OGS: Zahlen Bönener Eltern bald mehr?

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Das Mittagessen (hier in der Hellwegschule) ist nur eines von vielen Angeboten für die Schüler innerhalb der Betreuung der OGS.

Bönen – Bönener Eltern zahlen für die Betreuung ihrer Kinder im Offenen Ganztag relativ wenig. Die Gemeindeprüfungsanstalt empfiehlt der Gemeinde eine Beitragserhöhung.

Bei den Beiträgen für die Offene Ganztagsschule (OGS) ist noch Luft nach oben. Die Verwaltung schöpfe die möglichen Höchstbeträge für die Übermittagsbetreuung von Grundschulkindern nicht aus, Bönener Eltern zahlen im Vergleich mit anderen Kommunen relativ geringe Beiträge. Zu diesem Schluss kommt die Kommission der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA NRW), die die Prüfungen in Bönen unter anderem im Bereich OGS durchgeführt hat.

Die Prüfer empfahlen bei der Vorstellung der Ergebnisse im Rat unter anderem eine Erhöhung der Elternbeiträge zur Entlastung des Haushalts. Viele Eltern sind mittlerweile auf die Betreuung ihrer Kinder über den regulären Unterricht hinaus angewiesen. 

Die Zahl der Familien, die das Angebot der OGS an den beiden Bönener Grundschulen nutzen, variiert zwar von Jahr zu Jahr, ist aber konstant hoch. Gerade, wenn beide Elternteile berufstätig oder Eltern alleinerziehend sind, stellt sich die Frage, wo der Nachwuchs am Nachmittag kompetent betreut wird. 

201 Kinder werden in Bönen betreut

Als die OGS zum Schuljahr 2004/2005 gegründet wurde, nahmen 118 Kinder an Goetheschule, Hellwegschule und Ermelingschule an dem Programm teil. Das entspricht einem Anteil von 14 Prozent der Grundschüler. Zurzeit wird jeder dritte Hellwegschüler nach Unterrichtsschluss in der Einrichtung betreut. Insgesamt werden aktuell 201 Kinder in Bönen durch die OGS betreut, 110 in der Hellwegschule und 91 an der Goetheschule. 

Wer das Angebot nutzt, wird dafür – je nach Einkommen gestaffelt – zur Kasse gebeten. Im Jahr 2016 nahm die Gemeinde Bönen für die Betreuung von insgesamt 199 Kindern durch die OGS Elternbeiträge in Höhe von 63 441 Euro ein. Das ergibt einen durchschnittlichen Jahresbeitrag pro Kind in Höhe von 319 Euro. Der ist im Vergleich mit anderen Kommunen relativ gering – der Landesdurchschnitt ist mit 614 Euro fast doppelt so hoch. 

Beiträge allein reichen nicht zur Finanzierung

Der niedrige Elternbeitrag in Bönen ist zurückzuführen auf das im Landesvergleich geringe Einkommensniveau in der Gemeinde. Allein mit den Elternbeiträgen lässt sich die Offene Ganztagsschule jedoch nicht finanzieren. Die Kommunen erhalten zur Durchführung der OGS Landeszuweisungen. 

Zuletzt erhielt die Gemeinde als Schulträger im Sommer 2018 von der Bezirksregierung Arnsberg einen Förderbescheid über 284 404 Euro für die Betreuung der Kinder in den beiden Offenen Ganztagsschulen an der Hellweg- und an der Goetheschule. Außerdem muss die Gemeinde einen Eigenanteil je OGS-Schüler leisten. 

Die Elternbeiträge können auf den Pflichtanteil der Kommune angerechnet werden und den kommunalen Haushalt entlasten. Mittel, die über den Pflichteigenanteil der Gemeinde hinausgehen, stellen einen Fehlbetrag dar. Der lag in Bönen im Jahr 2016 bei 646 Euro pro OGS-Schüler. 

Auch Beitragsbefreiung bei Geschwisterkindern in der Diskussion

Damit liegt Bönen laut GPA NRW deutlich unter dem Mittelwert im Land mit 856 Euro. (Das Minimum liegt bei 70 Euro. Es gibt aber auch Kommunen in NRW, die einen maximalen Fehlbetrag von 2249 Euro pro Schüler erreichen.) 

Als Grund für den relativ geringen Fehlbetrag macht die GPA in Bönen geringe Transfer- und Gebäudeaufwendungen aus. Um den Haushalt der Gemeinde zu entlasten, empfiehlt die GPA eine Anpassung der Elternbeiträge. Da ist aus Sicht der Prüfer noch Luft nach oben.

 „Die Gemeinde hat die Möglichkeit, den Höchstbetrag von derzeit 150 Euro pro Monat auf bis zu 185 Euro anzuheben“, so GPA-Projektleiter Johannes Thielmann. Auch wäre es denkbar, den Höchstbetrag bereits bei einer niedrigeren Einkommensstufe zu erheben. Zudem empfahl der GPA-Prüfer in der vergangenen Ratssitzung den Gemeindevertretern, anstelle einer Beitragsbefreiung von Geschwisterkindern, wie sie zurzeit gilt, über eine ermäßigte Gebühr für Geschwisterkinder nachzudenken. 

Das sind zunächst einmal unverbindliche Empfehlungen, die die Prüfer der GPA zum Thema OGS ausgesprochen haben, um den Gemeindehaushalt zu entlasten. Was davon in Zukunft tatsächlich umgesetzt wird, muss die Politik entscheiden.

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