Neuer Mietspiegel für Bönen  tritt ab 1. Januar in Kraft

Der Gutachterausschuss des Kreises hat den neuen Mietspiegel für die Gemeinde erstellt.

Bönen – Bezahlbare Wohnungen werden immer knapper. Auch im Kreis Unna und in Bönen gibt es mittlerweile nur wenige freie Mietwohnungen. Wer wissen möchte, ob der Mietpreis für die ihm angebotene Wohnung angemessen oder vielleicht doch überzogen ist, der kann sich am Mietspiegel für nicht preisgebundene Wohnungen, also für nicht geförderten Wohnraum, in der Gemeinde orientieren. Der wurde gerade neu verfasst.

Erst im Februar hat die Gemeinde mit dem Kreis Unna eine Vereinbarung geschlossen und somit geregelt, dass die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte des Kreises für Bönen einen qualifizierten Mietspiegel erstellen sollen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 31 500 Euro, den Bürger wird der Spiegel aber kostenlose zur Verfügung gestellt. Dafür haben die Experten die Vermieter im Ort befragt und die Ergebnisse anschließend wissenschaftlich ausgewertet. 

Gesammelt wurden die Daten aber nicht nur in Bönen, sondern auch in Bergkamen, Fröndenberg, Holzwickede, Selm und Werner. Insgesamt gibt es in diesen Städten und Gemeinden rund 47 000 Mietwohnungen. Die Gutachter sammelten 4378 Datensätze und ermittelten daraus ihre Werte. Als Merkmale wurden dabei unter anderem Angaben wie das Baujahr und die Art des Gebäudes, die Lage, die Kaltmiete, die Beschaffenheit, Größe und Ausstattung festgelegt. Zu- und Abschläge gibt es zum Beispiel bei der Berechnung für die Heizungsart und für Modernisierungen. 

Mittelwert dient als Orientierungshilfe

Der neue Mietspiegel für Bönen weist nun erstmals die monatliche Miete je Quadratmeter Wohnfläche in Form von Mietspannen aus und gibt Ober- und Untergrenzen je Baualterklasse an. Er tritt am 1. Januar in Kraft. Als weitere Orientierungshilfe dient den Mietern ein Mittelwert. Die Fachleute ermittelten dabei Werte von 4,18 Euro für Wohnungen im Altbau vor 1949 bis zu 7,08 Euro in neueren Häusern ab Baujahr 2010 in Bönen. Angegeben wird dabei die Nettokaltmiete, also die Miete ohne Heiz- und Betriebskosten. Auch Garagen oder Stellplätze werden nicht mit berücksichtigt. 

Ein solcher Mietspiegel soll nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) dazu beitragen, dass Mietpreisgefüge in nicht preisgebundenen Wohnungsbestand einheitlich und offen darzustellen, damit Mieter die Möglichkeit haben, Mietpreise zu vergleichen und einzuordnen. Er sollte alle zwei Jahre an die Marktentwicklung angepasst, alle vier Jahre neu angefertigt werden. 

Um künftig die Qualität des Mietspiegels noch weiter zu verbessern, hat der Gutachterausschuss jetzt einen neuen, noch umfangreicheren Fragebogen erarbeitet. Diesen will die Gemeindeverwaltung Anfang des kommenden Jahres mit den Grundbesitzabgabenbescheiden an die Hauseigentümer versenden. Die können die ausgefüllten Bögen dann nicht nur persönlich oder per Post im Rathaus abgeben, sondern auch per E-Mail oder über das Internet. 

Zudem soll demnächst ein Mietspiegelrechner eingeführt werden, der auf der Internetseite des Kreises www.kreis-unna.de aufgerufen werden kann. Dort können Interessierte dann einen individuellen Rechner für jede Kommune aufrufen.

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