Planungsausschuss gibt grünes Licht für weitere Verhandlungen mit der Bahn

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Die Schranke, die die Gemeinde Bönen in zwei Hälften teilt, könnte in ein paar Jahren Geschichte sein.

Bönen – Von der „Eintrittskarte“ in den Bahnhofstunnel sprach Bürgermeister Stephan Rotering und im Planungsausschuss saß am Donnerstagabend niemand, der sie nicht lösen wollte: Mit einstimmigem Votum der Politik geht die Gemeinde in die weiteren Verhandlungen mit der Deutschen Bahn.

Ziel ist der Abschluss einer Planungsvereinbarung, die der Rat nach den Sommerferien verabschieden soll. Zudem werden entlang der Schiene weitere Projekte aufgegleist. Wie berichtet, steht die „Vereinigung“ des von der Bahnschranke geteilten Bönen unter einem glücklicheren Stern als in den Jahrzehnten zuvor. 

Mit der Novelle des Eisenbahnkreuzungsgesetzes ist von der Gemeinde eine große finanzielle Bürde abgefallen. Das Drittel Kommunalanteil am Bau des Tunnels für den Kfz-Verkehr haben nun Land und Bahn zu tragen: vier Millionen Euro gespart. Die Bahn will beim aufwändigen Umbau der Strecke mitziehen, hat aber zu viel um die Ohren. 

Deshalb erfordert der „große Schritt in die richtige Richtung“ (Rotering) gleichwohl noch den Griff in die Gemeindekasse: Damit es vorangeht, übernimmt die Gemeinde die Planungskosten von 200 000 Euro in Vorleistung, wie es die Bahn vorschlägt. Die DB will den Stab übernehmen, wenn die Schwelle zum Genehmigungsverfahren erreicht ist. 

Das erfordert die Vereinbarung, nach Erstattung der Auslagen soll Bönens Anteil noch 50 000 Euro betragen. Dazu kommen noch die Umweltverträglichkeitsstudie und weitere Gutachten, deren Volumen Fachbereichsleiter Robert Eisler auf Nachfrage von Klaus Viertmann (Grüne) auf 60 000 bis 75 000 Euro schätzte. 

Mit „Dank“ an den „lieben Stephan“ goutierte SPD-Sprecher Dirk Lampersbach das erfolgreiche Engagement des Bürgermeisters in den Gesprächen mit der Bahn. Er mahnte aber, in den Verhandlungen auch eine Ausstiegsoption im Blick zu behalten – für den Fall, dass die Kosten doch noch durch die Decke gehen. 

Das sei in besagter Vereinbarung zu regeln, so Eisler. Der Planungschef zeigte zudem Zuversicht, dass auch die zweite Option für ein Bönen ohne Schranke noch Früchte trage. Denn Radfahrer und Fußgänger sollen die Schienen gleichfalls irgendwann unterqueren können. Die Planung und Förderung für diesen Tunnel werde über Instrumente des Städtebaus verfolgt. 

Einen weiteren Baustein liefert das Projekt „Wohnen an der Schiene“, das mit einem NRW-Planungszuschuss Bauland, einen barrierefreien Bahnhof samt schmuckem Umfeld bescheren soll.

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