Viel Rauch um nichts?

Lärmbeschwerden am Holtfeld: Für die Behörden ist der Fall erledigt 

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Damit Ruhe ist: Tagsüber geht's durch neue Tor zum Spielen, abends wird abgeschlossen.

Erst kommt der Zaun, dann der Sozialarbeiter. Das war die Idee, als Klagen über Lärm auf dem Spielplatz am Holtfeld aufkamen. Der Zaun ist da - und mehr soll's auch nicht geben:

Die Gemeinde Bönen und das Kreis-Jugendamt werden keine zusätzlichen Maßnahmen für eine sozialarbeiterische Begleitung der Bewohnerschaft im Quartier um das Holtfeld und die Adalbertstraße in die Wege leiten, wie es vor den Sommerferien von den Verantwortlichen in Aussicht gestellt wurde. Bei genauerer Betrachtung der Situation in zwei Arbeitskreissitzungen sind die Behördenvertreter zu der Auffassung gelangt, dass dafür kein Bedarf bestehe. 

Anlage wird nun nachts abgeschlossen 

Ausgangspunkt waren Beschwerden über nächtliche Ruhestörungen auf dem Spielplatz am Holtfeld und das Herumtollen in privaten Gärten, was dem Nachwuchs der Bewohnerschaft in den Hochhäusern an der Adalbertstraße zugeschrieben wurde. Die Gemeinde veranlasste den inzwischen erfolgten Bau der Toranlagen, mit denen der Spielplatz über Nacht verschlossen wird, wie es auch an anderen Stellen geschieht. Die Verwaltung kündigte zugleich aber an, es bei der „Aussperrung“ nicht zu belassen, weil dies die Probleme nur verlagere. Zugleich forderte die SPD-Fraktion hier mehr Einsatz.

Gemeinde holte Kreisjugendamt ins Boot

Die Gemeinde schaltete daraufhin das Kreis-Jugendamt ein, in dem sie eine mögliche Kindeswohlgefährdung nach gesetzlichen Standards anzeigte, die vom Jugendamt zwingend zu prüfen ist. Das war aber wohl zu hoch gegriffen, die Behörde sah keinen Hinweis, dass hier eine direkte Intervention wegen möglicher Gefahren geboten sei. Die Idee dahinter war gleichwohl, das hiesige Familienbüro des Jugendamtes und dessen Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) für eventuelle Erziehungshilfen und Beistände zu nutzen, wie der Kreis seinerzeit mitteilte. 

Im großen Kreis von Akteuren erörtert

Das Jugendamt holte mit der Gemeinde alle Instanzen der Integrationsarbeit an den Tisch, denn hier geht es unter anderem darum, sich Einwandererfamilien anzunähern, um zu vermitteln, an welchen Stellen ihre Lebensweise zu Konflikten mit der Nachbarschaft führen kann. Dazu wurde auf Drängen des Vereins ein Vertreter von Zuflucht.Bönen eingeladen, weil die Ehrenamtler sich um derlei Dinge kümmern. Nach acht Wochen Sommerpause und dem zweiten Treffen der Akteure zeigt sich nun aber, dass die Beteiligten nicht so einsteigen wollen, wie ehedem skizziert.

Go in soll Integration fördern 

In der Runde des Kreisjugendamtes mit dem Team des Go in, des Kommunalen Integrationszentrums, der Hauptschule Bönen, der Goethegrundschule, des Vereins Zuflucht Bönen und des Integrationsbeauftragten der Gemeinde kam man zu dem Schluss, dass den Kindern aus dem Wohnblock das reguläre Angebot des Go in mittlerweile geläufig sei und von ihnen genutzt werde, wie Sprecher Max Rolke für den Kreis Unna auf Anfrage ausführte. Im Bönener Rathaus verwies Jörg-Andreas Otte, Fachbereichsleiter in Ordnungsangelegenheiten, darauf, dass der Ordnungsdienst der Gemeinde den Spielplatz seit Aufkommen des Themas regelmäßig kontrolliere und sich gezeigt habe, dass sich dort zu späterer Stunde keine Kinder oder Jugendlichen aufhielten. Auch das bestätige, dass der Weg ins Go in mittlerweile gut bekannt sei. 

Forderung der SPD noch im Raum

Im Raum stehe aber noch das Angebot des Kommunalen Integrationszentrums, die Lehrer beider Grundschulen und der Hauptschule für die Lebenslagen der osteuropäischen Familien zu sensibilisieren, um das Miteinander im Alltag zu verbessern. Und: Die Forderung der SPD, eine Stelle für aufsuchenden Sozialarbeit zu schaffen und sich als Gemeinde aktiver um das Miteinander in Bönen zu kümmern.

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