Der neue Investor des Seniorenhauses am Ortseingang legt Hand an

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Auf der Dauerbaustelle am Bönener Ortseingang werden derzeit die Schäden aus zwei Jahren Stillstand beseitigt, bevor der neue Investor, die Carestone Group, mit dem Innenausbau weitermacht.

Bönen – Mehr als zwei Jahre war Stillstand, doch seit einiger Zeit tut sich wieder etwas auf dem zwischenzeitlich zur Bauruine verkommenen Gebäudekomplex an der Bahnhofstraße. Der neue Investor, die Carestone Group GmbH, hat seine Arbeit am Alten- und Pflegezentrum aufgenommen und verkündet trotz aller Probleme aufgrund des langen Stopps optimistisch, dass im kommenden Jahr die Wohnungen bezugsfertig werden sollen. 

„Bereits begonnen haben die Arbeiten im Innenbereich. Hier befinden wir uns aktuell in der Demontagephase“, teilt Stefan Schlichtung, Leiter Marketing/Kommunikation bei Carestone, den aktuellen Stand mit. Dem vorausgegangen war ein langer Prozess der Bestandsaufnahme, um eventuelle Abweichungen in Bezug auf das Baurecht, aber auch architektonische Punkte zu prüfen. 

Da das Gebäude so lange unfertig leerstand, sind Schäden entstanden. Wasser lief die Wände herunter, Gipskartonplatten und Badezimmer sind feucht geworden, Putz bröckelte ab. Hier muss Hand angelegt werden. „Dabei geht es zunächst um das Überarbeiten und Abstellen der sich in der Zeit des Baustillstandes gebildeten Mängel – also in erster Linie um den Rückbau von feuchten Wänden und Böden“, erklärt Schlichting nach Rücksprache mit der Bauabteilung. Der vorgefundene Istzustand sei eine große Herausforderung gewesen, sagt Schlichting. 

Seit Jahren eine Problemimmobilie 

Die Geschichte der Problem-Immobilie reicht zurück bis ins Jahr 2011. Nachdem an dem Standort die alte Goetheschule 2009 abgerissen worden war, stellte Dierk Mohring damals seinen Plan für ein Pflegezentrum mit 84 Plätzen vor. Ein belasteter Boden und Finanzierungsprobleme sorgten für einige Verzögerungen bei dem Projekt. 

Der Istzustand des Pflegezentrums war für den Investor eine große Herausforderung.

Im Sommer 2016 waren immerhin die benachbarten Servicewohnungen fertig und die ersten Mieter zogen ein. Die sind mittlerweile allerdings entweder wieder ausgezogen oder klagen gegen den früheren Betreiber, weil die versprochene Mitnutzung des Pflegezentrum nicht gegeben war, da sich das zu einer Dauerbaustelle entwickelte. Fertigstellungstermine am Bönener Ortseingang wurden immer wieder nach hinten geschoben, wie man es sonst nur von der Hamburger Elbphilharmonie und dem Berliner Flughafen kennt. 

Im Mai 2019 ging die Finanz- und Immobiliengesellschaft Conreal in ein Insolvenzverfahren. Seit Anfang dieses Jahres übernahm dann Carestone aus Garbsen das Ruder und kaufte der Conreal das Gebäude ab. Und laut Carestone, das seit 20 Jahre Erfahrung mit Pflegeimmobilien besitzt, und zuletzt ein großes Projekt in Hemmerde fertiggestellt hat, geht es voran. 

Immobilie muss erst trocken gelegt werden

Auch von außen ist das zu sehen, wo an der Giebelseite ein Gerüst aufgebaut wurde. „Problempunkte am Dach werden beseitigt“, so Schlichting, ohne ins Detail zu gehen, „um das Gelände vollständig trocken zu legen.“ Erst dann könne mit dem Innenausbau weitergemacht werden. 

„In den nächsten Wochen beginnt dann die Montagephase“, sagt Schlichting. Im Verlauf der zweiten Jahreshälfte soll der Trockenbau und die Installation der Gebäudetechnik erfolgen und alles langsam Gestalt annehmen. Parallel zu den Arbeiten am Gebäude läuft bei Carestone bereits der zweite Teil des Geschäftsmodells. 

Die Senioren-Appartements werden wie wie Eigentumswohnungen als Kapitalanlage an Interessenten vertrieben. Betrieben wiederum wird das Alten- und Pflegezentrum von der Alloheim GmbH mit Sitz in Düsseldorf, die die Mohring-Gruppe übernommen hat und seit dem 1. April auch die Seniorenhäuser an der Heinrich-Wieschoff-Straße betreibt. Der ursprüngliche Initiator Mohring ist seitdem außen vor. Die Servicewohnungen bleiben im Besitz der aviarent GmbH, die sich vor zwei Jahren nicht mit Conreal über einen Kauf des Altenpflegezentrums einigen konnte.

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