Niederländische Firma bewässert Bönener Blumen

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Für die Bewässerung der Blumenampeln fahren Fahrzeuge mit holländischen Kennzeichen durch die Bönener Fußgänerzpne. Denn die zuständige Firma kommt aus den Niederlanden.

Bönen - Die Bewässerung der Blumenampeln in der Bönener Fußgängerzone erfolgt durch eine niederländische Firma. Peter van den Berg ist Inhaber der Entree vert Holland. Das Unternehmen verschönert mit mit Blumenschalen, -pyramiden und -ampeln Innenstädte, darunter auch Bönen.

Die Bönener freuen sich über die Blumenpracht an den Laternenmasten. Und das freut Peter van den Berg. Der Niederländer ist Inhaber der Entree vert Holland, was so viel wie „Grüner Eintritt“ bedeutet. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, mit Blumenschalen, -pyramiden und eben -ampeln Innenstädte zu verschönern. „Es gibt Bereiche, da kann man keine Blumen in Beete pflanzen“, erklärt Peter van den Berg. „Aber mit ein paar Schalen oder Blumentürmen kann man viel erreichen.“

 Nicht nur für den Anblick, sondern auch für den Umweltschutz. „Biodiversität ist ein wichtiges Thema geworden“, erklärt der Gärtner aus den Niederlanden. „Wir pflanzen daher auch immer Blumen mit in die Ampeln, die für Bienen und Schmetterlinge entsprechend nektarhaltig sind.“ 

Neben Petuninen und Geranien, die sich für Blumenampeln aufgrund ihrer Robustheit seit vielen Jahren bewährt haben, wachsen in den Ampeln daher auch einzelne Triebe von Buddleia. „Die entwickeln aber lange Triebe. Das sieht schnell nicht schön aus, wenn man sie alleine in ein Gefäß pflanzt“, erklärt der Fachmann. „Aber in der Mischung mit den anderen Blumen fällt das nicht so auf.“

Vertrag mit 100 deutschen Städten

Überhaupt achten van der Berg und seine Mitarbeiter darauf, dass die Blumenarrangements immer gut aussehen und die Farben der Pflanzen harmonieren. Die Kunden könnten aber auch Farbwünsche äußern, wenn beispielsweise die Stadtfarben eingesetzt werden sollen. „In Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist fast alles möglich“, sagt Peter van den Berg. In Bönen wurden die Blumenampeln 2018 zum 50-jährigen Gemeindejubiläum bestückt. Das Gesamtbild habe überzeugt, so dass sich die Verwaltung in diesem Jahr für die gleiche Mischung entschied. 

Entree vert Holland macht aber weit mehr als die Blumenampeln nur zu bepflanzen, aufzuhängen und im Herbst wieder abzunehmen. Das Unternehmen kümmert sich über diverse Regionalleiter auch um die Pflege der Blumen, vor allem aber auch um das Gießen.

Einmal die Woche gießen reicht

 Natürlich rückt niemand nur deswegen von Holland nach Bönen aus. „Wir haben mit rund 100 Städten in ganz Deutschland einen Vertrag“, verrät van den Berg. „Viele unserer Mitarbeiter wohnen im Grenzgebiet und sind dann einige Tage in Deutschland unterwegs, übernachten in Hotels und kommen wieder nach Hause, bevor es in der nächsten Woche wieder nach Deutschland zum Gießen geht. 

In der Regel reicht es dank eines ausgeklügelten und selbst entwickelten Systems nämlich, die Ampeln nur einmal in der Woche zu gießen. Córdoba 2.0. heißt das gute Stück, das aus zwei ineinanderstehenden Töpfen besteht. Der obere Topf ist mit einem Filz ausgelegt, der in den zweiten Topf hängt. Wird dieser bis zum Überlauf gegossen, ziehen sich die Pflanzen nach und nach über den Filz das Wasser, das sie benötigen. „Und der große Topf fasst etwa 13 bis 14 Liter Wasser. Das reicht meist für eine Woche“, sagt Peter van den Berg.

Bis 35 Kilogramm schwer

So erreicht die Blumenampel aber auch schnell ein Gewicht von 30 bis 35 Kilogramm – allein schon deshalb wäre ein schnelles Abnehmen der Ampeln zum Gießen unmöglich. Zur Bewässerung rücken die niederländischen Blumenexperten daher mit einem Pritschenwagen an, auf dem ein Tank mit 2000 Litern Wasser steht. „Wir haben vom Bauhof ein Standrohr bekommen und die Gemeinde hat es genehmigt, dass wir Wasser aus der Hauptleitung ziehen dürfen“, freut sich van der Berg. Mit einer Lanzentechnik wird das Wasser dann aus dem Tank in die Blumenampeln gegeben – und zwar immer soviel, bis der große Topf überläuft. „Nur dann ist er richtig voll“, sagt van der Berg. Und nur dann kann Córdoba 2.0 ganze Arbeit leisten. Die Gemeindeverwaltung ist froh, einen Partner an der Seite zu haben, der sich um alles kümmert. So bleibt ihr nur eine einzige Aufgabe: Sie muss kontrollieren, dass die Laternen auch standfest genug sind, um die schweren Blumenampeln tragen zu können. „Die Masten können das aber meist halten“, sagt van der Berg.

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