Einbruch in Bönener Firma

Nach Diebstahl von drei Tonnen Kupferrohre in Bönen: Prozess droht die Einstellung

Metall Metalldiebe
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Die Diebe hatten es auf Metalle abgesehen.

Drei mutmaßliche Buntmetall-Hehler stehen in Dortmund vor Gericht. Die Vorwürfe gegen die 45, 44 und 42 Jahre alten Brüder reichen zurück bis in die Jahre 2013 und 2014. Eine Spur der kriminellen Machenschaften führt auch nach Bönen.

Dortmund/Bönen - In der Nacht auf den 2. Oktober 2013 erhielt ein metallverarbeitendes Unternehmen in Bönen ungebetenen Besuch. Eine Bande von Kupferdieben drang auf das Firmengelände ein und wuchtete über drei Tonnen Kupferrohre im Wert von mehr als 40 000 Euro auf einen Lkw. Danach verschwanden die Täter unerkannt.

Oberstaatsanwältin Dr. Dagmar Kolbe ist sicher, dass sie weiß, wohin die Diebe ihren Laster anschließend lenkten. Sie hat drei Metallhändler aus Bochum wegen Hehlerei angeklagt. Neben dem Kupfer aus Bönen sollen die Brüder in den Jahren 2013 und 2014 viele weitere Tonnen Metall angekauft haben, von dem sie angeblich wussten, dass es sich um Diebesgut handelte, das bei Beutezügen in ganz Deutschland gestohlen worden war.

Vorwürfe wurden schon 2014 verhandelt

Bis zu 160 000 Euro sollen die Angeklagten für eine einzige Lieferung gezahlt haben. Insgesamt kratzt der Wert der von ihnen angeblich umgeschlagenen Beute an der Millionenmarke.

Zu Prozessbeginn wollten sich die Angeklagten am Montag noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Das solle jedoch später nachgeholt werden, sagten die Verteidiger. Die Anwälte hegen die Hoffnung, das Verfahren komplett ohne Verurteilung über die Bühne bringen zu können. Dabei spielt ihnen der bisherige Zeitablauf in die Karten.

Im Sommer 2014 hatte das Dortmunder Landgericht schon einmal über die mutmaßlichen Hehlerei-Taten verhandelt. In einem kurzen Prozess war es damals zu einem sogenannten „Deal“ gekommen. Die Angeklagten hatten die Taten abgenickt und dafür mit jeweils drei Jahren Haft eine milde Strafe erhalten.

Verteidiger wollen Einstellung des Verfahres durchsetzen

Dennoch hatten alle drei Brüder anschließend Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Und weil der dortige 4. Strafsenat mit der schriftlichen Urteilsbegründung der Dortmunder Richter nicht einverstanden war, hob er das Urteil komplett auf und verwies den Fall ans Landgericht zurück.

Das war im September 2015. Seitdem sind mehr als fünf Jahre vergangen, in denen nichts passiert ist. Verteidiger Henry Alternberg stellte deshalb am Montag den Antrag, das Verfahren einzustellen. „Die überlange Verfahrensdauer steht einer Verurteilung im Wege“, sagte er. Die übrigen Anwälte schlossen sich dem an. Eine Entscheidung darüber wollten die Richter allerdings noch nicht sofort fällen.

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