Parken, Müll oder Grünschnitt - Das bespricht der Bürgermeister in seiner Sprechstunde

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Stephan Rotering

Bönen - Bürgermeister Stephan Rotering stellt sich regelmäßig in seiner Sprechstunde den Sorgen und Nöten der Bürger. Warum er das wichtig findet, hat er uns im Interview verraten.

Reden hilft. Und das gilt in jeder Beziehung – auch in der von Bürgern zu ihrer Verwaltung. Vor etwas zweieinhalb Jahren hat die Gemeindeverwaltung ein neues Anliegen- und Beschwerdemanagement eingerichtet, um alle Anfragen und Kritiken besser steuern und bearbeiten zu können. Ein wichtiger Bestandteil dieses Systems ist die Bürgermeistersprechstunde, wie der Verwaltungschef Stephan Rotering der WA-Redakteurin Sabine Pinger im Gespräch erklärt.

Warum war es für Sie wichtig, ein Anliegen- und Beschwerdemanagement einzuführen? Können die Bürger nicht einfach an Ihre Tür klopfen?

Ohne das Beschwerdemanagement haben die Leute oft nicht schnell genug eine Antwort bekommen, manchmal sogar gar nicht, weil die Fragen irgendwo im Haus auf irgendwelchen Schreibtischen gelandet sind. Jetzt werden die Fragen zentral gesteuert und an den entsprechenden Fachbereichsleiter weitergegeben. Der gibt mir dann eine Rückmeldung, die ich wiederum an den Anfragenden weiterleiten kann. Mir ist es ganz wichtig, dass jeder eine Antwort bekommt, auch wenn sie ihn vielleicht nicht immer voll befriedigt. Jeder Bürger hat einen Anspruch auf eine Antwort. Und natürlich kann jeder mit seinen Anliegen persönlich zu mir kommen. Vieles lässt sich in einem persönlichen Gespräch besser klären.

Haben Sie feste Sprechzeiten für die Bürger?

Nein, die Leute können sich bei uns melden, die Termine werden dann so in meinen Kalender eingebaut, wie es die Zeit zulässt.

Wie viele Besucher haben Sie denn? Und wer kommt zu Ihnen?

Viele, die zum persönlichen Gespräch kommen, sind es noch nicht – etwa einer pro Woche. Tendenziell kommen mehr ältere Bürger, die vielleicht etwas mehr Zeit haben. Die meisten Anfragen kommen allerdings per E-Mail oder auch über meinen persönlichen Account bei Facebook. Dort antworte ich aber nur über den Messenger, nicht öffentlich.

Und um was geht es in den Anfragen oder Beschwerden?

Es gibt natürlich Themen, die immer wiederkehren. Dazu gehört Verschmutzung, Abfall, der in der Gemeinde herumliegt, an den Straßen, in den Grünanlagen oder als wilde Müllkippen. In der Sommervegetation sind es dann der Grünschnitt und die Grünanlagen. Das Problem ist, dass ja immer alles gleichzeitig wächst, und dass die Bauhofmitarbeiter alles nur sukzessive abarbeiten können. Im vergangenen Jahr war der Sommer sehr trocken, da hatten wir relativ wenige Beschwerden. Im Jahr zuvor haben sich Regen und Wärme immer abgewechselt, entsprechend ist alles gewachsen. Da hatten wir deutlich mehr Zuschriften. Immer wieder für Diskussionen sorgt außerdem der Bereich Verkehr, sowohl der fließende als auch der ruhende. Dabei geht es dann im Wesentlichen um Parksituationen, etwa um wildes Parken. Es kommen aber auch einige mit ihren privaten Anliegen zu mir. Da geht es dann um Nachbarschaftsprobleme, Baumfällungen, Schule und Weiteres.

Gab es denn auch kuriose Anfragen?

Wirklich Kurioses gab es eigentlich noch nicht. Manche holen jedoch schon mal zum Rundumschlag aus und zählen alles auf, was ihnen an der Gemeinde nicht gefällt. Das ist natürlich wenig konstruktiv. Wir brauchen schon etwas Konkretes, um darauf Antworten zu können und Abhilfe zu schaffen.

Wie reagieren die Bönener auf das Beschwerdemanagement?

Wir bekommen inzwischen durchaus E-Mails, in denen sich die Leute bei uns bedanken. Und auch wenn wir nicht immer alles abstellen können, worüber sich die Leute beschweren, merke ich doch, dass nach einem persönlichen Gespräch das Verständnis und die Akzeptanz wachsen. Manchmal ist es eben wichtig, die Situation zu erklären, selbst wenn sich daran nichts ändern lässt. Die Sprechstunde ist eine gute Gelegenheit, sich individueller Probleme anzunehmen. Daher kann jeder Bönener, der ein Anliegen hat, zu mir kommen.

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