Ordnungsdienst zu Corona-Zeiten: Ermahnung statt Verfahren

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Das Ordnungsamt ist in den vergangenen Tagen vor allem im Bereich der Gastronomie tätig gewesen.

Bönen –In Bönen kontrolliert das Ordnungsamt die Einhaltung der Corona-Maßnahmen. Dabei setzt die Gemeinde viel auf Ermahnungen, anstatt immer sofort aufzuschreiben. Auch deshalb sind bisher wenig Verfahren anhängig. Im Zuge der weiteren Lockerungen verschiebt sich der Schwerpunkt der Arbeit.

 Eine Gruppe Jugendlicher hatte es sich am frühen Donnerstagabend am Gemeindeteich in der Fußgängerzone gemütlich gemacht. Der vorgeschriebene Abstand wurde dabei immer wieder unterschritten, Masken hatte niemand auf. Eine Szene wie sie vor der Einführung der Sicherheitsmaßnahmen in der Corona-Pandemie gang und gebe war, seitdem aber nicht mehr erlaubt ist. Nach einer kurzen Zeit kam auch eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes und ermahnte die Anwesenden. Der Effekt hielt sich jedoch in Grenzen, die Jugendlichen zeigten sich wenig einsichtig und machten, spätestens als die Dame den Ort wieder verlassen hatte, weiter wie zuvor.

Renitentes Verhalten in Bönen selten

Als Ausnahme in Bönen beschreibt Jörg-Andreas Otte, der für den Ordnungsdienst zuständige Fachbereichsleiter, die Situation: „So etwas hören wir absolut selten.“ Man könne dem aber nie Herr werden, wenn die Leute nicht einsichtig sind, gibt Otte zu Bedenken. Der Gemeindeteich sei allerdings einer der Kontrollschwerpunkte, die ohne feste Zeiten beaufsichtigt werden. Auch Bürgermeister Stephan Rotering hatte am Mittag noch das Verhalten der Bönener Bürger in hohen Tönen gelobt. „Die Akzeptanz für die Maßnahmen ist insgesamt sehr hoch.“ Lediglich zu Beginn sei es problematisch gewesen, danach habe es sich erledigt, bilanziert der Bürgermeister.

Bürger zu Eigenverantwortlichkeit anhalten

Ein fünfköpfiges Team bestehend aus Vollzeitkräften des Ordnungsamtes und Politessen schickt die Gemeinde „auf Streife“. Mit Beginn der Corona-Krise erhielt das Quintett Verstärkung von Verwaltungsmitarbeitern „aus dem gesamten Haus“, wie Rotering betont. Das soll auch jetzt so beibehalten werden, wo die Beamten mit der Wiedereröffnung des Rathauses wieder mehr zu tun bekommen. Grundsätzlich gehe es nicht um die Kontrolle, sondern um die Eigenverantwortung der Bürger, erklärt der Bürgermeister.

Nur wenig Verfahren

So setzt die Gemeinde viel auf Ermahnungen. So auch im oben genannten Beispiel. „Bei Wiedererkennen müsste dann ein Verfahren eingeleitet werden“, sagt Otte. Auch, wenn bisher keine Statistik darüber geführt wird, hält sich dieser Vorgang in Bönen „im geringen Rahmen“. Das gilt auch für Verstöße gegen die Mundschutzpflicht, die seit zwei Wochen gilt. Mit den anderen Bürgermeistern des Kreises hat sich Rotering dafür auf ein Bußgeld von 50 Euro geeinigt, das sich im Wiederholungsfall verdoppelt.

Gastronomie rückt in den Blickpunkt

Mit den weiteren Lockerungen in den vergangenen Tagen verschiebt sich der Schwerpunkt der Arbeit des Ordnungsamts, besonders die Gastronomie rückt dabei in den Blickpunkt. Dort wolle man laut Rotering genau hinschauen. Wobei es auch hier eher darum gehe, bei der Umsetzung der Abstands- und Hygienekonzepte zu unterstützen und zu beraten. Gleiches gilt für die Vereine, bei denen nun ein Stück weit Normalität einkehrt. „Wir mussten uns das auch erst erarbeiten, auch für die Wiederöffnung des Rathauses“, erklärt der Bürgermeister.

Mit der Lockerung der Kontaktsperren, dass sich seit Wochenbeginn nun auch familienfremde Haushalte – und damit mehr Menschen – begegnen dürfen, sieht Rotering bei den Kontrollen keine Probleme. Das sei immer noch gut zu erkennen. Er hofft, dass der eingeschlagene Weg weitergegangen werden kann. „Dann werden wir es auch zurückfahren können“, sagt er in Bezug auf den Ordnungsdienst.

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