Der Inhaber ist erkrankt

Griechisches Restaurant Rhodos schließt nach schweren Schicksalschlägen

Restaurant Rhodos in Haus Kreutz am Kletterpoth in Bönen
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Die Rollläden blieben unten: Krankheitsbedingt ist das Restaurant Rhodos geschlossen

Es war ein echter Neuanfang für Nikolos Sotsos und seine Frau Soi. Nachdem ihr Restaurant in Essen von einer Gerölllawine verschüttet wurde, begannen die beiden Gastronomen in Bönen vor knapp acht Jahren noch einmal ganz von vorne. Sie pachteten die Gaststätte Haus Kreutz am Kletterpoth und richteten ihr griechisches Restaurant Rhodos dort ein. Nach schweren Schicksalsschlägen muss der Gastwirt nun aber kapitulieren. Aufgrund einer Erkrankung muss er seinen Betrieb auf unbestimmte Zeit schließen.

Bönen - Soi Sotsos, die in der Restaurantküche die Spezialitäten aus ihrer Heimat zubereitete, starb bereits vor zwei Jahren nach einer langen, schweren Krankheit. Ihr Mann Niko, wie er von allen genannt wird, führte den Betrieb danach ohne sie weiter, unterstützt von seinem Sohn Alexander und seiner Nichte Alexandra Sotsou. Jetzt ist der 67-Jährige selbst ernsthaft krank geworden. An die Arbeit in der Küche oder im Schankraum ist für ihn derzeit nicht zu denken, berichtet Alexandra Sotsou.

Wie es mit der Gaststätte am Kletterpoth weitergeht, kann sie momentan noch nicht sagen. „Wir haben zwar einige Ideen, aber jetzt müssen wir abwarten, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. Die Situation in der Gastronomie ist gerade sehr schwierig, und Nikos Gesundheit geht erst mal vor“, sagt sie. Dass die Krankheit ihres Onkels in dieser schweren Krise auftritt, ist besonders hart.

Die Corona-Pandemie erschwert die Situation zusätzlich

Die Vermieterin der Gaststätte und der darüberliegenden Wohnung, in der Nikolos Sotsos lebt, habe sehr verständnisvoll reagiert und stehe dem Wirt bei, so Alexandra Sotsou. Für Elsbeth Kreutz und ihren Schwiegersohn Rainer Solny dürfte es momentan aber ohnehin schwierig werden, einen Nachfolger für den Griechen zu finden. Seit Wochen sind alle Gaststätten, Hotels und Restaurants geschlossen, bis auf einen Außerhausverkauf haben die Gastronomen keine Einnahmen. Viele Beschäftigte in dieser Branche befinden sich in Kurzarbeit oder haben ihre Arbeitsstelle sogar schon verloren. Die Inhaber bangen um ihre Existenz. Jetzt einen Betrieb in einer überschaubaren Gemeinde zu übernehmen, wagen wahrscheinlich nur die Mutigsten.

Dabei ist die Gaststätte am Kletterpoth eigentlich perfekt für ein gut gehendes Geschäft. Das Haus verfügt über einen Schank- und Speiseraum, großen Saal mit Terrasse und eine Kegelbahn. Ein besonderes Plus ist der idyllische Biergarten mit seiner großen Platane direkt am Mergelbergwald und in unmittelbarer Nähe des viel begangenen und befahrenen Seseke-Radweges.

Gastwirt Nikolos Sotsos muss aufgrund einer Krankheit kürzer treten

Elsbeth Kreutz hat das Haus 1968 gekauft und selbst bewirtschaftet. 1997 trat ihre Tochter Petra Solny mit ihrem Ehemann Rainer in ihre Fußstapfen. Doch auch Petra Solny erkrankte schwer, deshalb übergab Rainer Solny die Wirtschaft im November 2010 an das engagierte Gastro-Paar Sandra Middendorf und Sascha Peifer. Die wollten das Restaurant zu einem Anlaufpunkt für Freunde von gehobener Küche machen.

Im April 2013 nahm der Koch Sascha Peifer jedoch ein Angebot der Gastronomie in der Brauerei in Oelde an und verließ mit seiner Frau die Gemeinde. Das bescherte den Sotsos aus Essen eine neue Heimat und den Bönenern griechische Spezialitäten am Mergelbergwald. Ob die nun künftig auf Gyros, Tzatziki und Souvláki verzichten müssen, bleibt vorerst offen.

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