Neues Instrument gegen Temposünder

Ein Anhänger soll Raser künftig blitzen im Kreis Unna

Auto fährt an Blitzer-Anhänger am Straßenrand vorbei
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Die Stadt Hamm setzt seit einigen Jahren Blitzer-Anhänger (hier an der Weetfelder Straße in Pelkum) ein.

Über 107 000 Geschwindigkeitsverstöße erfassten die mobilen und stationären Kontrollen des Kreises Unna im vergangenen Jahr. Ein Autofahrer war sogar ganze 93 km/h zu schnell unterwegs. Tempokontrollen sollen solche Raser ausbremsen. Der Kreis möchte nun aufrüsten und neben „Starenkästen“, Radar- und Laserfahrzeugen demnächst auch einen Blitzer-Anhänger einsetzen.

Kreis Unna – Der zuständige Fachbereichsleiter Günter Sparbrod stellte die Pläne jetzt dem Ausschuss für Feuerwehr, Sicherheit, Ordnung und Straßenverkehr vor. Demnach will der Kreis seine Geschwindigkeitsüberwachung mit High-Tech weiter ausbauen. „Unsere Verkehrskontrollen haben das Ziel, dass die jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeiten an Gefahrenstellen eingehalten werden und dass das Geschwindigkeitsniveau generell gesenkt wird“, erläutert Sparbrod.

Ergänzend zu den acht über das gesamte Kreisgebiet verteilten Starenkästen-Standorten und den 549 Mess-Standorten für die vier mobilen „Blitzer“-Fahrzeuge setzt der Kreis jetzt auf einen so genannten Enforcement-Trailer. Entscheidender Vorteil dieses Blitzer-Anhängers sei, dass er Tempolimits bis zu fünf Tage lang rund um die Uhr überwachen könne und so geschützt sei, dass er nicht von Vandalen zerstört werden kann.

Ein solches System wird zum Beispiel bei der Autobahnpolizei, der Stadt Hamm, dem Kreis Warendorf und dem Märkischen Kreis eingesetzt. Die Stadt Hamm setzt inzwischen sogar drei solcher Blitzeranhänger ein, die im vergangenen Jahr 77 208 „Treffer“ hatten. Allerdings sind diese Anhänger in einigen Fällen auch beschmiert worden. Laut Kreis Unna habe der Austausch mit der Stadt Hamm aber ergeben, dass solche Fälle mit längerem Einsatz deutlich weniger werden.

Kosten werden von den Verwarngeldern getragen

Der Kreis plant nun, den Anhänger zunächst testweise für ein Jahr zu mieten, um Erfahrungen zu sammeln. Die Kosten für Miete und Betrieb in Höhe von knapp 100 000 Euro, kalkuliert der Kreis Unna, würden durch die Einnahme von Verwarngeldern mindestens gedeckt. Zudem seien mögliche Schäden an gemieteten Fahrzeugen vollständig durch den Vermieter abgedeckt.

„Erst Anfang Mai hat die 1. Nationale Verkehrssicherheitskonferenz deutlich gemacht, wie wichtig die Überwachung der geltenden Tempolimits für die allgemeine Verkehrssicherheit ist“, unterstreicht Fachbereichsleiter Günter Sparbrod. „Mit dem Einsatz des Anhängers wollen wir dazu einen weiteren Beitrag leisten.“ Geplant ist die Anmietung in der zweiten Jahreshälfte.

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