Ortsmitte neu entdecken

Mehr Leben in Bönen: Förderprogramme und Eigentümer-Konferenz sollen helfen

Bönener Fußgängerzone: Häuserzeile spiegelt sich in Pfütze
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Bönens Fußgängerzone hat ihre bunten Tupfer, aber den Glanz verloren. Für eine attraktivere Mitte sucht die Gemeinde auf verschiedenen Wegen eine Lösung. Dazu gehört die nüchterne Betrachtung, welche Angebote angesichts der Probleme es Handels eine Zukunft haben.

Mit einer Videokonferenz der Immobilien-Eigentümer in der Kernzone der Gemeinde und einer Abfrage des Flächenpotenzials steigt die Gemeinde Bönen in die „Stärkung der Innenstadt“ ein. Aus dem gleichnamigen Soforthilfe-Programm des Landes zur Dämpfung ökonomischer Corona-Folgen hat Bönen dafür in einer 90-Prozent-Förderung 27 000 Euro erhalten – und hofft noch auf einen Nachschlag.

Bönen – Mit dem Geld aus dem Scharrenbach-Ministerium hat die Gemeinde das Büro BBE, Verfasser des Einzelhandelskonzeptes aus dem Jahr 2011, ins Boot geholt. Auf verschiedenen Feldern soll daran gearbeitet werden, das Angebot in der Gemeindemitte an heutige, von Corona teils forcierte Marktentwicklungen und Verhaltensweisen der Bürger und Kunden anzupassen, damit es als Anlaufstelle ausreichend attraktiv und wirtschaftlich auskömmlich ist. Dafür hat die Gemeinde noch einen Ergänzungsantrag auf weitere Mittel nachgeschoben.

Das Thema ist so vielschichtig wie die Wege über unterschiedliche Förderprogramme, auf denen die Gemeinde das zentrale Ziel einer attraktiveren Mitte erreichen will. Noch dazu im Kontext zu dem ambitionierten Bahnhofsprojekt samt Beseitigung der Schranken.

Es geht um Beleuchtung und Bänke, aber auch um Grün und Spielplätze

Dabei spielt auch die gerade in Auftrag gegebene Analyse der Fußgängerzone in Bezug auf eine ansprechendere Beleuchtung und Möblierung mit Bänken und dergleichen eine Rolle, wie Fachbereichsleiter Robert Eisler erläuterte. Auch um Grünanlagen und einen Spielplatz soll es hier gehen. Dafür gab’s 140 000 Euro Planungskostenzuschuss. Ein späterer Umbau ist mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt und dank der Bewilligung des Rahmenkonzeptes in der Förderung auch grundsätzlich gesichert.

Zudem bleibt abzuwarten, was Bönen mit dem Zuschlag für die Kleinstadt-Akademie im Austausch mit Zwönitz, Demmin und Münnerstadt in ähnlichen Strukturen zur Lösung solcher Probleme noch lernen kann. Die Teams aller drei Konzeptansätze sind angehalten, engsten Austausch zu pflegen weil hier eins ins andere greift.

Zurückgestellt ist die Option in dem NRW-Stärkungsprojekt, dass die Gemeinde einen nachweislich durch strukturelle Mängel nicht zu behebenden Leerstand befristet mietet und günstiger einem Erfolg versprechenden Vorhaben überlässt. „Nicht, um den Markt auszuhebeln“, wie Jens Büchting als zuständiger Mann im Rathaus betont, sondern als Starthilfe für Projekte, die sonst nicht auf die Beine kämen, aber später einen festen Stand entwickelten.

Nun also erst einmal „Stärkung der Innenstadt“: Auftakt ist am Mittwoch, 9. Juni, in einer Video-Schalte, zu der Büchting gerade die Eigentümer der in Frage kommenden Immobilien schriftlich eingeladen hat.

In der Konferenz soll der Berater BBE zunächst die aktuelle Situation des Einzelhandels durch das boomende Online-Geschäft und verändertes Kundenverhalten referieren. Dabei steht im Fokus, was der Rückgang des stationären Handels für die Immobilien und eine zukunftsgerechte Gestaltung und Nutzung bedeutet.

Nach der Coronapandemie soll sich die Bönener Fußgängerzone wieder beleben.

Vor diesem Hintergrund versucht die Gemeinde, die allgemeinen Strukturdaten über das Flächenpotenzial mit einer Befragung der Eigentümer zu präzisieren. Sie sind gebeten, ihre Gewerbe- und Wohnflächen samt Mietpreis und Vertragslaufzeit zu benennen.

Das soll konkretere Ansätze dafür liefern, etwa durch Umnutzung oder Zusammenschluss von Räumen Angebote zu schaffen, die am Markt verlangt sind.

Welche Impulse bringt das angekündigte Neubauprojekt?

Mit Spannung wird vor diesem Hintergrund zu verfolgen sein, welche Impulse von dem angekündigten Abriss des Möbelhauses Köhling und dem angekündigten Neubau mit Gewerbe im Erdgeschoss und barrierefreien Wohnungen darüber ausgehen können. Daran wird sich unter anderem die städtebauliche Überplanung orientieren müssen.

Unter dem Stichwort „Zentrenmanagement“ ist das Büro BBE zudem aufgefordert, Ansätze für ein verbessertes Marketing des Standortes insgesamt liefern. Dabei geht es auch, aber nicht nur, um den Einzelhandel, sondern auch darum, was eine lebendige Bönener Mitte quasi als Dachmarke sonst noch so ausmacht – und sich als Pluspunkt für alle werbewirksam nutzen lässt.

Auf dem Prüfstein steht zudem, ob die planerische Kernzone vom West-Ende der Fußgängerzone Bahnhofstraße bis zur Einmündung Marmelinghöfener Weg (Aldi) noch angezeigt oder Konzentration geboten ist. Mit dem angekündigten Umzug der Rossmann-Filiale in das leere Woolworth-Geschäft lässt sich am Ostzipfel der „City“ demnächst noch ein Frequenzbringer nieder.

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