Neue Standortpläne im Ausschuss

Sport-Kita demnächst auf dem ehemaligen Zechengelände

Wiese auf dem ehemaligen Zechengelände vor Förderturm
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Ein möglicher neuer endgültiger Standort für die Kita Hegemann könnte ein Grundstück an der Wolfgang-Fräger-Straße sein, wo sich zurzeit ein Bolzplatz befindet. Die Pläne wird die Verwaltung im Fachausschuss vorstellen.

Bönen – Die Gemeinde braucht dringend zusätzliche Kita-Plätze. Während die vierzügige Kita Hegemann zunächst für zwei Jahre in Containern am Postplatz untergebracht wird, bleibt die Frage, wo wird sie danach dauerhaft angesiedelt? Die Verwaltung will jetzt einen neuen Plan vorstellen.

In der Fachausschusssitzung am Donnerstag, 4. Februar, will die Bönener Verwaltung eine Alternative zum ursprünglich favorisierten Standort Bahnhofsumfeld vorstellen: Die liegt in unmittelbarer Nähe zu Goetheschule, Sporthalle und Schwimmbad und wäre kurzfristig verfügbar.

Noch ist der mögliche neue Standort der Kita Hegemann eine Grünfläche im Schatten des Förderturms auf dem ehemaligen Zechengelände. Aber das könnte sich bald ändern, wenn die Politik dem Vorschlag der Verwaltung folgt. Auf Grundlage des Bebauungsplans Nummer 32/32A „Ehemalige Zeche Königsborn III / IV“ wurden entlang der Wolfgang-Fräger-Straße bereits ein Hallenbad und eine Sporthalle errichtet sowie die Goethe-Grundschule mit angegliederten Sportanlagen, Verkehrsanlagen sowie ein Bolzplatz. Südlich des Bolzplatzes sollen bekanntlich in naher Zukunft zwei Sportplätze inklusive Vereinsheimen realisiert werden.

„Bei der Planung der künftigen Sportplätze rückte das 2500 Quadratmeter große Grundstück in den Fokus, das bislang als Bolzplatz genutzt wird, der für die Aufrechterhaltung des kommunalen Sportflächenangebotes aber nicht mehr benötigt wird. Die Idee entstand, hier eine Kita anzusiedeln, die als ‘Sport-Kita’ einen Schwerpunkt auf das Thema Sport und Bewegung legt“, erläutert Fachbereichsleiter Robert Eisler.

Dafür spreche die Nähe zur Grundschule und zu den Sportstätten sowie die bereits vorhandene Infrastruktur sowie die vorhandene Erschließung und die gute Erreichbarkeit. „So wäre künftig eine enge Zusammenarbeit mit der Schule, aber auch die Nutzung der Sportstätten und der Kontakt zu den Sportvereinen vor Ort möglich“, wirbt Eisler für die Idee.

An der Wolfgang-Fräger-Straße in unmittelbarer Nähe zu Bad und Sporthalle (rot umrandetes Feld) könnte die neue Kita gebaut werden.

Zunächst wird die Kindertagesstätte Hegemann voraussichtlich im Mai als Provisorium in Containern am Postplatz errichtet und in Betrieb genommen. Die Nutzung an diesem Standort soll jedoch aus pädagogischen und wirtschaftlichen Erwägungen auf zwei Jahre begrenzt sein.

Nachdem der Kreis Unna das sogenannte Interessenbekundungsverfahren 2020 für die zweite vierzügige Kita abgeschlossen hatte, begannen die ersten Gespräche mit der Kita Hegemann gGmbH, um das weitere Vorgehen abzustimmen. „Es wurde schnell klar, dass die ursprüngliche Planung, die Kita in die städtebauliche Rahmenplanung für das Bahnhofsumfeld zu integrieren, eine wesentliche zeitliche Verzögerung bei der Umsetzung bedeuten würde“, so Eisler.

Aus einem zweijährigen Provisorium könnten dann schnell fünf bis sieben Jahre werden, bis der Planungsprozess für die Integrierung der Kita in ein wohnwirtschaftlich genutztes Objekt im Bahnhofsumfeld umgesetzt werden könne. Daraufhin wurde mit dem künftigen Träger vereinbart, mögliche Ersatzstandorte zu prüfen.

An der Poststraße wird das Gelände für die Übergangskita vorbereitet.

Bei der konkreteren Planung des Sportparks am Förderturm stießen die Planer auf die Freifläche, die mittlerweile die Beteiligten als besonders geeignet ansehen.

„Voraussetzung, dass das Areal in zwei Jahren von der Kita Hegemann als endgültiger Standort genutzt werden kann, ist allerdings, dass die nötigen planungsrechtlichen Änderungen schnellstmöglich angestoßen werden“, erklärt Robert Eisler. Den Prozess beschleunigen dürfte die Tatsache, dass sich das Grundstück bereits im Besitz der Gemeinde befindet.

Im Flächennutzungsplan (FNP) ist das Grundstück aktuell als „Grünfläche“ mit der Zweckbestimmung Sportplatz ausgewiesen. Für den Bau einer Kita an dieser Stelle müssten also die Nutzungsfestsetzungen im Flächennutzungsplan und im Bebauungsplan in eine „Fläche für den Gemeinbedarf“geändert werden.

Die Lage des Grundstücks auf dem ehemaligen Zechengelände birgt aber noch eine besondere Problematik – die Frage, ob der Boden Schadstoffe enthält. Zwar wurde der Boden der früheren Betriebsfläche vor der Übertragung an die Gemeinde saniert, dennoch fordert das Kreisumweltamt die Überprüfung der Sanierungsergebnisse durch einen Sachverständigen, der ergänzende Untergrunduntersuchungen vornehmen soll, um die Qualität der Füllböden, ihrer Tragschichtmaterialien sowie der Sanierungstiefen zu bestimmen.

„Das ist auch nachvollziehbar“, so Eisler. Auf dem Gelände sei die Bodensanierung für eine künftige Wohnbebauung erfolgt. Die Aufbereitung der Fläche erfolgte damals mit unterschiedlichen Sanierungstiefen, sodass der Füllbodenhorizont unterschiedliche Stärken aufweist. Wenn die Resultate der Untersuchungen vorliegen, entscheidet das Kreisumweltamt dann, ob zusätzliche Sanierungsmaßnamen erforderlich sind.

Der Ausschuss für Planen, Bauen, Umwelt findet am Donnerstag, 4. Februar, um 18 Uhr in der Aula des MCG statt.

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