Noch keine Perspektive für das MCG nach Eklat mit Schulleiter

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Weiterhin ist völlig unklar, wie es weitergeht am Bönener MCG nach dem Eklat um Schulleiter Dr. Peter Petrak. Der hat bisher nur geäußert, sich nach den Ferien an die Aufarbeitung des Konflikts machen zu wollen.

Bönen/Arnsberg – Zur Halbzeit der Sommerferien kann die Bezirksregierung Arnsberg Schülern, Lehrern und Eltern am Marie-Curie-Gymnasium noch nichts darüber sagen, wie und mit wem an verantwortlicher Stelle es weitergehen kann, nachdem die Unzufriedenheit mit Schulleiter Dr. Peter Petrak in der letzten Schulwoche in offenen Protest samt Rücktritt der Eltern- und Schülervertreter umgeschlagen ist.

In dem offenen Bruch nach lange schwelendem Konflikt offenbarte sich die Misere nicht nur als Problem zwischenmenschlichen Umgangs oder Befindlichkeiten unter den Akteuren. Die Eskalation brachte auch die amtliche schlechte Bewertung der Schulleitung in der jüngsten Qualitätsanalyse des Arnsberger Schuldezernats ans Licht. 

Über den Umgang mit der Studie und ihren Handlungsempfehlungen für ein besseres Bildungsangebot am MCG waren Schulleitung und Pflegschaft so uneins, dass die gewählten Elternvertreter den öffentlichen Eklat suchten, weil sie nach mehreren Eingaben in Arnsberg keinen anderen Ausweg mehr sahen. 

„Wir arbeiten weiter an einer rechtssicheren Lösung.“ Auf diesen Satz beschränkt sich weiterhin die schmallippige Antwort der Aufsichtsbehörde, wenn man nach der Konsequenz aus dem Zerwürfnis fragt. Auf diese Formel hatte man sich schon verständigt, als die drei Abteilungen Schule, Recht und Personal der NRW-Mittelbehörde mit der Gemeinde als Schulträgerin umgehend in einer Krisensitzung berieten, wie dem in Schieflage geratenen Gymnasium wieder „eine nachhaltige Perspektive“ ermöglicht werde, wie es hieß.

In „Verantwortungsgemeinschaft“ werde „so zeitnah wie möglich eine für alle Beteiligten akzeptable und rechtssichere Lösung entwickelt“. Was „zeitnah“ mit Blick auf den Schulstart in drei Wochen bedeutet, lässt die Behörde offen. Es handle sich um ein personalrechtliches Verfahren nach Beamtenrecht, nähere Angaben verböten sich dabei. 

Die Betonung von „rechtssicher“ unterstreicht, was Beobachter im Umfeld der Schule annehmen, nachdem es keine schnelle Lösung gab: Freiwillig scheint Dr. Petrak nicht loslassen zu wollen. Was dann geschieht, hat mit Verfügung des Dienstherren und damit verbundenen Einspruchsrechten und -fristen des Beamten zu tun. 

Die Qualitätsanalyse stellte der Schulleitung schlechte Noten aus.

„Für uns ist klar: Ein ,Weiter so’ werden wir nicht akzeptieren“, machte der zurückgetretene Schulpflegschaftsvorsitzende Robert Stein noch einmal deutlich, dass die große Zahl der Kritiker Petraks – der aber auch ein paar Fürsprecher hat – einen Wechsel an der Spitze des MCG erwarten. „Arnsberg sollte nicht glauben, dass schon irgendwie Gras über die Sache wächst.“ 

In seiner bisher einzigen Reaktion auf die Ereignisse hatte Dr. Petrak angekündigt, sich nach den Ferien mit den Gremien an die Aufarbeitung des Konflikts machen zu wollen. Für die Elternvertreter ein Ding der Unmöglichkeit: „Es ist äußerst bezeichnend“, urteilt Stein, „dass er auch jetzt nicht loslassen will“. Dabei sei das Stimmungsbild doch eindeutig. 

Kenner des Beamtenrechts schätzen die Lage so ein, dass der Studiendirektor im Falle einer Beurlaubung als Sofortmaßnahme zur Befriedung der Schulgemeinde wohl Chancen hätte, sich rechtlich dagegen zu wehren. Eine andere Aufgabe kann das Schuldezernat Dr. Petrak nur zuweisen, wenn sie seiner Besoldungsstufe entspricht und die Tätigkeit vergleichbar anspruchsvoll ist.

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