Polizei findet Drogen im Bönener Kinderzimmer

Mehrfach stand die Bönenerin vor dem Amtsgericht in Unna.

BÖNEN - Mit dem Taschengeld finanzierte eine junge Bönenerin über Jahre ihre Amphetamin- und Marihuana-Einkäufe. Nach einer Razzia in ihrem Kinderzimmer musste sich die 18-Jährige jetzt wegen Erwerbs von Drogen in 200 Fällen vor dem Amtsgericht in Unna verantworten.

Seit dem Jahr 2012 beschäftigt die Bönenerin die Justiz. Zuletzt stand sie an einem Tag gleich in zwei Verfahren vor dem Unnaer Amtsgericht.

In einem Fall hatten sie und ihre Freundinnen ein Mädchen in einen Park in Unna gelockt, wo es zu einer üblen Abreibung wegen vermeintlicher Lästereien gekommen war.

In dem anderen Prozess ging es um falsche Verdächtigung. Sie hatte zu Unrecht behauptet, ihr Stiefvater habe sie missbraucht. Doch, so reuig sie sich damals präsentierte, so schnell waren alle guten Vorsätze dahin.

Nicht nur, dass sie die auferlegten 100 Sozialstunden ignorierte, vielmehr kaufte sie fleißig weiter Amphetamin und Marihuana in Bönen und Attendorn, bis es im November zu einer Durchsuchung ihres Zimmers in der Wohnung ihrer Mutter kam.

Obgleich sich die Bönenerin ansonsten eher lethargisch zeigte, machte sie bei der Polizei sofort reinen Tisch und räumte 200 Drogenkäufe ein.

Vor Gericht konnte sie weder ihre Taten noch ihre zahllosen Versäumnisse begründen. Auf Fragen reagierte sie mehrfach mit einem „Keine Ahnung.“ Eine Perspektive für ihre Zukunft konnte sie nicht präsentieren.

Selbst die erfahrene Vertreterin der Jugendgerichtshilfe zeigte sich ratlos. Nicht umsonst sprach der Vertreter der Staatsanwaltschaft später von einem demotivalen Syndrom, vom Marihuana-Konsum ausgelöst.

Den Stoff, das gab die junge Frau preis, habe sie entweder mit ihrem Taschengeld bezahlt oder sie und ihre Freunde hätten Geld zusammengeschmissen. Auch beteuerte sie ihr Bedauern: „Es tut mir leid.“ Auf Frage des Richters erklärte sie, dass sie diesmal mit einem Arrest rechne.

Damit traf sie ins Schwarze. Unter Einbeziehung der beiden vorangegangenen Strafen verurteilte sie das Gericht zu vier Wochen Dauerarrest und legte ihr auf, zehn Termine bei der Suchtberatung wahrzunehmen. - sam

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