Kita-Öffnung: der nächste kleine Schritt

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Nicht nur die Kinder der Kita Katharina Luther, an der dieses Plakat hängt, würden gerne wieder in die Kita gehen können. Zumindest einige der Kinder werden in den nächsten Wochen zurückkehren können.

Bönen – Es ist ein schrittweises Vorgehen und besonders manche Eltern kritisieren, dass es höchstens Tippelschritte sind. Auf einem Rückweg zu einer flächendeckenden Betreuung der Kinder in den Kindertagesstätten, tritt heute eine weitere Erweiterung in Kraft. Nun dürfen auch Vorschulkinder mit einer Anspruchsberechtigung nach dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) wieder ihre Kita besuchen. In 14 Tagen sollen dann alle weiteren Jungen und Mädchen des ältesten Jahrgangs folgen.

Es ist also nur ein kleiner Teil der Bönener Kinder, der von der Neuregelung betroffen ist. Die Zahlen steigen weiter, nachdem es in den ersten Wochen nach der coronabedingten Schließung der Einrichtungen nur eine absolute Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen gab, die dann nach und nach um weitere Arbeitsfelder und Alleinerziehende erweitert wurde. Nun ist also der Nachwuchs der Unterstützungsempfänger an der Reihe. „Das betrifft noch nicht so viele“, sagte Katja Schuon, die im Kreis Unna den Fachbereich Familie und Jugend, leitet: „Ich bin noch entspannt“, sieht sie ihren Aufgabenbereich in Bönen, Fröndenberg und Holzwickede gut aufgestellt.

Derzeit sind noch Kapazitäten vorhanden

Bei Schuon und den Erzieherinnen in den Kitas kommen derzeit fast täglich neue Regelungen aus dem Ministerium an. Mal geht es um Veränderungen im Umgang in den Gruppen, zum Beispiel eine Lockerung des Kontaktes untereinander, mal welche Kinder künftig betreut werden dürfen. „Es wäre noch mehr möglich für alle drei Orte“, sagt Schuon auf der einen Seite. Doch bei jeder Erhöhung müssten die Kapazitäten betrachtet werden.

„Wir möchten die Kindertagesbetreuung gerne für alle Kinder öffnen, müssen aber schrittweise und verantwortungsvoll vorgehen“, teilte auch NRW-Familienminister Joachim Stamp in einer Mitteilung der Staatskanzlei mit, „denn die Fachkräfte in Kitas und Kindertagespflege, die zur Risikogruppe gehören, stehen uns momentan nicht zur Verfügung. Dadurch wird das Angebot erheblich begrenzt und kann derzeit nur in behutsamen Schritten erweitert werden.“

Die nächsten beiden Etappen sind machbar

Auch Schuon sieht keinen anderen als den schrittweisen Weg, obwohl in dieser Woche die Schulen ein Rollsystem eingeführt haben, um allen gerecht zu werden. Dass viele Eltern ihre Kinder lieber schneller betreut wissen wollen, kann sie verstehen. „Für uns ist es aber leichter zu händeln.“ Der aktuelle Schritt sei jedenfalls kein Problem, und auch der nächste am 28. Mai wohl nicht. Sie erhalte derzeit keine Rückmeldungen, dass es irgendwo in Bönen auch mit den Einschränkungen knapp wird.

Personal und Räume stoßen bei kompletter Rückkehr an Grenzen

Irgendwann sollen allerdings alle Kinder wieder in die Kita. Doch wenn die Zahl höher wird, „dann wird es personell immer schwieriger“, sagt Schuon mit Blick auf coronabedingt nicht zur Verfügung stehende Erzieherinnen. Aber auch die Räume stoßen dann an Grenzen, seien Kitas schließlich nicht für die aktuelle Sonderlage geplant und gebaut worden. „Extraräume gibt es nicht“, so Schuon. Für die durch die Abstandsregeln entstehenden kleineren Gruppen fehlt es irgendwann an Platz. Schon vor der Corona-Krise war die Nachfrage nach Kita-Plätzen schließlich höher als das Angebot, gerade auch in Bönen. Ab dem 14. Mai dürfen übrigens auch sogenannte Brückenprojekte wieder weitermachen. Dabei handelt es sich um Kinder, die noch nicht in einer Kita sind, zum Beispiel von Asylbewerbern. Sie sollen zum Beispiel in Bönen im Go In spielerisch und sprachlich an ihre neue Umgebung gewöhnt werden.

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