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Nach Vorfall in Bönen: Mutmaßlicher Vergewaltiger vorerst ein freier Mann

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Von: Martin von Braunschweig

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(Symbolfoto)
Der Mann soll in Bönen seine ehemalige Geliebte vergewaltigt haben. © Maurizio Gambarini

Das Dortmunder Landgericht hat den mutmaßlichen Vergewaltiger einer Frau aus Bönen vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen. Ob das ein Hinweis darauf ist, wie die Richter den Fall bewerten, ist unklar.

Bönen/Dortmund - Der bereits wegen eines Sexualdeliktes vorbestrafte Mann aus Velbert beteuert seit Prozessbeginn seine Unschuld. Dennoch kam er nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft und musste dort auch über ein Jahr bleiben.

Als jetzt klar wurde, dass der Prozess noch weit bis ins nächste Jahr andauern wird, stellte Verteidiger Michael Liedtke aus Dortmund sofort den Antrag, seinen Mandanten aus der Haft zu entlassen. Selbst im Falle einer Verurteilung hätte der 39-Jährige ansonsten schon einen guten Teil der dann zu erwartenden Strafe verbüßt gehabt.

Mutmaßliches Opfer war die Geliebte des Mannes

Die Richter gaben diesem Antrag nun außerhalb der mündlichen Verhandlung statt. Das bestätigte Gerichtssprecherin Nesrin Öcal am Montag auf Anfrage. Das bedeutet, dass der Angeklagte an den kommenden Verhandlungstagen als freier Mann ins Gericht kommen kann. Bleibt er an einem der Tage unentschuldigt fern, kann der Haftbefehl aber auch ganz schnell wieder in Vollzug gesetzt werden.

Bei dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer handelt es sich um eine Geliebte des Angeklagten. Wie der Mann jedoch freimütig einräumte, war diese beileibe nicht die einzige Frau in seinem Leben. Stellenweise will er vier Affären gleichzeitig gehabt haben – ohne dass die Frauen etwas ahnten.

Chat- und Mailprotokolle werden ausgewertet

Zu den angeklagten Sexualstraftaten soll es im Rahmen eines Wochenendbesuches in Bönen im August 2020 gekommen sein. Der Angeklagte gibt zwar zu, dass es an beiden Tagen sexuellen Kontakt mit der Frau gab. Er will aber nichts davon bemerkt haben, dass diese eigentlich gar nicht wollte.

Um seine Unschuld zu beweisen, will der Angeklagte den Richtern nun sämtliche Chat- und Mailverläufe mit der Frau aus Bönen präsentieren. Daraus soll angeblich hervorgehen, dass diese ihm immer wieder damit gedroht hat, ihn wegen Vergewaltigung anzuzeigen, wenn er sie verlassen sollte.

Mindestens bis Ende März werden die Richter nun die Chats- und E-Mails im Prozess verlesen. Erst danach wird sich herausstellen, ob sich aus den Unterlagen wirklich Entlastendes für den Velberter ergibt.

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