Parkende Lkws im Industriegebiet: Keine Lösung in Sicht

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Das Bönener Industriegebiet

Bönen – Eine schnelle Lösung für die Verkehrsprobleme im Industriegebiet ist weiterhin nicht in Sicht. „Man bewegt sich im Kreis, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt“, erklärte Robert Eisler, zuständiger Fachbereichsleiter, jetzt im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt.

Er wollte die Ausschussmitglieder auf den neuesten Stand in bringen, hatte aber nicht viel Neues zu berichten: „Es gibt noch kein Ergebnis.“ 

Anfang Februar hatte ein Gespräch zwischen Gemeindevertretern, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und Firmen aus dem Industriegebiet stattgefunden. Strittig ist weiterhin, woher die vielen Lastwagen kommen, die zum Teil mehrere Tage im Gewerbegebiet stehen und die dortige Park- und Müllproblematik verschärfen. 

„Die Firmenvertreter gehen nicht davon aus, dass es sich vor allem um Anlieferverkehr handelt und es gibt von ihnen keine konkreten Zusagen, in dieser Sache tätig zu werden“, berichtete Eisler. 

Zentraler Parkplatz als Lösung?

Bald könnte daher eine Befragung durchgeführt werden, um herauszufinden, wie die hohe Parkauslastung im Industriegebiet zustande kommt. Wie so eine Befragung aussehen könnte, soll mit der WFG besprochen werden. 

Als Lösung ist weiterhin die Errichtung eines zentralen Lkw-Parkplatzes im Gespräch. „Es bleibt aber die Frage, wer so einen Parkplatz bauen und betreiben könnte“, sagte Eisler. WFG-Chef Michael Dannebom hatte dem Ausschuss im September vergangenen Jahres, eine solche Parkplatzlösung vorgestellt. Kosten von 750 000 Euro und die damit aufgrund des Flächenverlustes verbundenen Einnahmeverluste machen eine baldige Umsetzung aber unwahrscheinlich. 

Robert Eisler sieht auch ein weiteres Problem: „Ein solcher Parkplatz könnte auch noch weiteren Verkehr anlocken.“ Mehr als das Versprechen, weitere Gespräche mit den ansässigen Firmen zu führen, konnte er den Ausschussmitgliedern nicht geben. 

Friedhelm Lange, Fraktionsvorsitzender der Grünen, zeigte sich unzufrieden: „Es ist gut, dass Gespräche stattfinden. Besser wäre es, wenn es auch konkrete Ergebnisse geben würde. Es muss auch einen Schritt weitergehen.“ 

Thomas Rosemann (FDP) nahm die Firmen in Schutz: „Es ist nicht nur Anlieferverkehr. Die Lkws sind in der Regel Fahrzeuge aus dem osteuropäischen Raum, die auf der Autobahn keinen Platz finden.“ Die Ursache für das Problem liege beim Bund, der viel zu wenig Parkplätze an Autobahnen errichtet habe. 

Rosemann ist sich zudem nicht sicher, ob die Lkw-Fahrer sich den Beitrag für einen möglichen Stellplatz überhaupt leisten können. „Die Fahrer, die dort stehen, sind ganz arm dran.“

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