im vergangenen Jahr besuchten  Schüler des Englisch-Leistungskurses am Bönener Gymnasium bereits mit ihrem Englischlehrer das Generalkonsulat in Düsseldorf. Jetzt erfolgte der Gegenbesuch. 

Fiona Evans war gespannt, wie das Material, das ihre Behörde dem MCG zur Verfügung gestellt hatte, im Unterricht eingesetzt wurde. Michael Heimann führte Schüler der 9. Klasse durch diese besondere Geschichtsstunde über die Berliner Luftbrücke. Sie diente der Versorgung der Stadt Berlin durch Flugzeuge der Westalliierten, nachdem die sowjetische Besatzungsmacht die Land- und Wasserwege  nach West-Berlin vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 durch die Berlin-Blockade gesperrt hatte. Am 30. September 1949 wurde die Luftbrücke offiziell beendet. 

Lea John wirft ihren Fallschirm aus dem Fenster herab zu den wartenden Mitschülern.

Die sogenannten Rosinenbomber warfen über der Stadt Care-Pakete mit Fallschirmen ab, die das Überleben der Berliner während der Blockade sicherten. Neben Lebensmitteln waren auch immer Süßigkeiten wie Schokolade enthalten. 

Die Boxen, die das Generalkonsulat an das MCG geschickt hatte, enthielten nicht nur  Informationsmaterial zur Geschichte, sondern auch eine Tafel Schokolade, ein Taschentuch und Bindfaden, aus dem die Schüler einen Fallschirm bastelten. Denn nach der Theorie folgte die Praxis: Die Schüler warfen ihre  Fallschirme aus dem Fenster. Vor dem Schuleingang warteten schon ihre Kollegen, um die süßen Flieger zu fangen. 

"Eine tolle Sache", fand nicht nur MCG-Schülerin Lea John. "Das bringt einem die Geschichte besonders nahe."

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