Philharmonisches Orchester Hagen begeistert Publikum

Die Sopranistin Maria Klier unterstützte das Philharmonische Orchester Hagen beim Neujahrskonzert in Bönen.

BÖNEN ▪ Das Philharmonische Orchester Hagen sorgte am Samstagabend für royale Stimmung in der Aula am Bönener Schulzentrum.

Bereits im vergangenen Jahr stand eine Reise auf dem Programm, die das Publikum musikalisch von Wien nach Frankreich führte. Diesmal war der Ausgangsort der selbe, doch das Ziel sollte ein anderes sein: Von typischen Wiener Walzer-Klängen ging es nun in englische Gefilde.

Doch bevor das Konzert begann, begrüßte Fachsbereichleiterin Edelgard Blümel von der Gemeindeverwaltung das Publikum. Dabei ging sie auf die besondere Stellung von Musik ein und schlug sogar die Brücke zum „Jeki“-Programm (Jedem Kind ein Instrument) an den Bönener Grundschulen. Dann betrat Generalmusikdirektor Florian Ludwig unter Applaus die Bühne. Noch aus dem vergangenen Jahr war der Dirigent den anwesenden Bönenern mit seinen interessanten wie humoristischen Moderationen in guter Erinnerung geblieben.

Das erste Stück begann jedoch ohne einleitende Worte Ludwigs ganz langsam mit zarten Streichern. Die Ouvertüre zu „Die lustigen Weiber von Windsor“, einer von Otto Nicolai geschriebenen Oper, gestaltete sich sehr harmonisch mit einem einprägsamen Hauptmotiv. Nachdem die Ouvertüre mit einem knallenden Schlagzeug, frechen Flötentönen und Bläsern endete, wendete sich Florian Ludwig zum ersten Mal an das Publikum: „Wie schon im vergangenen Jahr begeben wir uns heute ganz ohne Billigfluglinie auf eine Reise. Diesmal geht es für uns von Wien nach London. Dabei werden wir in der ersten Hälfte vor allem der Familie Strauss begegnen“.

Tatsächlich wurden im ersten Teil des Abends beinahe ausschließlich Stücke jeglicher Strauss-Generation gespielt. Von der „Victoria-Polka“ von Josef Strauss bis zum „Krönungs-Walzer op. 40“ von Johann Strauss III war vieles abgedeckt – und auch Raum für die eine oder andere Anekdote war immer wieder. So machte Ludwig mit großem Vergnügen darauf aufmerksam, dass wir Josef Strauss die Straßenkehrmaschine zu verdanken haben.

Wenn aber aus der ersten Hälfte des Neujahrskonzertes etwas besonders in Erinnerung blieb, dann waren das die beiden Stücke, bei denen Sopranistin Maria Klier die Musiker mit ihrer beeindruckenden Stimme unterstützte. Alleine bei dem „Couplet der Adele“ aus der Oper „Die Fledermaus“, bei der Klier in die Rolle einer angehenden Schauspielerin schlüpfte, bot sie weit mehr als nur technisch perfekten Gesang. Die Sopranistin spielte ihre Rolle mit teils stark ausgeprägter Körpersprache, Schauspiel und Gesang gingen ineinander über, sodass sich das Publikum beinahe in einer echten Oper wähnte.

Der zweite Konzertteil musste nicht nur ohne die Sträusse, sondern auch ohne Maria Klier auskommen. Umso mehr legte sich das Orchester in der „englischen Hälfte“ bei Künstlern wie Ralph Vaughn Williams und Edward Elgar ins Zeug, wobei mit dem träumerisch klingenden „Fantasia on Greensleeves“ wohl das Gänsehautstück des Abends gespielt wurde.

Das Konzert endete mit der zwanzigminütigen „Suite de ballett op. 10“ aus der Feder Gustav Holsts, dessen vierter Satz mit geballter Orchesterkraft am ehesten die Stimmung des Abends einfing: Mal treibend wie ein Marsch, dann wieder majestätisch zurückhaltend sandte dieser letzte Satz die Botschaft aus, positiv und mit Kraft ins neue Jahr zu starten. ▪ ds

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