Schwierige Trocknung

Nach Wasserschaden: Goethehalle in Bönen soll im Oktober wieder verfügbar sein

Drainage Wasserschäden Sporthalle Bönen
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Hier lag einiges im Argen und die Bodenplatte bis unter die Fensterkante im Wasser. Weil die Kehle zur Wand nicht so dicht verschmiert war wie jetzt, lief Wasser nach innen. Unter dem Kies soll ein Drainrohr aufsteigende Wasser ableiten. Die entdeckte Nachlässigkeit beim Bau im Jahr 2008, lässt befürchten, dass die verfüllten Teile der Gebäudeseite denselben Mangel haben. Der soll von innen beseitigt werden.

Im Juni war der Wasserschaden in der Halle bekanntgeworden. Nun hat die Verwaltung eine Vorstellung von der Dauer der Trocknungsarbeiten - und über die Kosten.

Bönen – Zum Schulstart nach den Herbstferien sollen sich auch die Türen der Turnhalle an der Goetheschule wieder öffnen. Die Verwaltung geht davon aus, dass der Anfang Juni bekannt gewordene Wasserschaden an der Ostseite der Dreifachhalle bis dahin behoben und der Betrieb gefahrlos wieder aufgenommen werden kann. Letzte Gewähr für den Start in der 43. Kalenderwoche ab 25. Oktober soll eine Schadstoffmessung des TÜVs in der 39. Kalenderwoche geben.

Mit dieser Zwischenbilanz nährte Fachbereichsleiter Robert Eisler nun die von ihm anfangs vage skizzierte Hoffnung, dass die Gemeinde bei dem – ab Februar zunächst verkannten – Malheur mit dem sprichwörtlichen „blauen Auge“ davon kommen könnte. In Zahlen ausgedrückt: 173 000 Euro nach gutachterlicher Schätzung.

Der Schwingboden im feuchten Hallendrittel wird wohl nicht aufgenommen werden müssen. Nur die Bohrungen für die Trocknungsgeräte – einschließlich des Schießstands und der Sanitärräume gut 220 an der Zahl im ganzen Bau – müssen wieder verschlossen werden. Nachdem der TÜV sein Okay gegeben hat, versteht sich.

An den Bodenhülsen für die Fixierung von Sportgeräten wird der Wasserstand beobachtet. An der Dämmwolle zeigt sich keine Nässe, sonst müsste alles aufgerissen werden.

Für den Fall, dass etwas dazwischen kommen könnte, „habe ich mit den Kollegen besprochen, dass wir einen Plan A und einen Plan B für die Hallenbelegung aufstellen, um darauf vorbereitet zu sein“, berichtet Bürgermeister Stephan Rotering. Er war Mitte Juni auf die Sportvereine zugegangen, nachdem sich die Kritik am Krisenmanagement seines Hauses öffentlich zugespitzt hatte. Er gelobte Besserung und prompte Information über die Sanierungsschritte.

Da hatte der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes (GSV), Dirk Presch, die Vereinsfamilie schon mobilisiert, um der frustrierten TuS Bönen als Hauptnutzer in anderen Hallen Trainingszeiten zu verschaffen, indem die Sportler zusammenrücken. Nur für die Schießgruppe Nordbögge gibt’s ringsum keinen Ersatz für deren Anlage dort.

Im Sanitärtrakt sind einige feuchte Trockenbauteile schon ersetzt.

Der GSV-Vorsitzende nimmt der Verwaltung ohnehin einige Arbeit ab, gleicht mit den Vereinen ihren Bedarf an den Sportstätten ab. Dann werden die Belegungspläne mit einem Verwaltungsmann am Tisch so gestrickt, dass alle versorgt sind. Die Einladungen für die nächste Runde im September sind schon raus. Zwischenzeitlich haben Presch und Iris Höll von der TuS in Eigenregie auch den bis zum Ende der Sommerferien aufgelegten Notplan auf das Ende der Herbstferien verlängert.

Nur ist hier Kommunikation wieder eine Einbahnstraße, wie es der Sport schon öfter beklagt hat: „Wenn es einen Plan A und B geben soll, wäre es vielleicht sinnvoll, wenn man mich auch mal darüber informieren würde“, wandelte Presch, auf den Umstand angesprochen, seinen Frust noch in Süffisanz. Wertschätzung des Ehrenamtes sähe für ihn anders aus.

Bodentrocknung ruhte zwischenzeitlich

Nun aber zur Technik: Inzwischen haben die Verantwortlichen ein klareres Bild vom Schaden und den Ursachen des Wassereintritts. Der ist nach Beginn der Bodentrocknung mit Heißluft zunächst nicht verebbt, weshalb der Prozess unterbrochen wurde. So zeigte sich aber ein Zusammenhang mit der nicht fachgerecht ausgeführten Abdichtung der Bodenplatte auf der Ostseite. Seit die im zugänglichen Abschnitt an den Vereinsräumen neu versiegelt wurde und eine seinerseits nicht verlegte Drainage Wasser abführt, kommt innen nichts mehr nach.

„Als wir hier ausgeschachtet haben, stand bis oben das Wasser“, berichtet Muhammed Pirecioglu, Architekt beim Gebäudemanagement. So ließ sich das Problem aber nur auf einigen Metern lösen. Links und rechts der tief liegenden Fensterfront ist die etwa zur Hälfte in den ehemaligen Zechengrund gesetzte Halle verfüllt. Alle Erfahrung spricht dafür, dass der Bautrupp dort genauso gearbeitet hat wie auf dem mangelhaften Stück, das nun freigelegt ist.

„Aber das können wir nicht kontrollieren, ohne die ganzen Erdmassen zu bewegen“, erläuterte Pirecioglu. Das ginge enorm ins Geld und soll vermieden werden. Der Architekt ist daher in Gesprächen mit Fachfirmen für eine andere Lösung: „Wir prüfen, inwiefern wir die Fuge zwischen Bodenplatte und Wand von innen mit einer Injektion abdichten können.“ Dazu müssen 30 Zentimeter Beton so geschickt angebohrt werden, dass ein Kunststoff exakt in die vermuteten Ritzen gepresst werden kann. Die Erfolgsaussichten sollen beurteilt werden, wenn an einem zugänglichen Mauerabschnitt am Hinterausgang damit ein Versuch erfolgt ist. Ein Restrisiko bleibt vorerst.

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