Bönener Lebensmittelhändler rechnen mit Andrang

„Grünmittwoch“ wird es voll in den Geschäften

Wer vor Ostern bei Rewe-Karwoth einkaufen möchte, hat nur wenige Tage Zeit.
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Für die Ostereinkäufe haben die Bönener in diesem Jahr einen Tag weniger Zeit.

Bönen – Es dürfte voll werden in den Läden, wenn die Bönener am Samstag vor Ostern die letzten Einkäufe für das Fest erledigen. Davon gehen Adam Karwoth und Maximilian Sauer aus. Die beiden Geschäftsinhaber fürchten nach den aktuellen Beschlüssen der Bund-Länger-Konferenz, dass an Gründonnerstag selbst die Lebensmittelgeschäfte geschlossen bleiben müssen, einem enormen Ansturm in ihren Lebensmittelmärkten. Ebenso wird es vermutlich am Mittwoch vor dem Fest Schlangen an den Supermarktkassen geben.

Gründonnerstag ist im Rewe-Markt von Adam Karwoth in der Regel der umsatzstärkste Tag des Jahres. „Ostern ist für uns neben Weihnachten ein riesiges Geschäft“, berichtet der Bönener Kaufmann. Und den Donnerstag vor den Feiertagen nutzten die meisten, um für das Festessen einzukaufen und sich für die kommenden Tage zu bevorraten. Für viele beginnt die entspannte Osterzeit nämlich bereits am Karfreitag. Den Samstag möchten sie nicht unbedingt mit dem Einkaufen verbringen.

Und so rechnet Karwoth in diesem Jahr mit einem „Grünmittwoch“ in seinem Rewe-Markt in der Gemeindemitte. „Da wird einiges auf uns zukommen“, schätzt er und fürchtet, dass sich am Mittwoch und Samstag übermäßig viele Kunden zwischen den Regalen und an den Kassen drängen werden.

Dabei wollen nicht nur die Kunden bedient und versorgt werden. „Da hängt so viel von ab, allein bei den Lieferketten“, bemerkt der Geschäftsinhaber. Normalerweise bekommt Karwoth dreimal wöchentlich neue Ware. Nun wird er lediglich einmal innerhalb von 14 Tagen beliefert. „Wir bekommen am 29. März Ware und dann erst wieder am 8. April“, so der Einzelhändler. Für ihn und seine Mitarbeiter bedeutet das, ausreichend Produkte bestellen zu müssen, damit es im Geschäft zu keinen Engpässen kommt. Bei frischem Obst, Gemüse und Fleisch könnte das jedoch schwierig werden.

Längere Öffnungszeiten geplant

Um das Kundenaufkommen wenigstens etwas zu verteilen, will Adam Karwoth am Karsamstag bereits um 6 Uhr die Ladentür aufschließen. Geöffnet ist der Rewe-Markt dann regulär bis 22 Uhr. „Aber wir werden an diesem Tag sicher nicht pünktlich das Licht ausmachen und die letzten Kunden rausschicken“, sagt der Geschäftsinhaber. Er überlegt außerdem, am Mittwoch, 31. März, die Öffnungszeiten zu verlängern. „Eine Stunde eher zu öffnen tut uns nicht weh, entzerrt die Situation aber vielleicht.“

Maximilian Sauer will in seinem Edeka-Markt in Bönen gleichfalls die Verkaufszeiten verändern. Ab der kommenden Woche soll sein Lebensmittelgeschäft an der Bahnhofstraße eine Stunde länger, von 7 bis 20 Uhr, geöffnet sein. „Und wir versuchen, die Warenversorgung anders zu organisieren“, erzählt er. Normalerweise wird sein Geschäft unter anderem donnerstags beliefert. Das fällt aufgrund der aktuellen Entscheidung in der kommenden Woche aus. „Aber das kriegen wir irgendwie hin“, bleibt der Geschäftsführer vierer Edeka-Märkte in Bönen, Werl und Welver zuversichtlich. Während des Wintereinbruches im Februar sei es durchaus zu Engpässen in den Läden gekommen. „Die mussten wir wieder aufholen. Ich hoffe, dass das jetzt nicht der Fall ist.“

Sauer wartet auf nähere Informationen von der Edeka-Großhandlung, die schließlich die Warenlieferung für die Mitglieder plant. „Vielleicht hören wir außerdem, was andere Edeka-Märkte machen“, ist Sauer bereit, sich auf Situation spontan einzustellen. Eventuell melde sich auch die Regierung erneut zu Wort. Schließlich dauert es noch ein paar Tage bis Ostern – da kann einiges passieren.

Geplant einkaufen, frische Produkte einfrieren

Wie sein Kollege nennt Maximilian Sauer Gründonnerstag als umsatzstärksten Tag im Jahr. „Das verteilt sich jetzt auf die anderen Tage.“ Trotzdem könnte es zu bestimmten Zeiten eng werden in den Geschäften. Deshalb empfiehlt er seinen Kunden, in den nächsten Tagen noch geplanter einkaufen zu gehen als sonst und Stoßzeiten zu meiden. „Während des ersten Lockdowns haben zum Beispiel viele Kunden Tiefkühlprodukte gekauft oder frische Produkte und haben diese dann eingefroren“, gibt Sauer einen Tipp. So könnten die Bönener sich bereits in dieser Woche mit Nötigem für die Ostertage eindecken, ohne dass sie sich ins Gedränge begeben müssen.

„Und ich bitte sie, nicht böse zu werden, wenn mal ein Artikel nicht da sein sollte. Wir machen das nicht mit Absicht“, betont der Geschäftsführer. Er kann verstehen, dass die Kunden angesichts der aktuellen Situation unzufrieden sind. „Das merkt man den Leuten an“, stellt Sauer fest. Sie sollten seine Mitarbeiter dafür aber nicht verantwortlich machen. Die seien dadurch ohnehin schon belastet. „Theoretisch müssten wir sonntags arbeiten, um alles abzufangen. Aber ein bisschen Normalität brauchen wir auch“, sagt er.

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