Nachfrage nach Betreuung an Bönener Schulen hält sich in Grenzen

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Der Schulhof der Humboldt-Realschule bleibt vorerst leer. Zumindest gestern mussten an der Schule auch keine Kinder betreut werden.

Bönen – Seit Montag bleiben die Bönener Schulen zunächst bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Lehrer und Kinder Ferien haben.

Die Kollegien der Schulen bereiten derzeit Unterrichtspläne und Aufgabenpools für die einzelnen Jahrgänge vor, damit die Zeit genutzt werden kann. Während von den älteren Schülern der weiterführenden Schulen erwartet wird, dass sie regelmäßig in die Bücher gucken und den Unterrichtsstoff im Kontakt mit den Lehrern per E-Mail durcharbeiten, gilt für die Grundschüler, dass sie zusammen mit ihren Eltern Gelerntes vertiefen sollten. 

Für die Kinder von Schlüsselpersonen bis einschließlich Klasse sechs sollen bei Bedarf kleine Notbetreuungsgruppen eingerichtet werden. An den Grundschulen war die Nachfrage nach einem Betreuungsangebot gestern deutlich höher als an den weiterführenden Schulen. Die Hellwegschule musste acht Kinder betreuen, zur Goetheschule kamen gestern neun Schüler. Am Marie-Curie-Gymnasium wurden drei Kinder betreut, an der Hauptschule waren es zwei. 

Unterstützung durch Eltern

Nicht alle diese Schüler haben allerdings Eltern, die in Schlüsselpositionen arbeiten, wie die Gemeinde mitteilte. Sie dürften ab Mittwoch demnach nicht weiter betreut werden. An der Humboldt-Realschule mussten keine Schüler betreut werden. „Es gibt allerdings einen Hinweis, dass möglicherweise ein Kind in der kommenden Woche Betreuung braucht“, so Schulleiterin Petra Coerdt. „Ein alleinerziehender Vater, der im Schichtdienst arbeitet, hatte sich gemeldet mit dem Hinweis, dass die Betreuung in dieser Woche noch gewährleistet sei, in der kommenden Woche aber Unterstützung von der Schule angefragt.“ 

Die Lehrer der Realschule waren gestern vor Ort und haben in den Fachschaften besprochen, wie der Unterrichtsstoff für die verschiedenen Jahrgänge aufbereitet werden kann, denn obwohl die Schulen geschlossen bleiben, hätten Lehrer und Schüler keine Ferien, betonte die Schulleiterin. Jahrgangsweise würden für alle Hauptfächer Aufgaben vorbereitet, die die Schüler zu Hause bearbeiten können. In den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie im vierten Wahlpflichtfach sollen zunächst Aufgaben per E-Mail versendet werden. Auch auf der Homepage der Schule werden Aufgaben und Lernhinweise veröffentlicht. „Wir sind durch die Klassenpflegschaftsvorsitzenden bereits gut vernetzt“, so Coerdt. 

„Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass jüngere Schüler oft gar keine E-Mail-Adresse haben, sondern nur noch per WhatsApp kommunizieren. Da nutzen wir die Mail-Adressen der Eltern.“ Auf die begleitende Unterstützung der Eltern setzt die Schule auch in Bezug auf die Bearbeitung des Unterrichtsstoffes. Aber auch die Lehrer seien per E-Mail erreichbar für ihre Schüler, wenn Fragen zum Unterrichtsstoff auftauchen. An der Hellwegschule werden ab morgen werden nur noch die Schüler von sogenannten Schlüsselpersonen betreut. „Wir haben bereits einige Anfragen“, bestätigt Schulleiterin Antje Anbring-Keiter. 

OGS-Mitarbeiter weiter vor Ort

Nach jetzigem Stand werden fünf Kinder an der Hellwegschule betreut. In der Hellwegschule haben die Lehrer für ihre jeweiligen Klassen einen Arbeitsplan erarbeitet, der dafür sorgen soll, dass bisher gelernte Inhalte präsent bleiben. „Kinder im Grundschulalter können noch nicht selbstständig lernen“, so Anbring-Keiter, „deshalb handelt es sich nicht um neuen Unterrichtsstoff, sondern um vertiefende Übungen. Wir erwarten auch nicht von den Eltern, dass sie jetzt den Unterricht fortsetzen, sondern dass sie helfen, die unterrichtsfreie Zeit sinnvoll zu nutzen.“ 

In der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Goetheschule wurden gestern Nachmittag vier Kinder betreut, an der Hellwegschule waren es am Vormittag zunächst acht Mädchen und Jungen. Die Hälfte von ihnen wurde dort zwar mittags wieder abgeholt, doch wie es in den kommenden Tagen weitergeht, wusste OGS-Leiterin Jutta Schäfer gestern noch nicht. „Es gibt ja eine zweitägige Karenzzeit, in der die Eltern, die in Schlüsselberufen arbeiten, die entsprechenden Formulare ausfüllen müssen“ Wie viele Schüler danach noch betreut werden, steht noch nicht fest. Für viele Eltern spiele zudem die Zeit eine wichtige Rolle. 

„Manche können vielleicht für die nächsten sechs Tage zu Hause bleiben, müssen danach aber wieder arbeiten. Es ist schwierig, für eine längere Zeit zu entscheiden – zumal sich momentan täglich, fast stündlich etwas ändert“, sagt Jutta Schäfer. Die Mitarbeiter der OGS sind in den kommenden Tagen weiter vor Ort. „Wir nutzen die Zeit um aufzuräumen, zu planen und all das zu erledigen, zu dem wir sonst kaum kommen“, erzählt Jutta Schäfer.

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