Paketbote verschwindet nach Unfall auf der Kamener Straße

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Die Unfallflucht auf der Kamener Straße brachte einem Paketboten aus Gelsenkirchen einen Strafbefehl über 600 Euro ein.

UNNA/BÖNEN – Bei einer Tour in Bönen kamen sich der Kleintransporter eines 32-jährigen Paketboten und ein anderes Fahrzeug zu nahe. Die Außenspiegel kollidierten. Er hielt kurz an – und verschwand dann. Diese Unfallflucht brachte dem Mann aus Gelsenkirchen einen Strafbefehl über 600 Euro ein. Da half auch ein Einspruch nichts.

Der Zusammenstoß ereignete sich am frühen Nachmittag des 9. Januar auf der Kamener Straße. Der Mitarbeiter eines Paketdienstes wich anderen Fahrzeugen am Straßenrand aus, war deshalb zu nahe an einem Transporter, der ihm entgegenkam: Die Spiegel schlugen aneinander. Dabei entstand rund 500 Euro Fremdschaden. 

Der Fahrer hielt zunächst, fuhr dann aber weiter. Ermittelt wurde er trotzdem. Wenig später erhielt er einen Strafbefehl mit 600 Euro Geldstrafe. Er legte Einspruch ein. 

Vor dem Unnaer Amtsgericht überließ der Angeklagte seinem Verteidiger das Reden. Der versicherte, dass sein Mandant gehalten habe und dann überzeugt gewesen sei, dass der Unfallgegner weitergefahren sei. Gesehen habe er ihn jedenfalls nicht mehr. An seinem Außenspiegel habe er einen Riss entdeckt. Also habe er den Vorfall seinem Chef gemeldet. 

„Er hätte das der Polizei melden müssen“, insistierte der Richter. Der Anwalt parierte, der Angeklagte sei davon ausgegangen, dass das fremde Fahrzeug nicht beschädigt gewesen wäre und sei erschrocken gewesen, als er von einem beinahe abgerissenen Spiegel erfahren habe. Außerdem habe es der Mann als Paketbote natürlich eilig gehabt. 

Der Unfallgegner betonte anschließend, an Ort und Stelle gehalten und dort lange gewartet zu haben. „Der war weg“, erklärte er mit Blick auf den Angeklagten. Für den sah es gar nicht gut aus, zumal der Verteidiger mit der Anregung, das Verfahren angesichts des relativ geringen Schadens und eines leeren Strafregisters einzustellen, beim Richter auf Granit biss. Der riet dem 32-Jährigen vielmehr, über die Rücknahme des Einspruchs nachzudenken. Der Angeklagte befolgte den Rat – wenn auch etwas zähneknirschend.

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