Neuapostolisches Gotteshaus an der Woortstraße wird entwidmet

Gotteshaus an der Woortstraße wird entwidmet

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Vor knapp 54 Jahren zogen Mitglieder der Neuapostolischen Kirchengemeinde Bönen-Ost in ihr Gotteshaus an der Woortstraße. Das soll nun aufgegeben werden.

BÖNEN - Seit mehr als 50 Jahren ist die Kirche an der Woortstraße Heimat für viele neuapostolische Christen in der Gemeinde. Etwa 80 Bönener leben dort ihren Glauben, treffen sich zu Andachten und Veranstaltungen. In der kommenden Woche feiern sie dort allerdings ihren letzten Gottesdienst. Das Gebäude soll entwidmet und möglicherweise demnächst verkauft werden.

Die Mitglieder der Kirchengemeinde Bönen-Ost ziehen um an die Friedhofstraße, beide Gemeinden schließen sich dann zu einer zusammen.

Hintergrund ist wie in vielen anderen Kirchengemeinden und Glaubensgemeinschaften auch der demografische Wandel. Zwar hat die Gemeinde Ost derzeit noch genügend aktive Mitglieder, wie Gemeindevorsteher Carsten Neubacher berichtet, doch das werde sich zukünftig wohl ändern.

„Die Tatsache, dass wir in einem relativ kleinen Bereich zwei Kirchengebäude mit unterschiedlicher Bausubstanz unterhalten, führte in der Vergangenheit immer wieder zu Überlegungen, die beiden Gemeinden zusammenzuschließen“, erklärt Jürgen Koschker, Öffentlichkeitsbeauftragter der neuapostolischen Kirche. Ausschlaggebend, diesen Schritt nun zu vollziehen, seien jetzt aber die dringend erforderliche Bau- und Sanierungsarbeiten an dem Gotteshaus. Es genügt schon länger nicht mehr den aktuellen Standards.

Moderne Alternative in Altenbögge

Dafür hätte die Kirchengemeinde einen großen Betrag aufbringen müssen, und mit Blick in die Zukunft lohne sich die hohe Investitionssumme einfach nicht, sagt Carsten Neubacher. Die müssten zudem aus den Opfergaben der Mitglieder finanziert werden, die mit der relativ neuen Kirche in Altenbögge aber eine sehr gute Alternative in der Nähe haben. Das Gebäude dort ist modern und behindertengerecht ausgestattet und entspricht somit den Ansprüchen der heutigen Gemeinschaftspflege.

Das kann die Kirche an der Woortstraße nicht mehr bieten. Sie ist inzwischen schlicht in die Jahre gekommen. Erbaut wurde sie 1961, für die Gläubigen, die östlich der Bahnlinie lebten. Bereits seit 1912 gibt es eine kleine Gemeinschaft neuapostolischer Christen in Bönen. Sie besuchten zunächst die Gottesdienste in Unna. Die Gemeinde wuchs weiter und so richtete sie sich ab 1920 im Waschhaus der Familie Milk an der Zechenstraße ein. Später zogen die Christen in den Kinosaal an der Bahnhofstraße um. 1928 weihte sie schließlich das erste eigene Gotteshaus an der Friedhofstraße ein. Es wurde 1990 abgerissen, an gleicher Stelle bauten die Mitglieder eine neue Kirche.

Nach knapp 54 Jahren schließen sich die beiden apostolischen Gemeinden Bönen-Ost und -West nun wieder zu einer Kirchengemeinde Bönen zusammen. Das betrifft nicht nur die Gottesdienstbesucher. Auch die beiden Chöre werden sich künftig zusammentun und gemeinsam musizieren.

Priester Christian Neubacher will seinen Glaubensbrüdern- und Schwestern aber weiterhin als stellvertretender Vorsteher der dann neuen Kirchengemeinde Bönen zur Verfügung stehen. Er wird zudem weitere Aufgaben in Hamm-Werries übernehmen. Vorsteher in Bönen ist Rolf Oppermann.

Abschied von ihrem Kirchengebäude feiern die Gläubigen übrigens am Mittwoch, 4. Februar, mit einem Gottesdienst. Er beginnt um 19.30 Uhr und wird voraussichtlich aufgrund des Heiligen Abendmahls, der Entwidmung des Gebäudes und Beauftragung aller Amtsträger für die neue Gemeinde über den üblichen Zeitrahmen von 60 Minuten hinausgehen, kündigt Jürgen Koschker an. Eingeladen dazu seien nicht nur die Gemeindemitglieder, sondern auch alle interessierten Gäste.

Nachnutzung für das Gebäude ist noch offen

Die Gottesdienste in Altenbögge beginnen dann künftig sonntags um 9.30 Uhr und donnerstags um 19.30 Uhr an der Friedhofstraße.

Was mit dem entwidmeten Gebäude geschieht, ist noch offen. Jürgen Koschker geht aber davon aus, dass es verkauft wird. „Es sei denn, wir haben noch gute Ideen für eine weitere Nutzung.“ ""J pin

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