Pläne für Dorfgemeinschaftshaus in Lenningsen stoßen auf großes Interesse

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Rund 150 Besucher informierten sich auf dem Ermelinggelände über die Pläne. Detlev Schlieper (rechts) lud alle ein, sich an der Umsetzung zu beteiligen.

Bönen - Sollte die Anzahl der Besucher auf dem Gelände der Ermelingschule am Freitagabend als positive Abstimmung mit den Füßen gewertete werden, dann dürfte der geplanten Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses nichts im Weg stehen. Über 150 Interessenten waren zur ehemaligen Grundschule in Lenningsen gekommen, um sich über das Vorhaben informieren zu lassen.

Ortsvorsteherin Claudia Gebhard begrüßte neben den zahlreichen Besuchern auch Bürgermeister Stephan Rotering, Vertreter der politischen Parteien in Bönen, Robert Eisler als Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt, Hans Rau vom gleichnamigen Architekturbüro sowie viele Vereinsvertreter: „Es ist schön zu sehen, dass sich viele dazugehörig und aufgefordert fühlen, das Gebäude in anderer Form zu erhalten und es neuem Nutzen zuzuführen“, sagte Claudia Gebhard. 

Bürgermeister Rotering schloss sich dem an. Die Ermelingschule sei lange ein Thema im südlichen Gemeindeteil gewesen. Die Diskussionen unter den Bürgern habe die Verwaltung sehr wohl vernommen. Der Blick müsse nun nach vorn gerichtet werden. Nicht zuletzt die Resonanz auf die Veranstaltung mache den Wunsch nach einem Dorfgemeinschaftshaus überdeutlich. 

Rotering beschrieb den Weg zur Umsetzung des Förderprogramms, das vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW aufgelegt worden ist und Projekte wie das an der Ermelingschule geplante vorantreibt. Dafür gelten allerdings bestimmte Bedingungen. „Daher muss vieles aus der Gemeinschaft kommen. Wir haben die entsprechenden Rädelsführer in der Gemeinde schon angesprochen“, ergänzte der Bürgermeister scherzhaft. Die Initiatoren könnten mit der Unterstützung vonseiten der Politik und Verwaltung rechnen. 

Projekt soll ländlichen Raum stärken

Fachbereichsleiter Robert Eisler betonte den Nutzen des Neubaues für die Dorfgemeinschaft: „Dies bedeutet eine Stärkung des ländlichen Raumes.“ Nach seiner Ansicht besteht eine reelle Chance zur Umsetzung der Förderung unter Beachtung der Rahmenbedingungen. Insgesamt stehen dann 380 000 Euro zur Verfügung. Das Land übernimmt 250 000 Euro, die Gemeinde hat 130 000 Euro zu leisten. Sie wird Eigentümer des Gebäudes. Das heißt auch, dass eine nicht unerhebliche Teilsumme in Gemeinschaftsleistung zu erbringen ist. Bis Ende September muss der Förderantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg vorliegen. Sofern alles klappt, könnte im kommenden Jahr das alte Gebäude abgerissen werden und Platz für den Neubau machen.

Mit Vehemenz und trotzdem nur im Konjunktiv – der Möglichkeitsform – wandte sich Detlev Schlieper vom Arbeitskreis Dorfgemeinschaftshaus an die Versammlung. Neben den bisher vier Aktiven, nämlich Claudia Gebhard, Manuel Sinner, Marcel Werny und Detlev Schlieper, ist jeder eingeladen, mit seinen Fähigkeiten bei dem Projekt in einem Förderverein mitzumachen: „Wir haben eine soziale und kulturelle Verantwortung zu übernehmen.“ 

Verschiedene Nutzungen möglich

Schlieper beschrieb eine Reihe von interessanten Möglichkeiten zur Nutzung des Hauses für die unterschiedlichsten Vereinsaktivitäten. Es soll ein Haus für alle sein, jedoch ohne in Konkurrenz mit den gewachsenen Strukturen in den drei südlichen Dörfern zu treten. Eine kurze Filmvorführung erinnerte an die Geschichte der Ermelingschule und ihre legendären Veranstaltungen, wie beispielsweise das von 1924 bis 2015 jährlich gefeierte Wiesenfest. Das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Rau aus Dortmund zeigte und erläuterte erste Entwürfe eines einstöckigen, 200 Quadratmeter großen Gebäudes mit Funktionsräumen und verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten. Um 90 Grad gegenüber der alten Pausenhalle gedreht, soll auf diese Weise der Gartenbereich mit einbezogen werden. Auch das Grüne Klassenzimmer könnte eine Wiederbelebung erfahren. 

Mit einem Dank an alle Namenlosen konnte Schlieper von erfreulichen Entwicklungen berichten. Er hat bereits Zusagen für die Anlage der Bodenplatte, die Einrichtung der Heizungsanlage und den Einbau der Elektrik. Auch eine Kücheneinrichtung wurde schon angekündigt. Und nicht zufällig wurden Listen verteilt, in die sich Interessenten für jegliche Aufgaben und Arbeiten eintragen konnten. Von einem großen Nutzen für alle hatte Bürgermeister Rotering gesprochen. Dazu seien viele fleißige Hände nötig. Es wäre zu wünschen. 

Nach dem Ende der Fragerunde erlebten die Teilnehmer der Versammlung einen gut gelaunten Detlef Schlieper. Anfangs hatte er gesagt: „Wenn ich nur 100 Leute sehe, habe ich schlechte Laune.“

Arbeitskreis stellt Pläne für Dorfgemeinschaftshaus in Lenningsen vor

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